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Arthritis
 

Als Arthrose bezeichnen Mediziner die nicht entzündliche Abnutzung des Gelenkknorpels und angrenzender Knochen. Es kann sich regelrecht entzünden. Aus der Arthrose wird eine Arthritis. Arthritis und Arthrose können ineinander übergehen und in vielen Fällen nicht voneinander unterschieden werden.

Wie können Sie erkennen, ob Ihr Hund an einer Arthritis leidet?
Es gibt erste Anzeichen, die beachtet werden sollten.

  • Ist Ihr Hund ruhiger als sonst?
  • Hat er Schwierigkeiten beim Aufstehen?
  • Ist er besonders am Morgen oder nach Belastung steifer?
  • Springt er nicht mehr, so wie vorher, ins Auto, aufs Sofa, aufs Bett?
  • Steigt er Treppen so wie früher oder nur mit Mühe?
  • Möchte er sich nicht mehr so gerne bewegen wie sonst und läuft langsamer?
  • Lahmt er oder zeigt er deutliche, für Sie ungewohnte Ermüdungserscheinungen nach längeren Spaziergängen?
  • Sind seine Vitalität und Lebensfreude reduziert?
  • All das sind ernst zu nehmende Anzeichen, die Sie mit Ihrer Tierärztin bzw. Ihrem Tierarzt besprechen sollten.

Bei der Therapie der Arthritis hat sich ein spezielles Behandlungsprogramm, bestehend aus folgenden drei Punkten, bewährt:

1. Gewichtskontrolle

Große Hunde sind schwer. Allein ihr natürliches Gewicht stellt bereits eine starke Belastung für die Gelenke dar. Bei Übergewicht stiegt diese Belastung unnötig an. Leider sind viele Hunde mit Arthritis übergewichtig. Zu hohes Gewicht belastet die Gelenke unnötig und begünstigt den Verschleiß der Gelenke. Bei übergewichtigen Tieren sollte daher unbedingt eine Gewichtsreduzierung angestrebt werden. Halten Sie Ihren Hund schlank. Ihr Tierarzt berät Sie gerne über eine entsprechende Diät.

2. Kontrollierte Bewegung

Tiere mit Arthritis sollen sich "mäßig, aber regelmäßig" bewegen. Beim Auslauf muss ein goldener Mittelweg zwischen Einschränkung des Auslaufes und Überanstrengung gefunden werden. Viel Auslauf kann dazu führen, dass Ihr Hund vor Schmerzen hinkt. Andererseits werden die Gelenke durch zu wenig Auslauf steif. Die Bewegung ist notwendig, um die Gelenkmobilität und die Ernährung des Gelenkknorpels zu erhalten. Kurzes, mehrfach über den Tag verteiltes Training ist besser als eine einmalige und lang andauernde Belastung. Übermäßige Anstrengung und hohe Krafteinwirkung müssen vermieden werden. Viele Hunde schwimmen gern. Schwimmen ist ideal, da es nur mit einer geringen Belastung der Gelenke verbunden ist. Wenn möglich, bringen Sie ihm bei, mit ruhigen Bewegungen, die ihn nicht so schnell ermüden lassen, seine Runden im Wasser zu drehen. Und denken Sie immer daran, dass auch ein schlanker Hund zunehmen kann, wenn Sie seinen Auslauf einschränken, jedoch nicht gleichzeitig die Kalorienzufuhr reduzieren.

