| Daß
Hunde fröhlich oder eifersüchtig sein können,
wissen alle Hundehalter, und auch, daß Hunde Träumen
können.
Auch jeder "Nichtfachmann" kennt die grenzenlose
Liebe seines Tieres, sein Gespür für Veränderungen,
Störungen und seine Treue.
Eifersucht
ist eine quälende Gefühlsmischung, die sich
z.B. durch Minderwertigkeitskomplexe, Mißgunst,
Angst, Wut, Rachegelüste und Aggressivität
bemerkbar macht. Meist haben Eifersüchtige diese
Gefühle immer gleichzeitig begleitet von Antriebs-
und Freudlosigkeit. Und gerade deswegen ist die Eifersucht
für die meisten so schwer auszuhalten, es kann
manchen Betroffenen das Leben regelrecht zur Hölle
machen. Das Ergebnis einer Umfrage der Gesellschaft
für Rationelle Psychologie zeigt, dass etwa 80%
aller Frauen und Männer zur Eifersucht neigen.
28% der Frauen und 32% der Männer sagen von sich
selbst, dass sie „extrem eifersüchtig"
sind. Eifersucht variiert zwischen den Kulturen, ist
jedoch unvermeidlich, da Liebe überall erwünscht,
jedoch eine begrenzte „Ware“ ist.
Mein Herrchen gehört
mir !
"Was ist bloß mit Tara los? Die sonst so
friedfertige Schäferhündin bellt aufgeregt
und drängt sich jedes Mal dazwischen, wenn Kai
seine neue Freundin umarmt. Als sich das frisch verliebte
Pärchen das erste Mal in Kais Junggesellenbude
traf, fand es das "eifersüchtige" Verhalten
des Hundes noch niedlich. Nun aber nervt Tara nur noch,
stört die traute Zweisamkeit der Zweibeiner bei
jeder Gelegenheit und zerbeißt neuerdings sogar
die Schuhe des unwillkommenen Damenbesuchs."
Unsere Hunde können
genauso wie wir Menschen eifersüchtig sein.
Hunde sind eifersüchtig und drängeln sich
dazwischen, schämen sich und senken mit „Dackelblick“
den Kopf, sind verlegen oder fühlen sich –
mit eingekniffenem Schwanz – schuldig.Wollen Herrchen
oder Frauchen mit dem Partner alleine sein, übernimmt
der Hund einer Studie zufolge gerne die Rolle eines
so genannten Anstandswauwaus.Er stört das Paar
absichtlich in seiner Zweisamkeit, weil er sich nicht
genug beachtet fühlt.
Verfügen unsere
Mitgeschöpfe in der Tierwelt über eine elementare
Vorform der Eifersucht?
Jeffrey
M. Masson, Psychoanalytiker und Experte für tierische
Emotionen aus Berkeley, lässt daran keine Zweifel.
"Alle Tiere, die lebenslange Paarbindungen eingehen,
wie Wölfe und auch viele Vögel, sind sehr
anfällig für Eifersucht, wahrscheinlich weil
für sie besonders viel auf dem Spiel steht."
Nach seiner Darstellung haben Verhaltensforscher das
Gefühlsmuster auch bei Schimpansen, Orcawalen und
Elefanten aufgespürt. Bei bestimmten Spezies, etwa
bei Papageien, sei die Emotion besonders ausgeprägt.
"Katzen binden sich nicht dauerhaft, dennoch spielt
die Eifersucht eine Rolle in ihrem Gefühlsleben",
sagt Jeffrey M. Masson. Eine Studie, die von Psychologen
der University of Western Illinois durchgeführt
wurde, ergab, dass 79 Prozent der Katzenhalter Anzeichen
von Eifersucht bei ihren Tieren bemerkten.
Universität Berlin: " Tiere, die lebenslange
Partnerschaften eingehen, sind
eifersüchtig (Papageien, Schimpansen, Orcas,Elefanten)."
Hupka führte 1981
Untersuchungen an Katzen und Hunden durch
Hunde und Katzen sind nicht sexuell monogam und dürften
nicht eifersüchtig sein !
Hypothese 1:Wenn Eifersucht nicht kulturell erlernt
ist, müssten Katzen und Hunde eifersüchtig
sein.
