Viele
Hundehalter wissen gar nicht, dass ihr Hund ängstlich
ist.
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Ängstliche Hunde haben es schwer
im Leben, ihre Menschen auch. Was für viele
andere Hunde ein anregender Spaziergang oder ein
netter Besuch ist, kann für einen ängstlichen
Hund eine völlige Überforderung oder gar
ein furchterregendes Erlebnis werden.
Hundebegegnungen
Grundlagen |
Ein ängstlicher
Hund ist deutlich erkennbar, denn schon
von weitem wird sein Gang zögerlich, die Rute wird
eingezogen, er legt seine Ohren eng nach hinten an.
Sein Blick wirkt angstvoll, und er ist jederzeit zur
Flucht bereit. Ängstliche Hunde sind in Gefahr,
von Artgenossen als leichtes Opfer betrachtet zu werden.
Sehr ängstliche Hunde fühlen sich rasch bedroht
und reagieren mit so genannten Angstbeißen, das
nichts mit wirklicher Aggression gemeinsam hat und durch
Strafe nicht behoben werden kann. Typische Signale dafür
sind ein hysterisch wirkendes Gebell, begleitet von
einem Umsichschnappen und anschließendem Zurückweichen.
Die Ohren sind eng angelegt, die Mundwinkel weit nach
hinten gezogen, das Maul aufgerissen. Die Hinterhand
des Hundes ist eingeknickt, die Rute weit unter den
Bauch gezogen.
Diese Angst ist dann meist Auslöser, dass Hunde
andere Artgenossen anbellen, anknurren oder gar direkt
attackieren. Sie sind schreckhaft und unsicher in allen
nur erdenklichen Situationen.
Mögliche Ursachen:Der
Hundehalter versäumt es
- seinen Hund verstehen zu lernen
- den Hund in die Familie zu integrieren
- eine Bindung aufzubauen
- mit dem Hund gemeinsame Abenteuer zu bestehen
- seinen Hund im Welpenalter mit Artgenossen zusammen
kommen zu lassen, damit das richtige Sozialverhalten
geübt wird und der Hund Selbstsicherheit bekommt.
Für die Bewältigung von Ängsten braucht
ein Hund sehr viel Zeit,
Liebe,Geborgenheit und Geduld.Der erste Ansatz ist,
jedes ängstliche Verhalten zu ignorieren.Versuchen
Sie Ihre Hund unnötigen Streß zu ersparen.Gerade
ängstliche Hunde sind oft auch die größten
Sensibelchen.Wenn man Ihnen nicht genügend Aufmerksamkeit
schenkt, fangen sie gern mal an zu jaulen oder werden
aufdringlich. Leider liegt es in der Natur des Menschen,
ängstlichen oder traurigen Wesen in einer mitleidigen
Tonlage Mut oder Trost zu zusprechen. Für einen
Hund hört sich das aber nach Bestätigung an.
Der sanfte Tonfall signalisiert ihm, dass auch Sie mit
der Situation nicht umgehen können und dass auch
Sie unsicher sind.
Somit wird er immer Angst vor solchen oder ähnlichen
Situationen haben.
Sie als Rudelführer
müssen ihrem Hund das Gefühl vermitteln:
Es ist alles in Ordnung.
Ihr Hund braucht klare Regeln.Übernehmen Sie die
"Chefposition".Ein ängstlicher Hund braucht
eine klare Position im Rudel für sein Seelenwohl.
Dadurch vermitteln Sie Ihrem Hund Geborgenheit und Sicherheit.
Geben Sie Ihrem Hund viel Ruhe und eine geeignete Rückzugsmöglichkeit(Schlafplatz).
Schaffen Sie ein gutes Vertrauensverhältnis zu
Ihrem Hund.
Drängen Sie Ihren Hund nicht in Situationen,vor
den er Angst hat.
Ein ängstlicher Hund braucht in erster Linie Orientierungshilfen
und einen überschaubaren Tagesablauf, um sich sicher
zu fühlen.
Angst ist keine Unart
des Hundes. Angst wird ihm meist beigebracht,
wenn sie nicht organisch krankhaft ist. Viele Hundebesitzer
beschreiben nächtliche Störungen. Der Hund
beginnt zu bellen, oder er verkriecht sich. Bei Spaziergängen
zuckt er an der selben Stell immer wieder zusammen oder
legt die Ohren an. Meist erinnert sich der Hund an Ereignisse,
die im Angst einflössten. Ausserdem verfügt
er über eine geistige Landkarte des Gebietes, wo
seine Angst zum ersten Mal auftrat. Wenn er nicht angeleint
ist, kann er versuchen, möglichst schnell vor dem
Ort zu flüchten. Sie müssen also herausfinden,
wo und wann und wie diese Angst auftrat oder zustande
kam. Bei heraufziehenden Gewittern zum Beispiel wird
der Hund sehr anhänglich. Wenn Sie es richtig auflösen
wollen: Eine Videoausrüstung nehmen und ein Gewitter
zum gewöhnenden Abspielen aufnehmen.
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Dann wird der Hund zu Hause erst
mit dem Video vertraut gemacht, in einem Moment,
in dem er sehr gelassen ist.
Immer wieder. Zuerst mit niedriger Lautstärke,
dann mit Orginal-Ton. Mit dieser einfühlsamen
Therapie gewöhnt sich der Hund mit Hilfe
Ihrer beruhigenden Worte ohne sonstige Lob an
die beängstigenden Geräusche. Dann nehmen
Sie die Lichtquellen dazu. Das Ganze wieder so
oft wiederholt, über mehrere schöne
Tage verteilt, bis Sie an seinen Signalen erkennen,
dass er sich gewöhnt. Es dauert. |
Ähnlich gehen Sie auch bei anderen Ängsten
vor.
Die Therapie-Formel:
Gewöhnung unter normalen Umständen
im Vertrauen mit begleitender Beruhigung in kleinen
Lektionen.
- Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zum Hundehalter
- Stressreduktion: Erhöhung der Anzahl der positiven
Interaktionen durch Fütterung aus der Hand für
Darbietung erwünschter Verhaltensweisen
- Klare Grenzen setzen: Jegliches Aufmerksamkeit heischende
Verhalten wird vollständig ignoriert
- Ruhiger Umgangston, bedrohliches Verhalten durch
den Halter wird vermieden. Das gilt auch für
menschliche Körpersprache, die von Hunden als
bedrohlich empfunden wird
- Vollständiges Ignorieren ängstlichen Verhaltens
bei Geräuschen, um eine weitere Verstärkung
des Problems seitens des Hundehalters zu verhindern
- Stressfreies Gehorsamtraining:Aufbau von „Sitz“
und „Platz“ und Leinenführigkeit
mit positiver Verstärkung und ohne Druck
- Unerwünschte Verhaltensweisen ignorieren und
ruhig bleiben
Das sind die Grundlagen mit denen Sie sich befassen
sollten./RK

Nicht nur der nach oben in der Rangordnung
seiner Familie strebende Hund beißt,
sondern ganz besonders der ständig nach unten gedrückte
Prügelknabe aus Angst.
Erik Zimen
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