|
In Deutschland gibt es
entgegen der Einschätzung vieler Menschen relativ
wenige Hunde.
Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern
ist die sogenannte Hundedichte in Deutschland relativ
gering: nur in 8,9% der Haushalte wird ein Hund gehalten.
In Frankreich sind es dagegen 38% der Haushalte.
Hunde genießen
in Deutschland ungebrochene Sympathie.
70%
der Nichthalter mögen Hunde gern oder sogar sehr
gern – nur 6% der Befragten gaben an, Hunde gar
nicht zu mögen. Bei den Eigenschaften, die beide
befragten Personengruppen den Vierbeinern zuordnen,
ist das kaum erstaunlich: 99% der Hundehalter und 97%
der Nicht- Halter gaben an, dass Hunde eine wichtige
Funktion in unserer Gesellschaft haben, etwa als Polizei-,
Rettungs- oder Blindenhunde. Fast alle Befragten (97%/88%)
messen Hunden darüber hinaus eine wichtige soziale
Bedeutung zu (können trösten, helfen bei Vereinsamung)
und halten die Tiere nicht von Natur aus für aggressiv
(92%/81%).
Kritische Aspekte sind vor allem ihre fehlende Einsicht
in Sachen Hundekot (89%) und mangelnde Rücksicht
gegenüber Menschen, die sich vor Hunden fürchten
(83%), wobei Hundehalter aus Sicht ihrer Mitmenschen
selbst ein hohes Maß an Toleranz erwarten (76%).
Nach Schätzungen
finden in Deutschland jährlich ca.
500.000 Hundewelpen einen neuen Besitzer. Davon werden
ca. 400.000 Welpen in Deutschland gezüchtet ca.
100.000 Welpen werden importiert.
Man kann davon ausgehen, dass von den ca. 400.000 in
Deutschland gezüchteten Welpen ca. 265.000 Rassehunde
und ca. 135.000 Mischlingswelpen sind. Bei den 100.000
importierten Welpen sind etwa 80.000 Rassehunde und
ca. 20.000 Mischlinge.
Repräsentative Zahlen,die
exakte Hochrechnungen zulassen:
9.638.000
Menschen leben in Deutschland, die (mindestens) einen
Hund im Haushalt haben. Bei 5.783.000 ist es ein Rassehund,
bei 3.855.000 ein anderer Hund. In 8,9% der Haushalte
gibt es einen oder mehrere Hunde. 15% der Bevölkerung
ab 14 Jahren lebt mit einem Hund.
Unter den Rassehunden am verbreitetsten sind der Deutsche
Schäferhund (1.049.000 Menschen haben einen Hund
dieser Rasse im Haushalt), der Teckel (842.000), die
Terrier-Rassen (747.000) sowie die Retriever-Rassen
(656.000). Etwas seltener findet man Kleinhunde-Rassen
(475.000), Hüte- und Hirtenhunde-Rassen (430.000)
und Pudel (315.000).
Die Analyse nach Sinus-Milieus zeigt nun, dass sich
die Hunderassen keineswegs gleichmäßig über
die Gesellschaft verteilen. Vielmehr gibt es deutliche
milieuspezifische Schwerpunkte in der Rassenpräferenz.
So ist etwa die Wahrscheinlichkeit, einen Schäferhund
im Haushalt anzutreffen, am größten in den
traditionellen Milieus. Einen Teckel findet man überdurchschnittlich
oft in den Milieus der Mitte, Kleinhunde und Terrier
in den jungen Milieus. Deutsche Jagdhunde werden im
gehobenen etablierten Segment bevorzugt.
Der gefundene Zusammenhang zwischen Milieu und Rassenpräferenz
beweist also: Die Vorliebe für bestimmte Hunderassen
ist abhängig von der Grundorientierung, der Weltsicht
und dem Lebensstil ihrer Besitzer eben vom Milieu.
Unter ökonomischen
Gesichtspunkten kommt der Hundehaltung in Deutschland
eine besondere Bedeutung zu. Laut einer
Studie der Universität Göttingen aus dem Jahre
2006 bewirkt die Hundehaltung einen jährlichen
Umsatz von ca. 5 Mrd. Euro. Etwa 100.000 Arbeitsplätze
sind zudem mit der Hundehaltung verbunden. Durch Hunde
werden aber nicht nur Einnahmen erzielt, sondern auch
Kosten reduziert: Hunde haben eine große soziale
Komponente. Sie sind nicht nur wichtige Sozialpartner,
sie erleichtern und fördern oftmals auch den Kontakt
der Menschen untereinander. In jüngerer Zeit werden
auch vermehrt Therapiehunde eingesetzt. Dabei wirkt
der Hund durch seinen Anblick, den Körperkontakt,
die Kommunikation und die Interaktion fördernd
auf den Menschen. Ein Therapiehund wird dabei gezielt
in einer herkömmlichen Behandlung wie unter anderem
Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie
oder Heilpädagogik eingesetzt. Diese sozialen und
therapeutischen Aspekte der Hundehaltung verbessern
die Gesundheit des Menschen und reduzieren die gesamtwirtschaftlichen
Gesundheitskosten um ca. 0,875 Prozent (d.h. um mehr
als 2 Mrd. Euro).
Ein Manager ohne Statistik ist wie ein
Schiffbrüchiger in der Weite des Ozeans. Ein Manager
mit Statistik ist wie ein Adler hoch über den Wolken.Doch
leider versperren die Wolken oft den klaren Blick, und
die Luft dort oben ist sehr dünn.
Daniel Goeudevert
/VDH/rk
|