Außerdem müsste es dann einen Zusammenhang
zwischen dem Ausmaß der Zuneigung, die Tier und
Besitzer für einander empfinden und der tierischen
Eifersucht geben.
Dazu wurden 58 Katzen- und 70 Hundebesitzern fünf
Fragen gestellt:
(1) Wie lange haben sie ihr Tier schon?
(2) Liebt ihr Tier sie sehr?
(3) Zeigt ihr Tier Anzeichen von Leid, wenn sie es verlassen?
(4) Haben sie an ihrem Tier schon mal Anzeichen von
Eifersucht beobachtet?
(5) Wenn es schon einmal Eifersucht gezeigt hat, geschieht
das öfter?
Die Antworten der Skalen 2, 3 und 5 mussten auf einer
7-stufigen Skala von
„definitiv nicht“ bis „ja sicher“
eingetragen werden.
Die vierte Frage war mit „ja“ oder „nein“
zu beantworten.
Ergebnisse:79%
der Katzenbesitzer und 95% der Hundebesitzer haben schon
Eifersucht an
ihren Tieren beobachtet, was die erste Hypothese bestätigt
hat.
Die zweite Hypothese wurde gestützt durch
positive Korrelationen zwischen häufiger Eifersucht
und der Liebe zum Besitzer sowie Anzeichen des Leids
bei Weggehen des Besitzers bei Katzen.
Hunde sind eher eifersüchtig, wenn sie den Besitzer
schon länger kennen, ihn mögen und "leiden",
wenn dieser das Haus verlässt.
Die Autoren ziehen den Schluss, dass Eifersucht nicht
einfach eine in monogamen Kulturen gelernte Emotion
ist, sondern vielmehr eine unvermeidliche und universelle
Emotion, die sogar bei Hunden und Katzen auftreten kann.(Redaktion:Fast
alle neueren Hypothesen zu dem Thema,sind von der "Studie
Hupka" abgeleitet.)
Die rechte Gehirnhälfte
gilt schon länger als Sitz der negativen Gefühle
- Eifersucht.
Bei
Primaten weist die rechte Gehirnhälfte ein Netzwerk
von Strukturen auf.Nach Angaben der Forscher ein neuronaler
Komplex, der die Wachsamkeit gegenüber sozialen
Bedrohungen vermittelt (Wohlgemerkt - Hunde sind keine
Primaten !) .
Einer der Gründe, warum Tiergefühle zunehmend
als seriöser Forschungsgegenstand gelten, liegt
an den Ergebnissen der Neurophysiologie.
Wer nicht besitzen will,
neigt auch nicht zur Eifersucht.
Hunde reagieren dann „eifersüchtig“,
wenn ihre Position in der Familie von einem anderen
Geschöpf , es kann ein anderer Hund, eine Katze
oder auch ein menschliches Baby sein , durch den Zuwachs
eines weiteren Familienmitglieds aufgelöst wird.
Einzeltiere, vor allem Katzen, werden in ihrer Position
herausgefordert und markieren dies durch von Menschen
sogenannte „plötzliche Unsauberkeit“,
wenn Zuwendungen wie Streicheleinheiten, Bevorzugung
durch Leckerchen, zeitliche oder inhaltliche Fresszuteilung
durch den Menschen mit einem anderen Lebewesen geteilt
werden müssen. Wenn ein zweiter Hund dazu kommt,
muss die Familienordnung neu ausgefochten werden.
Behindert die menschliche Chefposition diese elementaren
Auseinandersetzungen, oder greift er mit nicht biologischer
Werteordnung (der ist ja noch so klein, so jung, so
alt, so schwach, so krank, so „süss“)ein,
schwelen sie weiter und brechen eines Tages , für
den unerfahrenen Menschen , unerwartet aus. Eifersucht
ist konstruiert und entlädt sich nach einem "Stau"
meist umso heftiger.
Zur Eifersucht gehören immer mindestens zwei. Hunde,
die andere Lebewesen "in Beschlag nehmen",
neigen zur Eifersucht, weil die anderen sich in Beschlag
nehmen lassen.
Eifersucht setzt voraus, daß man
aus der Liebe einen Besitz machen will.
Robert Musil
/rk
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