Erste
Hilfe - Information von der Deutschen Tierrettung e.V.
Unter
dem deutschlandweiten Tiernotruf 01805- 5121 sind die
Tierärzte der Tierambulanzen rund um die Uhr für
medizinische Versorgungen erreichbar.
Diese Informationen können und dürfen keinesfalls
die Konsultation eines Tierrettungsdienstes, die Diagnose
durch einen Tierarzt und die Behandlung ersetzen.
Bei Notfällen
gilt:
• Immer Ruhe bewahren
• Niemals aus der Angst etwas nicht richtig
zu machen gar nicht helfen
Um überhaupt in Notfallsituationen helfen zu können
muss man den Normalzustand eines Hundes kennen:
• Körperinnentemperatur: 38-38,5°(bis
39,3°)
• Pulsfrequenz: 70 bis 160
• Schleimhäute: blaßrosa, feucht, glatt,
glänzend
Ein verletzter Hund hat unter Umständen große
Schmerzen und wird aus diesem Grund wahrscheinlich schnappen
oder beißen(auch den Halter). Um dies zu
verhindern kann man ein Schnauzenband dem Hund anlegen.
Findest Du eine bewusstlos
/ tot scheinendes Tier, beobachte zuerst den Brustkorb
auf Atembewegungen. Dann taste mit einer
Hand das Herz und hebe mit der anderen eine Leftze an.
Beurteile, was Du fühlst und siehst und prüfe
gegebenenfalls die kapillare Füllungszeit. So kannst
Du Dir in einer Minute einen Überblick über
den Zustand des Tieres verschaffen und ggf. helfende
Massnahmen einleiten.
>>Die
lebenserhaltenden Massnahmen sind wichtiger als die
Versorgung offensichtlicher Wunden.<<
Pulsader-Blutungen, das heißt Verletzungen an
großen Arterien, können innerhalb von wenigen
Minuten zum Tod führen. Deshalb ist Erste Hilfe
sofort notwendig. Es handelt sich um kräftige,
pulsierende und spritzende Blutungen, bei denen das
Blut im Takt mit dem Pulsschlag ausgespritzt wird.
Diese Blutungen werden mit einem festen, direkten Druck
auf die Wunde gestoppt.
Druckverband anlegen.Der Druckverband drückt diese
Gefäße zusammen und stoppt so die Blutung.Wenn
Sie kein Verbandspäckchen zur Hand haben, suchen
Sie ein anderes Druckpolster. Grundsätzlich können
Sie Gegenstände wie verpackte Tempotaschentücher
oder volle Zigarettenschachteln verwenden.Ist der Blutaustritt
durch die Größe oder Art der Wunde nicht
durch einen einfachen Druckverband zu stoppen, muss
entweder die verletzte Arterie sofort abgedrückt
oder abgebunden werden. Dies ist das letzte Mittel,
ein Verbluten bis zum Eintreffen des Tierrztes zu verhindern.
Ein Hund beatmen(Mit
Ausnahme einer hochgradigen Blutung!)
Beim Sterben setzt zuerst die Atmung, dann der Herzschlag
aus. Wenn wir Atembewegungen sehen, muss also das Herz
schlagen, auch wenn wir den Puls / Herzschlag nicht
finden.
Finden wir nur den Herzschlag und können keine
Atembewegung feststellen, muss der Hund beatmet werden.
Dazu zieht man die Zunge leicht vor und klemmt sie zwischen
die Schneidezähne. Das Maul wird mit Hilfe der
Lefzen luftdicht verschlossen und, je nach Grösse
des Hundes mit 1-2 Händen umfasst. Mit dem Mund
umfasst man die Nase beatmet den Hund. Dabei muss der
Kopf leicht nach vorne gestreckt werden, um die Atemwege
möglichst frei zu halten. Man sitzt dabei vor dem
Hund und kann so beim Beatmen die Brustwandbewegung
beobachten. Zusammen mit dem Beatmungsdruck gibt diese
Bewegung Auskunft über ein angemessenes Atemvolumen.
Die Atemfrequenz sollt, je nach Grösse des Tieres
zwischen 10-20 Atemzügen pro Minute liegen. Grössere
Tiere haben eine niedrigere Frequenz. Den Erfolg unserer
Bemühungen können wir schnell an der sich
vom lila-blau (cyanotisch) nach rosa verfärbenden
unpigmentierten Mundschleimhaut sehenZwischendrin sollten
wir, unter Beobachtung der Schleimhautfarbe, immer wieder
eine Pause machen, die Herzfunktion überprüfen
und beobachten, ob der Hund evtl. wieder selbständig
atmet.
Wesentlich schlechter sind unsere Chancen, wenn wir
bei unserem Patienten weder Atem- noch Herzbewegungen
finden können. Durch Druck auf die unpigmentierte
Mundschleimhaut können wir die Blutversorgung der
äußeren Körperregionen feststellen.
Bei dieser Probe leeren wir durch Druck auf die Schleimhaut
die feine Blutgefässe. Bei gutem Kreislaufzustand
füllen diese sich in weniger als einer Sekunde
(kapilläre Füllungszeit) wieder mit Blut und
der weisse Fleck wird rosa. Dauert es länger als
2 Sekunden, wissen wir, dass sich das Tier in einem
sehr schlechten Kreislaufzustand befindet und dringen
Hilfe braucht.
Herzmassage
Scheint ein Herzkreislaufstillstand gerade erst eingetreten
zu sein, können wir eine Reanimation durch Herzmassage
und Beatmung versuchen. Zur Herzmassage liegt der Hund
auf der rechten Seite. Die Vordergliedmasse wird etwas
gebeugt und nach hinten geschoben. Durch Druck auf den
Ellbogen kann nun Druck auf das Herz ausgeübt werden.
Der Druck sollte nicht mit roher Gewalt, aber kurz und
kräftig durchgeführt werden. Die Hand bleibt
dabei auf dem Hund liegen und wird nicht abgehoben.
Mit der linken, flachen Hand drücken wir auf den
Bauch, unterhalb der Wirbelsäule. Hier verläuft
die grosse hintere Hohlvene (V. cava caudalis), welche
Blut zum Herzen zurückführt. Der Druck auf
die Vene sollte immer abwechselnd zur Herzmassage stattfinden.
Anders als beim Menschen, gibt es keinen festen Rhythmus,
in welchem sich Herzmassage und Beatmung abwechseln
sollen. Man sollte aber immer 1-2 Atemzüge beatmen
und dann mit der Herzmassage beginnen, da sonst das
aus der Lunge transportierte Blut keinen Sauerstoff
transportieren kann.
Selbst mit Hilfe von Medikamenten und moderner Technik
ist die Prognose bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand
sehr schlecht, trotzdem sollte man nicht vergessen,
hin und wieder zu prüfen, ob das Herz selbst schlägt.
Magendrehung
Anzeichen: Umfangsvermehrter Bauch, wenig erfolgreicher
Versuch zu Erbrechen, zuerst Unruhe, später hochgradige
Schwäche, Apathie und Mattigkeit mit trommelförmig
aufgespanntem Bauch.
Erste-Hilfe-Maßnahmen: Sofort zu einem Tierarzt
Kontakt aufnehmen.
"Um in Notfallsituationen etwas Übung zu
haben, mache ich diese Übungen regelmäßig
mit meinen Hunden. Erstens habe ich im Notfall mehr
Routine und Sicherheit und zweitens ist der Hund an
diese Protzedur gewohnt und wird nicht zusätzlich
durch die ungewohnten Berührungen gestresst."
Tiernotruf
|