3. Medikamentengabe

Ziele der medikamentösen Therapie:

  • Linderung der Schmerzen
  • Verbesserung der Lebensqualität (von Tier und Besitzer)
  • Vermeiden von weiteren Gelenkschäden (bes. Knorpelschäden)

Ohne medikamentelle Therapie kann eine Arthritis nicht Erfolg versprechend behandelt werden. Ihrem Tierarzt stehen heute moderne und gut verträgliche Arzneimittel zur Verfügung, die sowohl die Schmerzen als auch die Entzündung bekämpfen. Nicht-steroidale, entzündungshemmende Stoffe (Non Steroidal Anti-Inflammatory Drug = NSAID) sind Schmerzmittel, die hauptsächlich direkt am Ort der Schmerzentstehung wirken. Sie hemmen bestimmte Enzyme und greifen dadurch in den Mechanismus der Entzündungs- und Scherzentstehung ein. Diese Medikamente wirken schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungs- hemmend. Die einzelnen Eigenschaften sind je nach Präparat unterschiedlich stark ausgeprägt. Beim Einsatz der „klassischen“ NSAIDs, die schon lange auf dem Markt sind, treten Nebenwirkungen wie z.B. Reizung des Magen-Darm-Traktes (Durchfall und/oder Erbrechen, z.T. blutig), Gefahr von Blutungen oder Beeinträchtigung der Nierenfunktion relativ häufig auf. In den letzten Jahren konnte durch Entwicklung „moderner“ nicht-steroidaler Schmerzmittel (sog. selektive COX 2-Hemmer) die Nebenwirkungsrate deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus zeichnen sich die neuen Medikamente durch eine sehr gute Wirksamkeit aus. Außerdem haben die Medikamente der neuen Generation den großen Vorteil, dass sie auf keinen Fall den Knochen und den Gelenkknorpel schädigen. Dies muss jedoch nach neusten wissenschaftlichen Untersuchungen für jeden einzelnen Wirkstoff beim Hund untersucht werden und gilt nicht automatisch für alle "modernen" NSAIDs. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach näheren Informationen.

Eine Langzeitbehandlung ist mit diesen Arzneimitteln in der Regel problemlos und wird von den Hunden gut vertragen. Somit ist die kontinuierliche und oft jahrelange Dauerbehandlung, die bei Hunden mit Arthritis notwendig ist, sehr gut möglich. Auf diese Weise helfen Sie Ihrem Hund, dauerhaft ohne Schmerzen und Entzündung zu leben und steigern dadurch seine und ihre Lebensqualität.

Konsequent behandeln

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Arthritis jetzt zum Leben Ihres Hundes gehört. Auch wenn sich der Zustand Ihres Hundes durch die Behandlung deutlich gebessert hat, sollten Sie unbedingt an dem 3-Punkte-Programm festhalten.

  1. Halten Sie Ihren Hund auf Idealgewicht.
  2. Bewegen Sie Ihren Hund regelmäßig, aber überfordern Sie ihn nicht.
  3. Setzen Sie die Medikamente entsprechend der Verordnung ein.

Durch die tägliche Gabe in der verordneten Dosierung wird es Ihrem Hund bald wieder deutlich besser gehen. Bitte folgen Sie in jedem Fall den Empfehlungen Ihres Tierarztes. Die Dosierung und die Verabreichung des Medikamentes sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt verändert werden. Bitte verabreichen Sie auch nicht Humanmedizinische Schmerz- oder Rheumamedikamente an Ihren Hund. Das kann u. U. fatale Folgen haben. Ihr Tierarzt kennt Ihr Tier persönlich und ist als Fachmann der beste Ratgeber. Sprechen Sie mit ihm, wenn Sie Fragen zur Behandlung Ihres Hundes haben.

Kann man einer Arthritis vorbeugen?

Eine Vorbeugung ist nur in begrenztem Maße möglich. Wenn der Hund eine erbliche Veranlagung besitzt (Rasse) oder beispielsweise in der Jugend zu schnell gewachsen ist, kann sich trotz Gegenmaßnahmen eine Arthritis entwickeln. Prinzipiell sollte gerade im jungen Alter auf eine geeignete Ernährung und Bewegung geachtet werden, um zu schnelles Wachsen und eine Überbelastung der Gelenke zu verhindern. Eine weitere Möglichkeit, den Gelenkknorpel bei seiner ständigen Erneuerung zu unterstützen, ist die Gabe von Futterergänzungsmitteln, den sog. Chondroprotektiva (Chondros = der Knorpel, protektiv = schützend).

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