| In den letzten Jahren ist die Beliebtheit
von kurzköpfigen Hunderassen wie Mops, französische
und englische Bulldoggen, Malteser, Shitzu, Pekinesen
oder der Boxer wieder merklich gestiegen.Es handelt
sich in der Regel um kleinere, sehr nette und umgängliche
Hunde mit Stupsnasen und freundlichem Wesen.
Auch
die Zahl der Hunde, die an schweren Atemnotsyndromen
leiden ist gestiegen.
Die Nase ist nicht nur Riechorgan, sondern mit dem Maul
des Hundes vor allen Dingen Atmungsorgan, welches die
Lunge, das Herz und somit den Körperkreislauf mit
Sauerstoff versorgt.
Kurzköpfige Hunde sind prädisponiert für
Probleme der oberen Atemwege. Diese werden unter dem
Begriff brachyzephales Syndrom zusammengefasst. Als
charakteristische Befunde gelten verengte Nasenlöcher
und Nasenhöhlen, ein verlängertes und verdicktes
Gaumensegel sowie Veränderungen am Kehlkopf.
Diese Veränderungen können einzeln oder in
Kombination auftreten und beeinträchtigen die Atmungsfunktion,
was zu unterschiedlich lauter, schnarchender Atmung
und in schweren Fällen zu hochgradiger Atemnot,
Blaufärbung der Schleimhäute (Zyanose) und
zum Kollaps führen kann.Offenbar hat die Schädelformation
auf die Atmungsfähigkeit einen wesentlichen Einfluss.
Info Brachycephalie:
Kurzköpfigkeit bzw. Rundköpfigkeit
bei Lebewesen, was zu einem Bündel von gesundheitlichen
Problemen führt. Bei den Haustieren sind insbesondere
Hunde, teilweise auch Katzen betroffen.
Hunde atmen primär
durch die Nase.
Der Hund beginnt mit offener Schnauze zu atmen, wenn
es sehr heiß ist, wenn der Hund viel gelaufen
ist oder an einer Krankheit im Nasen-Rachen-Raum leidet.
Fast alle Atemwegsstörungen können das Atemmuster
des Hundes ändern. Ungewöhnliche Atmung ist
oft das erste Anzeichen eines Atemwegsproblems und kann
wichtige diagnostische Hinweise geben.
Die Atmung unserer Hunde
Der Hund atmet in Ruhe mit geschlossenem Fang durch
die Nase.
Die Atemzüge werden durch die Bewegung der Rippen
erkannt und hinter der letzten Rippe gezählt.
- Atemfrequenz bei kleinen Hunden und Welpen:
ca. 30-50 Atemzuge pro Minute.
- Atemfrequenz bei großen Hunden:
ca. 20-30 Atemzuge pro Minute.
Die Atemfrequenz kann durch Hecheln auf ca.300 Atemzüge
pro Minute gesteigert werden.
Die Atemfrequenz von Hunden sinkt ein wenig während
des Schlafs.Bei Fieber, Angst, psychischer Erregung,
Herzinsuffizienz und Anämie beschleunigt sich die
Atmung.Eine krankhaft erschwerte Atmung ist eine Dyspnoe
- die Atemnot.
Herzschlag und Atemfrequenz
werden bei Bewegung und Aufregung erhöht.
Ist
der Hund in Ruhestellung, sollten sich die Werte innerhalb
von 10 Minuten wieder im Normbereich befinden.Hecheln
gilt nicht zur Bestimmung der Atemfrequenz.Hecheln ist
eine vermehrte Atmung mit offenem Fang.
Durch das Hecheln kann der Hund Wasser verdunsten und
damit seine innere Körpertemperatur regulieren.Die
Wasserverdunstung kann Werte bis zu 200 ml pro Stunde
erreichen.Hecheln kommt vor bei - Hitze, Anstrengung,
freudige Erregung, Überhitzung, Fieber, innerlicher
Unruhe, Schmerz.
Die Regulierung der inneren Körpertemperatur ist
begrenzt.Ein Hund kann nur eine Außentemperatur
von 27 ° C mit Hecheln ausgleichen.
Große Hund atmen langsamer - kleine Hunde und
Welpen atmen schneller.Die Atemfrequenz ist auch abhängig
vom Lebensalter.Es empfiehlt sich, regelmäßig
die Vitalfunktionen des Hundes nach sportlicher Betätigung
und im Ruhezustand zu überprüfen. Dadurch
erhält man Vergleichswerte für eventuelle
Notfälle.
Es ist wichtig, eine
Atemnot (Dyspnoe) zu erkennen.
Atemnot ist nicht gleich Hecheln. Beim Hecheln kommt
es zu einer schnellen, oberflächlichen Atmung,
welche vorallem beim Hund zur Kühlung des Körpers
dient. Dabei wird die Lunge selber gar nicht stark belüftet,
sondern nur die Luft innerhalb der Atemwege ausgetauscht.
Die Zungefarbe bleibt dabei rosarot. Im Gegenteil dazu
ist die Atmung bei einer Dyspnoe stark angestrengt und
der Hund nimmt dabei eine ungewöhnliche Körperhaltung
ein (z. B. steht die ganze Zeit, streckt den Kopf nach
vorne oder nach oben). Die Zungenfarbe kann von blass-rosa,
bis in schlimmen Fällen, blau varieren. Häufig
entstehen dabei laute Atemgeräusche, wie Pfeiffen,
Stöhnen oder ein feuchtes Röcheln. Atemnot
ist ein absoluter Notfall.
Atmungsorgan des Hundes
Der
meiste Raum wird beim Hund von den Lungen eingenommen.
Der Atmungsapparat des Hundes besteht aus Kehlkopf (Larynx),
Luftröhre (Trachea), Bronchien (Luftröhrenast)
und Lunge (Pulmo).
Der Kehlkopf (Larynx) hat einen Verschlussmechanismus.
Hier kreuzen Luft- und Speiseröhre. Hierdurch wird
das "Luftschlucken" bei der Nahrungsaufnahme
verhindert.
Die Luftröhre (Trachea) liegt am Hals unter der
Halswirbelsäule. Sie tritt durch den Brusteingang
und teilt sich über dem Herzen in die beiden Stammbronchien.
Bei der Atmung des Hundes wird sauerstoffreiche Luft
durch die oberen Atemwege über die Luftröhre
in die Lungen geleitet. Hier findet der Gasaustausch
statt. Die roten Blutkörperchen geben CO²
ab und nehmen O² auf. Beim Ausatmen wird das CO²
an die Umgebung abgegeben und neues O² aufgenommen.
Schon gewusst? Schnarchender
Hund stört Nachbarschaft
Schnarchen ist nicht nur menschlich. Auch Tiere können
erheblichen Lärm beim Schnarchen verursachen.
Ein rumänischer Hund schnarchte sogar so laut,
dass dessen Besitzer von den Nachbarn verklagt wurde.
Die Bewohner eines Hauses in der mittelrumänischen
Stadt Cluj gingen vor Gericht, weil sie wegen des Schnarchens
des Hundes Sumo nicht schlafen konnten. Der Vierbeiner
machte so laute Geräusche im Schlaf, dass sogar
Alarmanlagen in den Nachbarwohnungen ansprangen.
/rk
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