Hundebegegnungen
Immer mehr Hundehalter fragen sich, warum Verhaltensprobleme
bei den Hunden heutzutage häufiger vorkommen als
früher. Oft liegt der Grund in der übertriebenen
Erwartungshaltung unserer modernen Gesellschaft und auch
in den zu hohen Erwartungen der Hundebesitzer. Die Probleme
waren sicherlich früher die gleichen, nur heute reagiert
man darauf anders.
Hund ist Hund und doch nicht gleich Hund. Jeder Hund
hat seinen ganz eigenen Charakter.
Der Charakter, das Wesen des Hundes, seine Sensibilität
und sein Temperament, werden hauptsächlich durch
die Haltung, Aufzucht, Prägung und Sozialisation
beeinflusst.Jeder Hund reagiert auf jede Situation anders,
abhängig von seinen Erbanlagen und seinen Erfahrungen.
| Treffen
sich zwei fremde Hunde zum Ersten mal,
gehen sie meist mit vorgestrecktem Kopf in leichtem
Bogen aufeinander zu und versuchen Witterung vom
Anderen Hund aufzunehmen. Dabei stossen sie mit
ihren Nasen fast zusammen und beschnuppern sich.
Sie stellen fest, ob sie sich riechen können.
Erst dann stellen sie sich Rücken an Rücken
und beschnuppern sich gegenseitig. Der Rangniedere
wird seine Rute senken und so auszudrücken
- Du bist der "Boss". |
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Geschieht dies nicht, wird das Wedeln eingestellt,
die Nacken- Rücken- und Schwanzhaare sträuben
sich und die Hunde beginnen sich langsam im Kreis zu
drehen. Nun kann es leicht zu einer kleinen Rauferei
kommen.
Unsere Hunde besitzen sehr viele, kleine Zeichen, die
sie untereinander aussenden und damit schon vieles klären,
ohne sich überhaupt auf einen Streit einlassen
zu müssen.Diese zum Teil beschwichtigenden oder
auch drohenden Signale, je nach Situation, werden nur
leider von vielen Hundehaltern übersehen oder es
wird verhindert, dass sich der Hund artgerecht ausdrücken
kann, indem er hektisch an die Leine genommen wird und
das dem Hund gar keine Möglichkeit mehr bleibt,
als durch Knurren zu zeigen, wie wenig ihm die Situation
behagt, wobei er vielleicht viel lieber beschwichtigende
Signale aussenden würde.
Als Hundehalter können
Sie viel zu harmonischen Hundebegegnungen beitragen.
- Gleiches Recht für alle: Leinen Sie Ihren
Hund an, wenn Sie einem Hund begegnen, der ebenfalls
angebunden ist. Beschnuppern gibt es nur für
freie Hunde - oder gar nicht. An der Leine können
auch die friedlichsten Artgenossen ungemütlich
werden und Zoff ist sozusagen schon vorprogrammiert.
- Schauen Sie beiden Hunden vor einer möglichen
begrüssung auf die Nasenspitze.Was sehen Sie-freundlichkeit,
ängstlichkeit,totale ignoranz oder aggressivität.
- Wenn Hunde sich begegnen Plappern Sie Ihrem Hund
nach Möglichkeit nicht ins Gespräch.Ihr
Vierbeiner wird sich erst aus der Hundebegnung lösen,
wenn seine Unterhaltung beendet ist und es der Hundeanstand
zulässt.
- Nicht direkt neben den Hund stehen bleiben.Dann
kommt auch kein Vierbeiner auf die Idee, sein Herrchen
zu beschützen.
- Erwarten Sie nicht ein Leben lang von Ihrem Hund,
dass aus jeder Hundebegegnung immer ein Spiel wird.Die
Sexualität und alles was damit zusammenhängt
ist für einen Hund Grund genug, sich auch mal
anders zu verhalten.
- Hundekontakte ja - aber kontrolliert und ruhig
- und am besten mit Hunden von gleicher größe
und alter.
- Haben Sie oder Ihr Hund keine Lust auf einen Erstkontakt,üben
Sie das ordentliche Vorbeigehen an anderen Hunden.
Leine kurz nehmen,Hunde nicht beachten und einfach
weitergehen.
Grundkommando:"Bei Fuss !"
Der häufigste Stressfaktor ist sicher, dass Halter
bei jeder Hunde-Begegnung anhalten und ihre angeleinten
Hunde zusammen lassen . Das birgt viel Potenzial für
Spannungen, die völlig überflüssig ist.
Wenn Sie beide Hunde zusammen lassen wollen, dann sollten
beide Hundhalter die Leinen losmachen. So können
die Hunde sich frei beschnuppern – und vielleicht
entscheiden, dass sie lieber weiterlaufen möchten.
Ich wage es zu behaupten, dass rund
90 % der anzutreffenden Probleme
in der Mensch-Hund-Beziehung darin begründet liegen,
dass der Mensch seinen Hund nicht als Hund sieht,
sondern als besondere Form von Mensch.
P. Krivy

Mit Geld kann man einen wirklich guten
Hund kaufen - aber nicht sein Schwanzwedeln.
Josh Billings
/rk
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