| Wenn
die Angst vor Hunden zur Plage wird...
Viele Menschen haben Angst vor Hunde.
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Eine Phobie,
auch phobische Störung, ist eine krankhafte
Angst, das heißt eine unbegründete, anhaltende
Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten
oder Personen (der phobische Stimulus). Sie äußert
sich im übermäßigen, unangemessenen
Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden. Der Begriff
Phobie wird jedoch auch im nichtmedizinischen Sinne
für Abneigungen aller Art gebraucht |
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Hunde,
die bellen, beißen nicht.
So lautet ein altes Sprichwort.
Stimmt das wirklich? Ich jedenfalls würde
mich darauf nicht verlassen. Ich möchte auch
keinem Kind raten, sich nach dieser Weisheit zu
richten.Wenn ein Hund zubeißt, sind immer
zwei beteiligt sind. Der Hund und das Opfer. |
Hunde sind Rudeltiere
und folgen ganz bestimmten Regeln.
Diese Regeln sind uns Erwachsenen vielfach nicht geläufig.
Wie wollen wir sie da unseren Kindern erklären?
Natürlich gibt es schwer gestörte, neurotische
Hunde, die durch schlechte Behandlung aggressiv geworden
sind. Doch das sind seltene Ausnahmen. Im Allgemeinen
verhalten sich Hunde in gleichen Situationen immer wieder
genauso.
Das Verhalten eines Hundes
ist in aller Regel vorhersehbar.
In einer bedrohlichen Lage kann der Hund nicht entscheiden,
ob er zubeißt oder es lässt. Sein Verhalten
ist ihm angeboren. Beim Menschen ist das anders. Der
Mensch hat bestimmte Anlagen, die sich entweder entfalten
oder verkümmern. Durch seinen Verstand kann er
vieles in Frage stellen, er kann Entscheidungen treffen
und er kann sich verstellen. Auch kann er sich in seiner
Wahrnehmung irren. Ein Hund hat in dieser Hinsicht viel
weniger Spielraum.
Missverständnisse
Die "Sprache" eines Hundes ist also gänzlich
verschieden von der menschlichen Sprache. Wenn ein Hund
beispielsweise ein Kind anspringt, dann möchte
er die "Schnauze" des Kindes beschnuppern.
Er kann ja nichts dafür, dass ein aufrecht stehendes
Kind oftmals deutlich größer als der Hund
ist. Ein Kind hingegen mag nicht verstehen, warum der
Hund plötzlich so ungestüm wird. Eine temperamentvolle
Begrüßung kann für ein Kind ganz schön
bedrohlich sein. Es wird vielleicht weglaufen, was der
Hund als Aufforderung zum Spiel verstehen kann. Das
Kind wird dieses Verhalten möglicherweise ganz
anders deuten und sich verfolgt fühlen.
Woher sollen Kinder die "Sprache" eines Hundes
auch kennen? Die meisten Eltern nehmen sich viel Zeit,
ihre Kinder auf die Gefahren im Straßenverkehr
aufmerksam zu machen. Doch was die Gefahren durch Hunde
angeht, sind manche Eltern erstaunlich zurückhaltend.
Dabei sollten sich alle Eltern die Zeit nehmen, ihre
Sprösslinge auch mit diesen Gefahren vertraut zu
machen. Wenn wir uns selber nicht auskennen, so gibt
es viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Schließlich
ist der Hund das in Deutschland am meisten verbreitete
Haustier.
Suchen Sie den Kontakt
zu Leuten, die sich mit Hunden auskennen.
Besuchen Sie mit Ihrem Kind ein Tierheim, eine Hundeschule
oder eine Tierhandlung. Dort wird man Ihnen sicherlich
bereitwillig und ausführlich über das Wesen
von Hunden Auskunft geben. Denn ein fundiertes Wissen
über Hunde ist ein wirksames Hilfsmittel gegen
die Angst. Wichtig ist dabei, dass Ihr Kind lernt, wie
sich Hunde in bestimmten Situationen verhalten.
Wie Angst "gelernt"
wird
Manche Eltern vermeiden gerne das Thema. Hunde sind
für sie scheinbar uninteressant oder man geht ihnen
schlicht aus dem Wege. Doch mit der Angst ist das so
eine Sache. Indem wir bestimmte Dinge vermeiden, ist
die Angst davor noch lange nicht beseitigt. Denn unabhängig
davon, ob unsere Angst "begründet" ist,
neigt sie zu einem Eigenleben.
Wenn wir unsere Ängste nicht bearbeiten, kann
es passieren, dass sie sich verselbständigen. So
können nach und nach immer neue Themen auftauchen.
Angst vor Spinnen, vor Mäusen, vor engen Räumen,
auf Plätzen und Brücken usw. Bis uns zum Schluss
die Angst vor der Angst den Hals zuschnürt.
