| Der
erste Tierarztbesuch
Manche Hunde betreten die Tierarztpraxis nur zitternd
und mit eingeklemmter Rute. Im Behandlungszimmer angekommen,
findet der Stress nicht selten Ausdruck in Angstaggression
- gegenüber dem Praxispersonal und manchmal auch
gegenüber dem Halter.
Vereinbaren Sie schon vor dem Abholtag einen Termin
bei Ihrem Tierarzt. So kann der erste Besuch in der
Praxis für eine gründliche, allgemeine Untersuchung
in Ruhe stattfinden.Der erste Termin sollte möglichst
nicht die Impfung sein.
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Die
Wahl Ihres Tierarztes
- Ihr Vertrauensverhältnis zu Ihrem Tierarzt
- die Nähe zu Ihrer Wohnung
- Sauberkeit und Allgemeinzustand der Praxis
- das Interesse des Tierarztes an Ihrem Hund
- die Ausstattung der Praxis für Notfälle
oder Operationen
- Erreichbarkeit in Notfällen
Angstverhalten beim Tierarzt kann am wirkungsvollsten
vorgebeugt werden, wenn bereits Welpen und Jungtiere
behutsam auf den Praxisbesuch vorbereitet werden. |
Gestalten
Sie den ersten Tierarztbesuch stressfrei- Tierarztsituationen
können Sie üben.
Eine
Mischung aus Gerüchen von anderen Hunden, Katzen,
Meerschweinchen, Vögeln, aufgeregten Menschen,
Desinfektionsmitteln und Medikamenten stürmt auf
die Hunde-Nase ein.
Dazu die verschiedenen Geräusche, die aus Käfigen
und Transportkörben, aber auch aus Nebenräumen
zu hören sind.
Bei so viel Aufregung
ist es besser, wenn der Welpe seine
Blase vorher schon einmal entleert hat. Jede Tierarztpraxis
kann Ihnen schon am Telefon sagen, wo der Löseplatz
ist. Dorthin gehen Sie mit Ihrem Hund vor dem Praxisbesuch
und lassen ihn schnüffeln und sein Geschäft
erledigen. Dann können Sie in Ruhe ins Wartezimmer
gehen.
Eine Ausnahme ist es,
wenn Sie sich Sorgen um den Zustand Ihres Kleinen machen,
er Fieber, Durchfall hat oder sich lustlos zeigt. In
diesem Fall lassen Sie Ihren Welpen im Auto, bis Sie
ihn auf den Arm nehmen und direkt bis ins Behandlungszimmer
tragen können.
Die beste Methode ist
es Ihren Welpen an den Tierarztbesuch
behutsam und allmählich zu gewöhnen. So sollte
der erste Termin möglichst nicht die Impfung sein,
sondern man stellt den Welpen zunächst in der Praxis
vor, um Untersuchungen ohne Schmerz durchführen
zu lassen. Zudem können sofort beim Betreten des
Wartebereichs und des Behandlungsraumes besonders begehrte
Leckerlis gegeben werden. So wird der erste Tierarztbesuch
zum positiven Erlebnis.
Des Weiteren sollten bereits frühzeitig zu Hause
Manipulationen (überall anfassen lassen, Öffnen
des Fangs, Hochheben auf den Tisch, in die Ohren schauen)
am Welpen behutsam geübt werden. Lässt sich
Ihr Welpe dieses ohne Angst gefallen, sollte er dafür
belohnt werden. So lernt er, dass ein Tisch und bestimmte
Berührungen auch beim Tierarzt keine Ängste
hervorrufen müssen.
Beim Tierarzt:Sie
sollten weder Ihren Welpen trösten, noch selbst
ängstlich-aufgeregtes Verhalten zeigen. Negative
Emotionen übertragen sich auf Ihren Welpen und
verstärken das Angstverhalten. Vielmehr sollten
Sie ein entspanntes Vorbild sein.
Hat
sich bei erwachsenen Hunden die Angst vor dem Tierarzt
bereits etabliert, können zur Beruhigung "Beruhigende"
Mittel in Absprache mit dem Tierarzt angewendet werden.
Einige Tierärzte verwenden in ihrer Praxis so
genannte Pheromone. Diese synthetisch hergestellten
Duftstoffe können bei Hunden und Katzen eine beruhigende
Wirkung auslösen, insbesondere, wenn sie zwischen
den einzelnen Patienten eingesetzt werden, um die Angstgerüche
des Vorgängers zu beseitigen.
Damit Katzen ihre Transportbox
nicht automatisch mit einem Tierarztbesuch verknüpfen,
empfiehlt es sich, diese hin und wieder im Wohnraum
aufzustellen. Ausgepolstert mit einer Decke und bestückt
mit einem Leckerbissen, wird die Katze gerne hineingehen
und sie nicht als Bedrohung empfinden. Nun kann die
Klappe zeitweise geschlossen werden und durch das Gitter
können Belohnungshäppchen gereicht werden.
Im nächsten Schritt kann die Katze regelmäßig
ein paar Schritte getragen werden, so dass sie sich
an das Schaukeln gewöhnt.
Hausbesuch des Tierarztes?
In machen Fällen kann es sinnvoll sein, den Tierarzt
nach Hause kommen zu lassen, wenn Ihr Hund bereits geschwächt
ist und Sie ihn nicht zusätzlich mit dem Transport
belasten möchten. Inzwischen gibt es Tierärzte,
die sich auf Hausbesuche spezialisiert haben.
Niedergelassene Tierärzte leisten nur im Not-
oder Ausnahmefall einen Hausbesuch. Die so genannten
"Tierärzte auf Rädern" haben sich
auf Hausbesuche spezialisiert und bieten im mobilen
Einsatz fast dieselben Behandlungsmöglichkeiten
an wie die niedergelassenen Ärzte.
Ein Hausbesuch vom Tierarzt ist eine überlegenswerte
Option: kein Wartezimmer, kein Transport, kein Urlaub
nehmen für den Tierarztbesuch. Zu bedenken ist
, dass hierfür Anfahrtskosten anfallen, die jedoch
in der Regel niedriger sind als die Fahrt zur Praxis
mit dem Taxi.
©RK |