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Futter-Wahrheiten(hundezeitung.de)
Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist eines der
elementarsten Unterscheidungsmerkmale zwischen handelsüblichen
Futtersorten aus den Gross- und Lebensmittelmärkten
und den höherwertigen Futtersorten.
Ebenso ist die Art der Konservierung ein wichtiges
Qualitätsmerkmal. Hier mal wieder eine grundlegende
Übersicht, was auf der Verpackung drauf steht und
was drin ist oder nicht und was der Hund warum braucht.
Die Erklärungen
(Deklarationen) auf den Futter-Verpackungen:
Gesetzeslücken erlauben den
Herstellern zu werben: "wir fügen unserem
Futter kein Etoxiquin, BHT oder BHA bei". Doch
diese Konservierungsmittel sind bereits in den Ausgangsprodukten
der verschiedenen Futtersorten enthalten und müssen
daher nicht mehr deklariert werden.
Wissen wir, welche Hühnerfabriken,
die nicht ohne Pharmaka auskommen, auch Hochpreis-Hundefutter-Hersteller
beliefern, was wirklich im Industriefutter als Konservierungsmittel
drin steckt? Und in welchen Mengen? Warum muss "Sensitive",
"Leicht" oder "Light" angeboten
werden für Hunde, die immer allergischer, immer
empfindlicher auf Futter reagieren? Weil die anderen
diese Allergie gefördert haben?
Nichts ist auf dem Futtersektor
undurchsichtiger als die tatsächliche Qualität
der Ausgangsprodukte, der Grundstoffe, und die "Zutaten".
Nichts ist durchschaubarer als das äusserst niedrige
Qualitätsniveau der EU-Vorschriften.
Seit der zwangsläufigen
Anpassung an das EU-Futtermittelrecht werden
zum Beispiel beim Rohprotein nur Mindestgehalte vorgegeben.
Es kann also vorkommen, dass in der "Analyse"
19 Prozent steht, aber der wirkliche Gehalt 29 Prozent
beträgt. Rohprotein ist die Zusammenfassung aller
Aminosäuren (Eiweiss-Verbindungen).
Daraus kann der Laie aber nicht
ermessen, ob sie aus pflanzlicher oder tierischer
Quelle sind. Auch Klärschlamm oder Tiermehl können
als Träger fungieren. Soja ist billig für
die Hersteller, aber für Hunde oft schwer verdaulich.
Hochwertiges Futter kommt ohne Menadion (künstlich
synthetisiertes Vitamin K) aus.
Ein hoher Anteil an Rohfasern
(unverdauliche, pflanzliche Ballaststoffe) erhöht
die Kotmenge. Unter Rohasche sind meist alle Mineralien
gemeint. Dieser Anteil sollte nicht über sechs
Prozent liegen. Ein zu hoher Anteil belastet die Nieren.
Auch hier werden nach EU-Norm nur Höchstwerte aufgeführt.
"Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse":
Diese Deklaration reicht von Fleisch bis Tiermehl. Lammfleisch
zum Beispiel muss nur zu knapp die Hälfte reines
Fleisch sein.
Verunsicherung durch Täuschung:
Der Käufer wird verwirrt durch die Erklärungen
"Antioxidantien" und "Konservierungsstoffe".
Der deutsche Hersteller von "Allco" in einer
internen Mitteilung: "Sowohl Antioxidantien als
auch Konservierungsstoffe gehören zu den deklarationspflichtigen
Zusatzstoffen, die in Anlage 3 der Futtermittelverordnung
aufgeführt sind."
Beide Zusatzstoff-Gruppen haben
unterschiedliche Wirkungen. Antioxidantien sind
Substanzen (Ethoxiquin, BHT, BHA, Ascorbinsäure
wie Vitamin C und Tocopherole wie Vitamin E), die chemische
Radikale binden und dadurch den oxidativen Verderb von
Futter verzögern. Konservierungsstoffe hingegen
greifen in den Stoffwechsel von Mikroorganismen (Bakterien,
Pilze) ein oder verzögern den mikrobiellen Verderb
durch ph-Wert-Absenkung mit organischen Säuren
(Ameisen-, Propion- oder Essigsäure).
Beide Stoffgruppen verlängern
die Haltbarkeit des Futters. Der oxidative Verderb
von Trockenfutter muss aber bei den heute üblichen
Fettgehalten und Mindesthaltbarkeitsfristen durch Antioxidantien
von allen Herstellern verringert werden.
In der Zusammensetzung sollte der Hersteller alle Zutaten
genau auflisten. Also nicht nur einfach Fleisch und
Getreide, sondern die Art des Fleisches (Hühnerfleisch
oder Lammfleisch), sowie Art und Sorte des Getreides,
das verwendet wird.
"Fleisch"
Es kann Fleisch verwendet werden kann, das von ungeklärter
Herkunft ist (Abdeckerei oder Schlachtabfälle).
Daher sollte die Art des Fleisches angegeben werden,
um sicher gehen zu können, welches Fleisch als
Proteinquelle verwendet wird. Ein guter Hersteller wird
Art und Herkunft des Fleisches angeben und sich nicht
hinter dem Sammelbegriff "Fleisch" verstecken.
Von zweifelhafter Herkunft sind die so genannten "tierischen
Nebenerzeugnisse". Laut europäischem Futtermittelrecht
dürfen Kadaver, Hufe, Innereien, Urin etc. unter
diesem Begriff in das Futter gemischt werden. Ein Hersteller,
der diese minderwertigen Zutaten vermeidet, erklärt
deshalb genau, welche Zutaten in dem Futter sind. Warum
also sollte ein Hersteller dies deklarieren, wenn angeblich
hochwertiges Fleisch in seinem Futter ist?
