Stanley
Cohen, Psychologieprofessor an der Universität British
Columbia und Verfasser einschlägiger Werke behauptet:
Ohne Hunde wäre die Geschichte anders verlaufen.
Alexander Pope, der berühmte englische Dichter
des 18. Jahrhunderts,
war 1,38 Meter groß und begegnete seiner Dogge
Bounce auf Augenhöhe.
Wäre die englische Literaturgeschichte anders verlaufen,
wenn Bounce sein Herrchen nicht vor einem räuberischen
Messerstecher von Diener beschützt hätte?
„In der Geschichte“, schrieb Pope nachher,
„gibt es mehr Beispiele für treue Hunde als
für treue Freunde“.

Aber ist es nicht gerade
die Treue des Hundes,
die seiner Kraft zur Weltveränderung im Wege steht?
Selbst einem aufrührerischem Dackel ist die Revolution
dem Wesen nach fremd. Erik Zimen, Verfasser des Standardwerks
„Der Hund“, zitiert dennoch Zarathustra,
der verkündet haben soll, die Welt bestehe durch
den Verstand des Hundes.
Unstrittig immerhin ist,
dass der Hund als Wächter, Aasfresser und Jäger
für den vorzeitlichen menschlichen Fortschritt
so wichtig war wie Messer und Gabel für den Prozess
der Zivilisation.

Hätte die Englische
Revolution, fragt Coren, einen anderen Verlauf genommen,
wenn der „Teufelshund der Cavaliers“, ein
weißer Pudel namens Boyle, der zum Symbol der
Unbesiegbarkeit seines Herrn, des Prinzen Rupert, geworden
war, anno 1644 nicht in der Schlacht von Marston Moor
gefallen wäre?
Hätte man die amerikanischen Ureinwohner ohne Kolumbus’
geifernde Mastiffs womöglich gar nicht besiegt?
Dann wäre die lange Reihe illustrer „First
Dogs“.– von Theodore Roosevelts reitendem
Bastard Skip über „Top Dog“ Charlie,
Kennedys Welsh-Terrier, bis hin zu George W. Bushs Spaniel
Spotty, der noch unter Bush dem Älteren im Weißen
Haus geboren wurde – nie ins Oval Office eingezogen,
und man hätte Gerald Ford nicht im Bademantel erwischt,
weil der sich beim nächtlichen Gassigang so unglücklich
ausgeschlossen hatte. Doch das Was-wäre-wenn ist
dem Historiker aus guten Gründen suspekt. Außerdem
bemerkt Coren ja ganz richtig: „In einem Mordprozess
wird nicht die Waffe, sondern der Täter angeklagt.“
Kurzum: Natürlich
haben Hunde Geschichte geschrieben –
so wie zum Beispiel das Wetter.
Jeder kennt den Spruch "Was für ein Hundewetter!"(salopp
für schlechtes Wetter) und alle scheinen zu glauben,
dass Hunde tatsächlich gerne spazieren gehen, wenn
es draußen in Strömen regnet, grau und dunkel
ist.
Die eingeschworene Hundegemeinschaft weiß es
besser: Pfiffi und Co. wollen lieber auf dem Sofa liegen,
als nass zu werden.
Die einzige Ausnahme: Das Wasser kommt von unten.
/rk |