Wenn Erwachsene sich vor Hunden ängstigen, hat
das meistens eine Vorgeschichte. Vielleicht haben sie
ihre eigenen schlechten Erfahrungen mit Hunden gemacht.
Möglicherweise fürchten sie sich selber vor
Hunden und möchten Ihren Kindern kein schlechtes
Beispiel sein. Gut gemeint muss aber nicht wirklich
gut sein. So verständlich das Verhalten von manchen
Erwachsenen ist, so sollten wir uns über eines
im Klaren sein:
Wenn wir Angst vor Hunden
haben, können wir diese vor unseren Kindern nicht
verstecken. Denn Kinder haben sehr feine Antennen und
spüren die Angst ihrer Eltern.
Das wäre ja nicht weiter tragisch. Und doch entsteht
daraus ein Problem. Denn Kinder schauen sich von ihren
Eltern deren Umgang mit Gefahren ab. Wenn die Eltern
sich vor bestimmten Dingen fürchten, wird diese
Haltung von den Kindern übernommen.
Angst bewältigen
lernen
Das könnte für Sie, liebe Eltern, ein Anreiz
sein, Ihre eigenen Ängste zu bearbeiten. Denn Angst
wird "gelernt". Zwar ist die Fähigkeit,
Angst zu haben, angeboren. Doch wovor wir Angst haben
oder uns fürchten, hat viel mit unseren Erfahrungen
zu tun. Das Problem ist nur, dass Sie sich bei einer
sogenannten phobischen Angst, von der hier die Rede
ist, kaum selber helfen können.
Zum Glück gibt es hervorragend ausgebildete Therapeuten,
die sich mit Angststörungen gut auskennen. Wie
Sie einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten oder
eine Therapeutin finden, erfahren Sie bei Ihrem Hausarzt
oder durch die Krankenkasse. Auch bei der Caritas oder
dem Diakonischen Werk gibt es ebenfalls gute Leute,
die sich mit Angststörungen auskennen. Lassen Sie
mich den Gedanken so zusammenfassen:
Wenn Eltern unter einer
Hunde-Phobie leiden, sollten sie Hilfe bei einem gut
ausgebildeten Therapeuten oder Therapeutin suchen.
Eine solche Phobie ist verhältnismäßig
leicht zu behandeln. Die Psychologen arbeiten mit der
sogenannten systematischen Desensibilisierung.
Wie eine Phobie behandelt
wird
Bei einer Hundephobie ist das ähnlich, aber etwas
komplizierter. Denn Hunde können ja tatsächlich
gefährlich sein und beißen. Deswegen ist
eine gewisse Vorsicht durchaus angebracht. Das Ziel
einer Behandlung kann also nur darin bestehen, die übermäßige
und unbegründete Angst vor Hunden zu verlieren.
Phobie-Behandlung Schritt
für Schritt:
1. Über Hunde und
ihre Natur sprechen. "Hunde beißen, wenn
sie sich bedroht fühlen."
2. Hundeverhalten in der Theorie beobachten.
Einen Film über Hunde anschauen.
3. Hund direkt beobachten Im Stadtpark Hunde
aus der Entfernung beobachten.
4. Sich Hunden nähern
Ein Tierheim aufsuchen und Hundebellen "aushalten".
5. Hundverhalten erleben
Einen Hundeübungsplatz besuchen
6. Einem Hund begegnen
Einen Hund an der Leine führen
7. Körperkontakt aufnehmen
einen Hund streicheln.
8. Grenzen erfahren Einem
friedfertigen Hund ein Spielzeug wegnehmen.
Am Ende der Behandlung
sollte dann das selbstbewusste Gefühl aufkommen,
vor Hunden zwar Respekt, aber keine Angst mehr zu haben.
Kinder und ihre Eltern haben ihre Angst gelernt und
neigen dazu, Situationen zu vermeiden, in denen die
Angst wieder auftritt. Doch gerade dadurch nimmt die
Angst zu. Deswegen ist es wichtig, die Angst vor bestimmten
Situationen zu überwinden.
Kinder sind viel weniger
kompliziert als Erwachsene.
Auch hat sich bei ihnen die Angst meistens noch nicht
so verfestigt oder auf andere Lebensbereiche ausgebreitet.
Die Behandlung einer leichten Phobie ist nicht schwierig.
Richten Sie sich nach der persönlichen Angsthierarchie
Ihres Kindes. Geben Sie ihm ausreichend Zeit.
Wenn Sie sich zudem bei Zweifeln oder Schwierigkeiten
umgehend fachlichen Rat holen, werden Sie schon bald
ein Kind haben, das Hunde über alles liebt und
gerne mit ihnen herumtollt./RK
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