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Der einfachste Lernvorgang bei der Hundeerziehung ist die Gewöhnung.
Damit der Hund die Übungen erfolgreich lernt, müssen diese öfters wiederholt werden.
Will man erreichen, dass der Hund ein Kommando befolgt, müssen verschiedene Informationen im Hundegehirn miteinander verknüpft werden. Diese Verknüpfungen entstehen, wenn alle Elemente der entsprechenden Übung in einem zeitlichen Zusammenhang stattfinden.

Der renommierte Biologe und Tierphysiologe Prof. Bernhard Hassenstein hat 1973 die verschiedenen Lernvorgänge klar unterschieden.
Lexikon Unter Konditionierung versteht man in der Psychologie das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern (Stimulus-Response). Auf einen bestimmten Reiz folgt beim Organismus kontingent eine bestimmte Reaktion. Man unterscheidet zwei Grundtypen der Konditionierung: Die Klassische Konditionierung und die Operante Konditionierung.
Im richtigen Moment loben und strafen

Einige der wichtigsten Begriffe aus der modernen Hundeerziehung

Die Klassische Konditionierung
Klassische Konditionierung beinhaltet einen unbedingten Reiz, welcher zuverlässig eine unbewusste, reflexartige Reaktion hervorruft und die zeitlich nahe Darbietung eines zweiten Reizes der diese Reaktion ursprünglich nicht hervorruft.Prominentes Beispiel ist das beliebte Clickertraining bei Hunden in seiner Grundform.

Durch gleichzeitiges Klickern und Füttern des Hundes wird nach gewisser Zeit schon das Clickern selbst die Futtererwartung auslösen. Ohne diese Konditionierung auf das Klickgeräusch wäre es jedoch für den Hund bedeutungslos.

Die Operante Konditionierung
Im Unterschied zur klassischen Konditionierung werden bei der operanten Konditionierung nicht unbewusste Reaktionen verknüpft, sondern zufällige, bewusste oder freiwillige Aktivitäten verknüpft.

Ist das erwünschte Endziel einer operanten Konditionierung ein komplexes, aus vielen Bestandteilen zusammengesetztes Verhalten so sollte man die einzelnen Unterschritte dieser Verhaltenskette aufeinander aufbauend trainieren. Auch dies wird im Clickertraining eingesetzt.

Positiver Verstärker
Dem Hund wird etwas Positives zugefügt. Es ist ein Lob, eine Belohnung (Leckerli, Spielzeug usw.)

Negativer Verstärker
Als negativer Verstärker wird in der Hundeerziehung eine Belohnung definiert, bei der dem Hund etwas Unangenehmes entzogen wird. Die Negative Verstärkung wird nicht deshalb als "negativ" bezeichnet, weil etwas "Negatives" beendet wurde.

Positive Strafe
Dem Hund wird etwas Unangenehmes zugefügt: z.B. Schläge usw.
Es ist die schlimmste Form von Strafe. Solche Maßnahmen, ob leicht oder stark, braucht man nicht in der Ausbildung des Hundes anzuwenden.Es geht auch anders!

Negative Strafe
"Negative Strafe" entzieht dem Hund etwas, was er gerne hätte. Er zeigt falsches Verhalten , zum Beispiel Sitz anstelle des geforderten Platz, und dann kriegt er kein Leckerle, Spielzeug, Lob.
Isoliert man den Hund für dieses unerwünschte Verhalten, versteht er die Strafe nicht und lernt kein Ersatzverhalten. Isolation bedeutet schlichtweg Misshandlung und führt nie zum gewünschten Erfolg.

Verknüpfen
Die klassische wie auch die operante Konditionierung sind Formen des Lernens. Im Gehirn werden verschiedene Verknüpfungen hergestellt. Nur innerhalb von o,5-2 Sekunden kann eine Verknüpfung entstehen. Man kann nicht genau vorhersagen, welche Verknüpfungen sich in den unterschiedlichen Augenblicken im Gehirn des Hundes bilden.

Signaleinführung
Der Hund lernt das Verhalten mit einem Signal zu verknüpfen, d.h. der Hund lernt, dass z.B. das Wort "Platz" hinzulegen bedeutet.

Signalkontrolle
Der Hund lernt, dass er nur dann das Verhalten zeigen soll, wenn ein Signal ertönt. Am Anfang des Trainings wird der Hund immer bestärkt wenn er sich von selbst hingelegt hat. Jetzt bekommt er nur seine Belohnung, wenn wir ihn dazu auffordern sich hinzulegen.

Variable Bestärkung
Der Hund wird nicht mehr für jede richtige Ausführung belohnt, sondern nach dem Zufallsprinzip. Hier lernt der Hund auch zu gehorchen ohne Leckerli.

Generalisierung
Der Hund soll lernen, das Signal und das dazugehörige Verhalten immer und überall zu zeigen. Dies ist nicht immer realisierbar. Verlangen Sie nie von Ihrem Hund z.B. ein "Platz" in einer Situation in der Sie es ihm noch nie gelehrt haben.

Ihr Hund kommt jedes Mal wenn Sie ihn rufen. Sie haben einen gehorsamen Hund. Wird Ihr Hund jedes Mal genau das tun, was Sie ihm sagen?

Keine konditionierte Reaktion ist sichergestellt. Hunde durchschauen uns. Sie können sich gegen die Konditionierung sträuben.

Sie müssen immer wieder üben, damit der Hund zuverlässiger gehorcht.
Übungen welche auf einem positiven Weg aufgebaut werden, machen Spaß und verstärken die erwünschten Verhaltensweisen Ihres Hundes.
Es treten weniger Probleme auf. Ihr Hund wird selbstsicherer wenn er etwas tut das er kennt und wofür er sich ein Lob verdienen kann./RK

 

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