Herkunft
und Geschichtliches
John (Jack) Russell (1795 bis 1883), Pfarrer und passionierter
Jäger, schuf diese Rasse. Schon während seines
Studiums in Oxford erwarb er seine erste Terrierhündin,
eine weiße rauhhaarige Hündin mit Abzeichen
am Kopf, die damals schon in wesentlichen Punkten dem
heutigen Standard entsprach. Diese Hündin, genannt
„Trump“, wird als Stammmutter der Rasse
bezeichnet. Ihr Bild hängt in der Sattelkammer
des Schlosses Sandrigham und ist das Eigentum der Queen.
Sie wird von E. W. L. Davies in seiner Biographie „Memoir
of the Reverend John Russell“ wie folgt beschrieben:
„Zuerst einmal ist ihre Farbe weiß, mit
nur einem braunen Fleck über jedem Auge und Ohr
und einem Fleck, nicht größer als ein Penny,
auf der Schwanzwurzel. Das Fell ist dichtanliegend und
eine geringfügige Rauheit schützt ihren Körper
vor Nässe und Kälte. Dieses Fell hat aber
keinerlei Ähnlichkeit mit dem langen rauhaarigen
Fell eines Scotchterriers. Die Beine sind pfeilgerade,
die Pfoten perfekt. Die Lenden und die Gestalt des ganzen
Rahmens weisen auf Unerschrockenheit und Ausdauer hin,
während die Größe und das Gewicht dem
einer ausgewachsenen Füchsin entsprechen.“

Jack Russell nahm die unterschiedlichsten Einkreuzungen
mit anderen einfarbigen oder bunt gefleckten Arbeitsterriern
vor. Sein Zuchtziel war immer die Arbeitstauglichkeit,
ein typisches Rassebild kam in zweiter Linie. Rückblickend
kann man sagen, dass diese Anstrengungen, an neues Zuchtmaterial
zu gelangen, Fremdkreuzungen durchzuführen und
dabei doch immer einen bestimmten Typ zu verfolgen,
der große Verdienst des Reverend Jack Russell
um diese Terrier war. Nach seinem Tod blieb eine Gruppe
unterschiedlichster Terrier zurück, die zunächst
nur „Working Terrier“ (Arbeitsterrier) genannt
wurden. In den dreißiger Jahren kam es dann auf,
diese Terrier „Jack-Russell-Terrier“ zu
nennen. Es gab nachfolgend immer Züchter, die am
alten Typ dieses Terriers festhielten. Zwar nahmen diese
auch Einkreuzungen vor, die aber immer im Hinblick auf
die Arbeitsfähigkeit der Terrier durchgeführt
wurden.
Dieser Tradition folgend wurden bis in die jüngste
Vergangenheit im Jack-Russell-Terrier Einkreuzungen
mit anderen Terrierrassen vorgenommen. Leider wurden
auch andere Rassen wie z.B. Corgies, Beagles und Bullterrier
kurzzeitig eingekreuzt, führten aber zu wenig gelungenen
Ergebnissen.
Der Jack-Russell-Terrier erfreut sich seit dem letzten
Weltkrieg auf dem europäischen Kontinent einer
zunehmenden Beliebtheit, ganz besonders bei Jägern
und Reitern. Der Jack-Russell-Terrier wurde am 22. Januar
1990 vom englischen „Kennel Club“ anerkannt,
im Jahre 2000 kam die Anerkennung vom FCI.
Beschreibung
Dieser kleine, agile Terrier wird bis zu 30 cm groß
und 6 kg schwer, weiß mit schwarzen und/oder lohfarbenen
Abzeichen in allen Schattierungen, bevorzugt in Tricolor.
Das Fell ist glatt-, rau- oder stichelhaarig und es
muss wetterfest sein. Seine Ohren sind sehr bewegliche
Knopf- oder Hängeohren von guter Textur des Ohrleders.
Die Rute darf in der Ruhe herabhängen, sollte in
der Bewegung aufrecht getragen werden. Bei Verwendung
als Jagdgebrauchshund ist das Kupieren der Rute in Deutschland
laut Tierschutzgesetz erlaubt.
Wesen
Der Jack-Russell-Terrier ist in erster Linie ein Arbeitsterrier,
ein Jagdhund. Er ist ein Hund von außerordentlicher
Intelligenz. Sein Mut, sein Temperament, seine Ausdauer,
sein Lauf- und Springvermögen und nicht zuletzt
sein leichtführiges Wesen machen ihn zu einem außergewöhnlichen
Hund. Durch seine Größe und seinen Brustumfang
eignet er sich ausgesprochen gut für die Arbeit
unter der Erde. Aber auch über der Erde ist er
vielseitig einsetzbar. Er demonstriert auf Totsuchen
genauso sein Können, wie als Stöberhund z.
B. bei der Jagd auf Schwarzwild. Er ist, natürlich
in seinem körperlichen Rahmen, ein guter Apporteur.
Seine Wasserpassion ist sprichwörtlich und Federwild
zieht ihn magisch an.
Kleinen Kindern ist er in der Regel besonders zugeneigt,
es kann aber auch sein, dass er, wie ein Terrier halt
ist, seinen eigenen Kopf hat - was ihn zu einem schwierigen
Hund machen kann, vor allem als Hund mit Kindern. Herumtollen
und Toben mag er und zwickende Hände erträgt
er mit stoischer Gelassenheit. Er ist umgänglich,
anpassungsfähig und gesundheitlich sehr robust.
Er bleibt bei entsprechender Haltung bis ins hohe Alter,
nicht selten 15 bis 18 Jahre, fit. Diese Eigenschaften
machen ihn auch zu einem guten Familienhund. Ein Jack-Russel-Terrier
ist und bleibt aber ein Terrier, und das kann deshalb
auch Schwierigkeiten bei der Erziehung machen. Er ist
daher nicht unbedingt als Ersthund geeignet.
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