Von Christina
Trappe
Lieber
Dr. Sommer-Pelz,
ich hab mit meinem Menschen ein großes
Problem. Immer wenn ich mich auf Spaziergängen
weiter als etwa 200 Schritte von ihm entferne
um Freunde zu begrüßen oder diese kleinen
hoppelnden Biester zu jagen, bekommt er einen
totalen Gefühlsausbruch und schreit wütend
bis panisch meinen Namen durch die Gegend.
Und wenn ich dann fertig bin und zurückkomme,
nimmt er sich doch glatt die Frechheit heraus,
mich anzuraunzen. |

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Was
kann ich dagegen tun? Ist er dominant?
Monty, 3, Dalmatinermix |
Lieber Monty,
habe Geduld mit deinem Menschen. Unsere domestizierten
Hausmenschen sind nicht nur so gut wie taub auf der
Nase, sondern verfügen auch nur über einen
sehr mickrig ausgeprägten Orientierungssinn. Dein
Mensch ist vollkommen auf dich angewiesen! Wenn du dich
zu weit von ihm entfernst, weiß er nicht mehr
wem er nachlaufen soll und gerät in vollkommen
übertriebene Panik.
Das Zauberwort heißt:
systematische Desensibilisierung. Das bedeutet, dass
du deinem Menschen Schritt für Schritt beibringen
musst, dass er sich nicht aufregen muss, wenn du mal
nicht in direkter Nähe bist, sondern wichtigeren
Geschäften nachgehst.
Halte am Anfang einen relativ kleinen Radius um deinen
Menschen herum ein, sodass du immer in Sichtweite für
ihn bist. Wenn er dabei nicht in Panik verfällt,
kannst du beim nächsten Spaziergang mit ihm den
Radius ein bisschen vergrößern usw. Aber
bitte alles in ganz kleinen Schritten! Du darfst ihn
nicht überfordern.
Lieber Dr. Sommer-Pelz,
meine Menschin ist ein echter Dickkopf. Wenn ich mir
auf dem Heimweg eines Spaziergangs etwas Zeit lasse
und alle Spuren am Straßenrand dreimal kontrolliere,
wird sie total ungeduldig und beginnt an der Leine zu
ziehen. Wenn es besonders schlimm ist, fängt sie
auch noch an mich anzukeifen und versucht mich mit Rucken
an der Leine vorwärts zu bringen.
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Ich
weiß wirklich nicht mehr weiter!
Bella, 5, Malamute |
Liebe Bella,
nur nicht verzweifeln! Menschen sind nun mal sehr
ungeduldige Gemüter mit einem Hang zur Hektik und
zum Häuslichen. Kein Wunder also, dass er immer
nach Hause zerrt. Es ist einfach eine Frage der Erziehung.
Menschen lernen am besten mit positiver Bestärkung.
Also unerwünschtes Verhalten ignorieren, richtiges
Verhalten bestärken. Wenn deine Menschin folglich
nächstens wieder beginnt, nach Hause zu ziehen,
ignoriere das vollkommen. Stemme deine Beine in den
Boden und bleibe ganz relaxt stehen. Lass deine Menschin
rumwüten, schimpfen, auf- und abspringen und Kopfstand
machen - du bist das Alphatier.
Bleibe
ganz gelassen und ignoriere das ganze Theater. Es gibt
auch besonders trotzige Exemplare von Mensch, die dich
dann einfach stehen lassen und so tun, als würden
sie alleine nach Hause gehen. Lasse dich aber auch davon
nicht erweichen. Mehr als ein paar Meter traut sich
deine Menschin sowieso nicht von dir weg. (Sie weiß
genau, dass sie ohne dich voll und ganz aufgeschmissen
wäre.)
Erst wenn sie also vollkommen ratlos brav neben dir
stehen bleibt, ohne zu ziehen, bewegst du dich gemächlich
nach Hause und bestärkst damit ihren Gehorsam.
Du wirst sehen; sie wird den Dreh bald raushaben und
immer brav und gesittet an der Leine gehen. Das erfordert
natürlich ein bisschen Geduld, aber du packst das
schon.

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