Der Bouvier des Flandres
– aufmerksamer und kinderlieber Individualist
Von flämischer Herkunft ist diese Rasse seit mehreren
hundert Jahren bekannt. Offiziell als Rasse anerkannt
wurde der Bouvier des Flandres allerdings erst im Jahr
1910. Seit 1960 wurden die Standards neu festgelegt
mit dem Ziel diese Rasse zu verbessern.
Ursprünglich wurde diese Hundeart als Treibhund
für Pferde und anderes Vieh verwendet. Er zog sogar
Kähne mit Personen besetzt am Ufer entlang. In
heutiger Zeit wird er als Hof- Familien- Schutz- oder
Polizeihund eingesetzt.
Das Fell des Bouvier des Flandres ist lang und von
dichter Konsistenz, sein Schnauzbart ist rassetypisch.
Die Farbvarianten des Haarkleides sind vielfältig
und kommen in crème, weiß, grau, schwarz
oder gestromt vor.
Stark und kraftvoll gibt
er ein imposantes Erscheinungsbild ab. Rüden
bringen schon mal 50 kg auf die Waage.
Sein angeborener Schutzinstinkt macht ihn zu einem
zuverlässigen Bewacher von Haus und Hof.
Der
Bouvier des Flandres gilt als treuer, aufmerksamer und
sehr intelligenter Hund. Er mag Kinder
und spielt gerne und langanhaltend.
Aufgrund seiner massigen Gestalt sollte man bei kleineren
Kindern ein Auge auf Hund und Kind haben.
Aufgrund seiner Lernfreude und Intelligenz verinnerlicht
er Kommandos in raschem Tempo, und trifft seine Entscheidungen
situationsabhängig.
Er bellt nicht unmotiviert, sondern dann, wenn es seiner
Meinung nach nötig ist.
Als Blinden- oder Rettungshund
leistet der mutige Geselle perfekte Dienste. Sein
starkes Selbstvertrauen kann ihm schon mal als Sturheit
ausgelegt werden. Dabei ist dieser Hund ein “Mitdenker”
und “überlegt”, ob das Kommando überhaupt
sinnvoll ist.
Daher gehört dieser Hundetyp in erfahrene Hände,
die ein entsprechendes Training mit ruhiger und konsequenter
Führung durchführen können.
Er bindet sich stark an seine Bezugsperson, ist absolut
loyal und treu. Was er einmal gelernt hat, bleibt ihm
im Gedächtnis. Das macht ihn so wertvoll für
die Rettungsarbeit. Seine Stärke und sein individueller
Charakter machen ihn nicht immer zum Freund seiner Artgenossen.
Er ist zwar weder rauflustig noch aggressiv, verhält
sich aber entsprechend distanziert. Auch Fremden begegnet
er nicht gerade überschwänglich.
Ausgebildete Hunde, zum Beispiel die der holländischen
Linie, lassen sich nicht gerne von Fremden anfassen
und begeben sich in eine Art Verteidigungsstellung.
Dieses Verhalten ist aber ausbildungsabhängig.
Der Bouvier des Flandres
braucht unbedingt ausreichend Bewegung und Beschäftigung.
Er ist zwar als Familienhund geeignet, nicht aber für
kleine Stadtwohnungen. Ein eingezäuntes Gelände
oder Garten geben ihm den nötigen Bewegungsspielraum.
Er mag das Leben im Freien. Kalt wird ihm nicht, weil
er an extreme Witterungsverhältnisse gewöhnt
ist.
Der schlaue Vierbeiner hat keinen Jagdtrieb, läuft
aber für sein Leben gerne. Deshalb eignen sich
für diese Rasse Hundesport oder eine zünftige
Joggingtour mit Frauchen oder Herrchen im Schlepptau.
Denn aufgepasst - ist man mit dem Bouvier des Flandres
unterwegs, sollten entsprechende menschliche Kraftreserven
vorhanden sein, da er eine enorme Zugkraft an den Tag
legen kann.
© 2011ChKrb
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