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Für Kinder wird das Lernen in der Schule leichter,
wenn ein Hund in der Klasse ist.


An den meisten Schulen dasselbe Problem: frustrierte oder aggressive Jugendliche, genervte Lehrer. Ähnliche Erfahrungen hat auch Bernd Retzlaff, Klassenlehrer in der Ernst-Leitz-Schule in Sulzburg (nahe Freiburg), gemacht. Neben Fachwissen und pädagogischem Geschick wurden dem Lehrer nicht selten auch Qualitäten eines Löwenbändigers abverlangt. Bis er vor zwei Jahren auf die Idee kam, seine Labrador-Hündin Jule mit zum Unterricht zu nehmen.

Den Anstoß dazu lieferte ihm ein wissenschaftliches Projekt des „Instituts für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung“ in Zürich, bei dem festgestellt wurde, dass Hunde im Unterricht eine positive Veränderung des Klassenklimas und Sozialverhaltens bewirken.

Nachdem Lehrer, Eltern, Schüler und das Schulamt ihre Zustimmung gaben, konnte das Experiment beginnen. Anfangs nahm Retzlaff seine Hündin nur nachmittags mit, damit sich Zwei- und Vierbeiner beschnuppern konnten. Mit ihrem ruhigen und freundlichen Wesen hatte die Hündin schnell das Eis gebrochen und die Schüler für sich gewonnen. Schon bald nahm Jule regelmäßig am Unterricht teil.

Nach ein paar Monaten veränderte sich allmählich die gesamte Atmosphäre in der Klasse:
Man redete mehr miteinander, ging vorsichtiger miteinander um auch aus Angst, dem Hund könnte bei einer Rauferei etwas zustoßen.

Die Schüler wurden offener, meldeten sich mehr als vorher und der Geräuschpegel in der Klasse sank.

Mit einem Hund im Klassenzimmer lassen sich auf
lange Sicht die Noten der Schüler verbessern.

Bundesweit gibt es bereits etwa zwanzig Schulen, in denen die haarigen "Lehrer-Assistenten" den Unterricht begleiten und allein durch ihre freundliche, zwanglose Art die Motivation der Klasse deutlich steigern. Die sympathischen Vierbeiner erhöhen laut Studie die Lust
am Lernen, helfen mit, Team- und Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln, und fördern Verantwortungsbewusstsein und Arbeitsdisziplin. Seelische Ausgeglichenheit und Wohlbefinden der Schüler werden durch den Klassen-Hund befördert. So komisch es klingt: Die Tiere machen Schule "menschlicher". Sie akzeptieren etwa Schüler mit Pickeln genauso wie die im Stimmbruch und eignen sich prima als Tröster und Freund.

Die Entdeckung ist nicht neu, dass Hunde im Alltag mit Menschen
viel Gutes leisten können
,
so Tier-Psychologe Martin Rütter (35), bekannt aus der TV-Serie "Eine Couch für alle Felle" (WDR). "Was in den letzten Jahren zunimmt, ist ein bewussterer Umgang mit dem Hund als Sozialpartner. Das macht sich an der Neueröffnung vieler alternativer Hundeschulen bemerkbar, genau wie am häufigen Einsatz von Hunden in sozialen Einrichtungen als Helfer. Ich gehe mit meinem Hund seit Jahren in Schulen und Kitndergärten." Hunde seien den Menschen in einigen Bereichen sehr ähnlich, was Kommunikation und Verständnis erleichtere. Rütter: "Die Tiere sind sehr sensibel für die Gestik, Mimik und Emotionen von Menschen. Und sie sind gut erzieh- und trainierbar. Deshalb kann man sie für alle möglichen Therapiezwecke einsetzen."

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