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sind nicht die Tierhaare selbst,sondern das, was daran
hängt, was dem Allergiker zu schaffen macht
Schweiß, Talg, Speichel und Urin der Tiere.
Diese
haften an den Tierhaaren und werden mit ihnen und dem
Staub in der Luft verbreitet. Landen sie auf den menschlichen
Schleimhäuten der Augen, der Nase oder den Bronchien,
so können sie eine allergische Reaktion auslösen,
wenn der Betreffende auf die jeweilige Tierart sensibilisiert
ist.
Die Bezeichnung "Tierhaar-Allergie" ist nicht
richtig, da der Körper nicht auf die Haare selbst
allergisch reagiert, sondern auf Proteine in Hautschuppen
oder andere Stoffe, die an den Haaren haften.
Viele Tierallergiker sind nur gegen eine Haustierart
allergisch, die meisten gegen Katzen. Aber auch Nagetiere
wie Mäuse, Hamster und Meerschweinchen werden zu
Plagegeistern. Hunde-, Rinder- und Pferde-Allergien
sind seltener.
Welche Symptome gibt
es?
- Niesattacken mit starker wässriger Sekretion
und Naselaufen oder verstopfte Nase durch Anschwellen
der Schleimhäute.
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis) mit juckenden,
geröteten und tränenden Augen und erhöhter
Lichtempfindlichkeit.
- Juckreiz der Schleimhäute mit Kratzen im Rachenbereich.
- Asthma-Anfälle (anfallsartige, schwere Atemnot
mit Verengung der Atemwege).
- Nesselausschlag.
- Ekzeme (nichtinfektiöse Entzündungen
der Haut): Diese können sich bei ständigem
Kontakt mit Haustieren verschlimmern und zu einem
anhaltenden Ausschlag führen.
Hundeallergene sind mäßig
aggressiv.
Katzen verursachten insgesamt häufiger eine Allergie
als Hunde.Größere Hunde scheinen eine heftigere
allergische Reaktion auszulösen.
Bei allergischen Reaktionen treten rassespezifische
Sensibilisierungen auf (z.B. nur gegen Boxer). Die einzelnen
Rassen besitzen sehr unterschiedliche Allergenpotentiale.
Kurzhaarige Hunderassen sollen ein höheres Allergenpotential
besitzen als langhaarige Rassen.
Hundehaarallergien sind
nicht immer leicht und eindeutig nachzuweisen.
Seit Jahren wird auch in Deutschland eine Zunahme allergischer
Erkrankungen beklagt. Derzeit gehen Experten davon aus,
dass beispielsweise bis zu 16% der Erwachsenen eine
Hundehaarallergie haben. Allergologen ist in der Vergangenheit
aufgefallen, dass in einigen Fällen zwar aus der
Vorgeschichte eine eindeutige Hundehaarallergie abgeleitet,
dass diese aber mit kommerziellen Testsubstanzen nicht
nachgewiesen werden kann. In einigen Fällen fehlt
den Hunden sogar das weithin als Leit-Hauptallergen
angesehene Protein Can f1.
Die einzige kausale Therapie einer Allergie besteht
heute in der Durchführung der subkutanen spezifischen
Immuntherapie (SIT). In letzter Zeit mehren sich die
Hinweise, dass in ausgewählten Fällen auch
eine sublinguale Immuntherapie (SLIT) helfen kann. Voraussetzung
einer solchen doch recht aufwendigen Therapie ist allerdings
eine hieb- und stichfeste Diagnose. Doch gerade die
Diagnose Hundehaarallergie ist nicht immer ganz einfach
zu stellen, da die kommerziell verfügbaren Testsubstanzen
gelegentlich versagen. Dieses Versagen beruht nicht
etwa auf einer mangelhaften Sorgfalt bei der Produktion
dieser Allergene, sondern vielmehr auf der ausgesprochen
individuellen Struktur der die Allergie auslösenden
Hundehaar-Allergene.
Jeder Hund produziert
quasi eine individuelle Allergenmischung.
