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Die Domestikation von Haustieren erfolgte im Zusammenhang mit der Sesshaftwerdung des Menschen und war geprägt durch den Nützlichkeitsgedanken.

Nach der Domestikation hatten Tiere in verschiedenen Kulturen unterschiedlichen Stellenwert, der von magisch-kultischen Rollen einerseits bis zur Reduktion auf Nahrungsmittelquelle andererseits reichte.

Seit der umfassenden DNA-Analyse eines Forscherteams aus Los Angeles, am 13. Juni 1997 in "Science" veröffentlicht, herrscht Klarheit: der Wolf ist der Vater aller Hunde.
Untersucht wurden Gewebeproben von 162 Grauwölfen aus verschiedenen Erdteilen, von 140 Haushunden aus 67 Arten ("Rassen") - auch Proben von Kojoten und Schakalen, weil sich alle Caniden untereinander verpaaren können. Die Analyse ergab, dass der Hund vom Grauwolf abstammt und von keinem anderen Caniden.
Untersuchungen der Mitochondrien-DNA von Wölfen und Hunden in den USA belegen dies, da die genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen Wolfpopulationen durchschnittlich 0,16 % und zwischen Hund und Wolf (Grauwolf) lediglich 0,2 % betrugen.

Unter den Tieren ist der Wolf eine Ausnahmeerscheinung.
Abgesehen vom Menschen hat kein Säugetier eine größere natürliche Verbreitung. Von der hohen Tundra im Norden bis in den Regenwald des Südens, im Hochgebirge wie in der Steppe, in den letzten Wildnisregionen unserer Erde wie auch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Menschen überall kommt er zurecht, als Großwildjäger oder Müllverwerter, als Einzelgänger ebenso gut wie im großen Rudel. Seine Anpassungsfähigkeit steht nur der des Menschen nach, hinsichtlich seiner innerartlichen Variation übertrifft er diesen sogar. Es gib rein weiße und völlig schwarze Wölfe, rotbraune und eben auch die grauen bei uns. Es gibt Wölfe, die ausgewachsen keine 20 kg wiegen und andere, weiter nördlich, die viermal so schwer sind.

Hunde entstanden im Oligozän Nordamerikas.
Nach Matthew und Colbert lassen sich die Canidae auf Miacis zurückführen, einem "kleinen, schleichkatzenähnlichen fleischfressenden Säugetier", das zwischen Eozän und Oligozän (vor ca. 40 Mio. Jahren) lebte.Es waren damals fuchsähnliche kleine Tiere, die noch ihre Krallen einziehen konnten.Jede einzelne Haustierart ist jeweils auf eine wilde Stammart zurückzuführen. Die wilde Stammart unseres Hundes ist der Wolf. Erst seit etwa einem Jahrhundert betreibt der Mensch in unseren Breiten bei der Zucht eine intensive künstliche Auswahl. Ursprünglich zähmte der Mensch junge Wölfe.

Lexikon Das Oligozän ist eine erdgeschichtliche Epoche innerhalb der Periode des Paläogens, früher des Tertiärs. Der Beginn des Oligozäns liegt 33,9 Millionen Jahre zurück, das Ende wurde auf vor 23,03 Millionen Jahren festgelegt.

Erbgutanalyse
Durch eine Erbgutanalyse von Hund und Wolf sind schwedische und amerikanische Evolutionsbiologen zur Überzeugung gelangt, dass der Ur-Hund zwar tatsächlich vom Wolf abstammt, doch schon vor rund 135.000 Jahren geboren worden ist, womit er rund zehnmal älter wäre, als bislang angenommen.

Domestikation
Eine interessante Idee vertritt Gregory Acland, Veterinär an der Cornell University in Ithaca, USA. Er meint, dass nicht der Mensch auf den Hund kam, sondern umgekehrt. Schenkt man ihm Glauben, verfügte der damalige Mensch noch gar nicht über die intellektuellen Fähigkeiten, den Hund zu domestizieren, da er selbst „noch nicht vollständig domestiziert“ war. Der frühe Hund fand in der Nähe des Homo sapiens eine ökologische Nische und „verhaustierte“ sich so selbst.

Nach einer anderen und von Dr. Roos, dem wissenschaftlichen Leiter der Haustierbiologischen Station Wolfswinkel, vertretenen Theorie schloss sich der Wolf keinesfalls freiwillig dem Menschen an, da er sich selbständig wahrscheinlich viel besser hätte ernähren können. Dr. Roos nimmt an, dass die frühen Menschen manches Mal selber hungerten und ihre Fleischabfälle kaum zur Ernährung der Wölfe ausreichten.

Im Verlauf der Mensch-Hund-Beziehung haben sich, regional und nach den Umwelt und Lebensbedingungen, unterschiedliche Hunderassen herausgebildet. Die Spannweite der Körpergrößen ist so groß wie bei keinem anderen Landwirbeltier. Der Mensch hat es verstanden, den Hund für unterschiedliche Aufgaben durch Züchtung und entsprechende Hundeerziehung zu nutzen.

Hunde und Wölfe
Bisher ging man davon aus, dass die Verhaltensunterschiede zwischen Wolf und Hund zu groß seien, als dass es in der freien Natur zu Mischpaarungen kommen könne. Ein zusätzliches Hemmnis ergibt sich aus den Fruchtbarkeitszyklen: Wolfe sind nur einmal im Jahr fruchtbar.

Trotzdem kam es beispielsweise 2004 bei nach Deutschland eingewanderten Wölfen (vermutlich mangels Wolfsrüden) zu einer Verpaarung mit einem Hund, wobei 6 Mischlinge geboren wurden.

Begriffe wie Rassehund oder Hunderassen sind "Erfindungen" des 19. Jahrhunderts.
Bis dahin wurden Hunde rein nach ihrem Gebrauchswert benannt - Jagdhunde, Hütehunde, Hirtenhunde oder Wachhunde.Erst Ende des 19. Jahrhunderts begannen Züchter und Liebhaber, aber auch Geschäftsleute die Rassehundezucht zu organisieren.War das 19. Jahrhundert das Jahrhundert der "Rassenentdeckungen", so kann das 20. Jahrhundert als das Jahrhundert der Spezialisierung unserer Rassehunde bezeichnet werden.

Satire
Am 1. Tag erschuf Gott den Menschen.
Am 2. Tag erschuf Gott den Hund, um dem Menschen zu dienen.
Am 3. Tag wurden alle anderen Tiere erschaffen, um als Futter für den Hund zu dienen.
Am 4. Tag wurde der Arbeitsplatz für den Menschen erschaffen,
           damit er Geld verdienen kann, um für den Hund zu sorgen.
Am 5. Tag wurde der Tennisball erschaffen, damit der Hund ihn apportiert - oder auch nicht.
Am 6. Tag wurde die Veterinär-Medizin erschaffen, um den Hund gesund und
           den Menschen arm zu machen.
Am 7. Tag wollte Gott sich eigentlich ausruhen, aber er mußte mit seinem Hund Gassi ...

/rk

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