Da auch hochwertige und wichtige Innereien zu den "tierischen
Nebenerzeugnisse" gehören, ist es ratsam auf
einen Hersteller zu vertrauen, welcher Art und Herkunft
seiner Zutaten genau auflistet.
Steht auf einer Futtersorte etwa "Lamm min. 4%",
darf sich dieses Futter "Lammfleischfutter"
nennen, auch wenn die restlichen 96 Prozent vom Schwein
oder Rind kommen. Auch die Qualität und Herkunft
der "4 % Lamm" ist nicht eindeutig geklärt,
da es alles mögliche vom Lamm sein kann. Diese
"4 %" entscheiden über die Sorte des
Futters, obwohl der überwiegende Teil undefinierbarer
Herkunft ist.
Das Ergebnis dieser laschen Rechtsprechung sind wechselnde
Rezepturen und eine wechselnde Akzeptanz beim Tier,
letztlich Unsicherheit beim Verbraucher und beim Käufer.
"Getreide"
Getreide sollte in geringer Form im Futter sein, da
Hunde und Katzen Beutefresser sind. Leere Füllstoffe
wie Erdnussschalen, Reisstärke, Sojamehl, Weizengrane
oder Abfallprodukte aus der Bierbrauerei haben in einem
guten Futter nichts verloren. Sie geben dem Tier nur
ein Gefühl der Sättigung, werden aber zu einem
geringen Teil verdaut und finden als "grosser Haufen"
ihr Ende.
Die Verwendbarkeit dieser Zutaten ist also schlecht.
Hinter dem Begriff "pflanzliche Nebenerzeugnisse"
verstecken sich solche Zutaten.
"Konservierung"
Durch einige kritische Verbraucher kamen die grossen
Hersteller dazu, BHA und BHT hinter dem Begriff "EWG-Zusatzstoffe"
zu verstecken. BHA (E320) und BHT (E321) sind künstliche
Antioxidantien, die Krebs verursachen und allergische
Reaktionen hervorrufen können.
Diese künstlichen Konservierungsstoffe dürften
nicht verwendet werden, da sie im Humanbereich nicht
bei Allergieproblemen und Migränepatienten eingesetzt
werden sollen.
Weitaus bessere Konservierung wird durch die Vitamine
E und C erzielt, sowie mit diversen Ölen und Kräuterextrakten.
Der Zusatz "ohne künstliche Konservierungsstoffe"
ist aber kein Freibrief für diese Futtermarken.
Es kommt darauf an, welches Antioxidiant verwendet wurde.
Antioxidanten verhindern die Ranzigkeit des Fettes.
Hochwertige Fette benötigen wenige bis gar keine
Konservierungsstoffe.
Protein
"Baustein des Lebens". Für die Bildung
von Muskeln, Knochen, Haut, Fett, Blut und Gewebe verantwortlich.
Proteine setzen sich aus Aminosäuren zusammen und
werden in tierische und pflanzliche Proteine (essentielle
und nichtessentielle Aminosäuren) unterteilt. Angaben
sind in verdaulichem Rohprotein gemacht. Einige Hersteller
haben begriffen, dass die früher hohen Rohprotein-Werte
von weit über 25 Prozent zurückgefahren werden
müssen.
Fette
Wichtige Energielieferanten. Ungesättigte Fettsäuren
können teilweise nicht selbst gebildet werden und
müssen aufgenommen werden. Fette spielen eine Rolle
bei der Akzeptanz der Tiernahrung. Gute Futter verzichten
dank hochwertiger Fette auf künstliche Duftstoffe
und Lockstoffzusätze.
Kohlehydrate
Kohlehydrate sind die zweitwichtigsten Energiespender.
Für eine ausgewogene Ernährung müssen
Kohlehydrate mit den Proteinen in der richtigen Relation
stehen - das ist aber individuell für jedes Lebewesen.
Stärke und Zucker sind für Schnellkraft verantwortlich.
Zu den gut verdaulichen Kohlehydraten zählen aufgeschlossener
Mais, gekochter Reis (aber nicht billiger!) und aufgeschlossener
Weizen.
Rohfaser
Diese Ballaststoffe müssen ausgewogen für
eine gute Verdauungsarbeit die Regulierung des (Futterdurchfluss)
im Dickdarm sorgen.
Vitamine
Organische Nährstoffe, in kleinen ausreichenden
Mengen lebensnotwendig, müssen zugeführt werden:
Fettlösliche (A, D, E und K) und wasserlösliche
(B-Komplex, Vitamin C, Folsäure, Calcimpantothenat
und andere) sind für den Stoffwechsel verantwortlich.
Wasserlösliche (nicht jedoch Vitamin B12) werden
nur wenig vom Körper gespeichert, erfordern stete
Zufuhr über die Nahrung. Gefahr: Bei fettlöslichen
Vitaminen kann überdosiert werden.
Mineralstoffe
Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlor
sind wichtig für einen funktionierenden Stoffwechsel.
Wasser
Unentbehrlich für das Lockern der Nahrung im Verdauungstrakt,
den Transport der Nährstoffe zu den Geweben, den
Zellstoffwechsel und die Ausscheidung. Und für
die Regulierung der Körpertemperatur.
Ein Hund vermag bis zu drei Wochen auf Nahrung verzichten,
aber bereits ein Wassermangel von mehr als zehn Prozent
kann tödlich sein.
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