Jetzt publizierte Dr.Astrid Heutelbeck von der Abteilung
für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität
Göttingen im Zusammenhang mit diesem Phänomen
weitere Einzelheiten. Ausführliche, an männlichen
und weiblichen Tieren von 34 Rassen durchgeführte
Test zeigten, dass es keine rassetypischen Allergenmuster
gibt. Ein Mensch kann daher durchaus gegen Dackel Waldi
allergisch sein, während er in Gegenwart von Dackel
Raudel keine entsprechenden Symptome bemerkt.Diese Vielfalt
können kommerzielle Extrakte natürlich nicht
widerspiegeln.

Was ist nun in diesen
unklaren Fällen zu tun?
Experten raten zur Herstellung eines auf den individuellen
Hundes abgestimmten Allergenextrakts. Zu diesem Zweck
werden dem in Verdacht geratenen Hund einige Haare dicht
an der Haut abgeschnitten. In Kochsalzlösung eingelegt,
erhält man nach einiger Zeit eine Lösung,
die die individuellen Allergene enthält. Diese
werden dann bei einem der üblichen Hauttests angewandt.
Versagt auch dieser individuell produzierte Allergietest,
so ist eine Hundehaarallergie extrem unwahrscheinlich.
Tierhaarallergien lassen sich mit einer spezifischen
Immuntherapie (De- oder Hyposensibilisierung) zumindest
lindern, manchmal auch heilen. Antiallergische Medikamente
können Beschwerden nur vorrübergehend verhindern
oder stoppen. Grundsätzlich sollten Tierhaarallergiker
vorbeugen und ihren Allergenen weitgehend ausweichen.
Durch vorbeugende Maßnahmen und konsequente Behandlung
der Beschwerden lassen sich Tierhaarallergien gut kontrollieren.
Alles Saugen, Wischen,
Schrubben ist dagegen nur ein Kompromiss.
Selbst gründlichstes Putzen kann die
Tierallergene nicht aus dem Haushalt verbannen. Und
selbst Jahre nachdem ein Haustier abgegeben wurde, kann
man bei ungenügender Reinigung noch seine Allergene
in den hintersten Winkeln nachweisen. Deshalb müssen
viele Tierallergiker auch dann noch Allergiemittel einnehmen,
wenn sie gar nicht mehr mit den Tieren in Kontakt kommen.
Anders als Katzen oder
Nagetiere, können Hunde sogar vor Allergien schützen.
In Allergiker-Familien sind Haustiere meist kein Thema,
da Tierhaare als Allergieauslöser gelten.
Das hat aber nach Meinung des Lübecker Epidemiologe
und Hautarzt Torsten Schäfer nur bedingt Gültigkeit:
„Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Haltung
von Hunden möglicherweise sogar günstig für
die Allergievorbeugung. Katzen und Nagetiere, etwa Hamster
oder Kaninchen, sollten Menschen mit einem Allergierisiko
aber nicht anschaffen.“
Unter der Leitung des Allergieexperten entstand eine
neue Leitlinie für die Allergieprävention
auf der Basis von 323 bewerteten Studien. Daran können
sich jetzt Ärzte, Allergiker und Risikopersonen
halten. Neben dem Umgang mit Haustieren gehören
einige bekannte Vorbeugungsmaßnahmen zum Katalog:
in der Schwangerschaft nicht rauchen, ein Baby in den
ersten vier Lebensmonaten ausschließlich stillen
und dem Kind eine rauchfreie Umgebung bieten.
Würmer und Bakterien
als Allergieschutz
Weniger bekannt ist, dass Kinder, die eine Wurminfektion
durchgemacht haben,
seltener eine Allergie entwickeln.
Das gilt auch für Kinder, die auf einem Bauernhof
aufwachsen und dort mit zahlreichen Bakterien in Kontakt
kommen.
Menschenallergie bei
Tieren
Tiere können allergische Reaktionen auf die Anwesenheit
von Menschen zeigen. Menschliche Haare und Hautschuppen
können z.B. bei Katzen ähnliche Symptome wie
beim Menschen hervorrufen: Juckreiz, Asthma, Husten
und Niesen. Als Auslöser werden Mykoplasmen (Bakterien,
die nicht von einer Hülle umgeben sind) vermutet.
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