| Vierbeiner
konnten schon vor 400 Millionen Jahren
sowohl gehen als auch laufen

Schon die ersten Landlebewesen mit vier Füßen
vor 400 Millionen Jahren sind wie moderne Tiere gegangen
und gelaufen. Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische
Biologen in einer Bewegungsanalyse mit Salamandern und
Echsen, den nächsten lebenden Verwandten der frühen
Vierfüßer.
Bei vielen Vierbeinern wie Katze oder Hund gehorcht
die Fortbewegung den gleichen physikalischen Merkmalen:
Geht das Tier, so bewegt sich sein Körperschwerpunkt
während des Schrittes erst nach oben und erreicht
in der Mitte eines Schrittes die größte Höhe.
Zu diesem Zeitpunkt ist das Tier am langsamsten. Im
zweiten Teil des Schrittes geht der Schwerpunkt nach
unten, und das Tier wird schneller. Anders beim Laufen:
Hier sind die Vierbeiner genau in der Mitte eines Schrittes
beziehungsweise Sprunges am schnellsten.
Stephen Reilly von der Ohio-Universität in Athens
und seine Kollegen untersuchten nun die Fortbewegung
von drei Brückenechsen und sechs Tigersalamandern.
Die Echsen gelten als lebende Fossilien, da sie sich
in den vergangenen 225 Millionen Jahren nur wenig verändert
haben. Auch die Salamander sind eine ähnlich alte
Spezies. Daher dienten die Tiere den Wissenschaftlern
als Modell für die frühesten Landvierbeiner.
Für die Studie mussten alle Tiere über eine
Plattform tapsen, an der Drucksensoren angebracht waren.
Gleichzeitig filmten die Wissenschaftler den Schaulauf.
Anschließend analysierten die Forscher die Daten
und berechneten dazu, wie schnell sich ihre Probanden
bewegten, wie stark sie beschleunigten und wie ihr Körperschwerpunkt
sich während eines Schrittes verhielt. Dabei fanden
sie heraus, dass bei beiden Spezies die typischen Geh-
und Laufmerkmale vorhanden sind. Schon bei den ersten
Landtieren mit vier Füßen vor etwa 400 Millionen
Jahren seien die gleichen Bewegungsmuster vorhanden
gewesen, schließen Reilly und sein Team.
Allerdings spielte es für die Geschwindigkeit
der Versuchstiere keine Rolle, ob sie gingen oder in
den Laufmodus wechselten – sie waren immer äußerst
langsam. Vierbeiner wie Hund oder Pferd dagegen werden
deutlich schneller, wenn sie zu rennen beginnen. Der
Grund für die fehlende Beschleunigung der Amphibien
liege in ihrem tapsigen Gang, vermuten die Wissenschaftler:
Die Tiere bewegten sich sehr stark auf und ab und verlören
damit Energie für die Vorwärtsbewegung.
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