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Im Tierreich gibt es die unterschiedlichsten Läufertypen.

Wölfe und Hunde gelten als die geborenen Langstreckler. Ihre natürliche Beute wird in der Meute gehetzt und dann erlegt. Das erfordert ein starkes Gemeinschaftsgefühl, gute Abstimmung im Rudel und natürlich einen auf Ausdauerleistung ausgelegten Körper. Wenn sie der Hunger plagt, laufen Wölfe in einer Nacht bis zu 100 Kilometer.

Laufen ist für Hunde ein Grundbedürfnis
Solche Extremleistungen brauchen wir unseren Hunden nicht zuzumuten. Laufen möchten sie aber auf jeden Fall und nicht nur bedächtig um den Häuserblock geführt werden. Natürlich gibt es Rassen und Typ bedingte Unterschiede. Ein Kleinhund braucht nicht kilometerweit zu laufen.Ein Schäferhund-Typ will aber ordentlich bewegt werden, jeden Tag, bei jedem Wetter. Wir dürfen nie vergessen, dass der Urahn Wolf noch in jedem Haushund steckt.

Warum sind Hunde so kurvenschnell
Wenn sich menschliche Sprinter in die Kurve legen, werden sie automatisch etwas langsamer.
Für Windhunde gilt diese Beschränkung nicht, berichten zwei englische Wissenschaftler im Magazin "Nature". Die Arbeitsteilung zwischen Vorder- und Hinterbeinen erlaubt es den Tieren offenbar, die Fliehkraft ohne Geschwindigkeitseinbuße zu kontern.

                                 
Dank ihres Körperbaus bewältigen laufende Hunde Kurven mit voller Geschwindigkeit und ohne vorher langsamer zu werden. Menschliche Sprinter dagegen müssen vor jeder Biegung abbremsen, da sie sonst aus der Bahn geworfen werden. Zu diesen Ergebnissen gelangen britische Forscher anhand zweier Studien. Ihrer Ansicht nach hängt der gefundene Unterschied mit der unterschiedlichen biomechanischen Funktionsweise der Körper von Zwei- und Vierbeinern zusammen. Beim Menschen müssen die Beinmuskeln nämlich nicht nur die Kraft zum Laufen aufbringen, sondern zugleich auch das in Kurven größere Körpergewicht tragen. Bei Hunden dagegen besteht in dieser Hinsicht Arbeitsteilung: Hüfte und Hinterläufe sorgen für die Spitzengeschwindigkeit, während die Vorderbeine das Körpergewicht bewältigen.

Wenn Laufathleten in einer Arena über ihre Bahn fliegen, geht es nicht ganz fair zu. Das konnten die Forscher beweisen, als sie die Ergebnisse der 200-Meter-Bewerbe bei der Indoor-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen von 2004 analysierten: Für Sprinter auf den inneren Bahnen ist der Radius der zu bewältigenden Kurven kleiner als für Sportler, die weiter außen laufen. Je enger aber eine Kurve ist, desto größer ist die dabei entstehende Zentripetalkraft, die den Läufer zur Mitte der Kurve hinzieht. Vereint erhöhen Zentripetal- und Schwerkraft das empfundene Körpergewicht des Athleten, und um dieses bewältigen zu können, muss der Läufer den Bodenkontakt seiner Füße erhöhen: Er muss in Kurven öfter auftreten als auf einer geraden Laufstrecke, wodurch sich seine Geschwindigkeit verringert.

Hunde kennen dieses Problem nicht, und den Grund dafür entdeckten die Wissenschaftler, als sie die Lauftechnik von vierzig englischen Windhunden bei Testrennen in einer Arena untersuchten. Im Unterschied zu Menschen verändern die Vierbeiner in Kurven nicht die Anzahl ihrer Schritte, da sie über eine ganz andere Form des Laufantriebs verfügen, sagen die Forscher.

Bei menschlichen Sprintern müssen die für das Laufen eingesetzten Muskeln zugleich auch noch das Körpergewicht tragen, das eben in Kurven größer ist. Im Körper von Hunden sind diese Aufgaben hingegen verteilt: Die Hinterbeine liefern allein die für das Sprinten notwendige Kraft. In Kurven wird die Laufbewegung durch Verdrehen der Hüfte und Streckung des Rückens weiter unverändert angetrieben. Mit dem Körpergewicht und seinem Zuwachs in Kurven müssen dagegen die Vorderbeine fertig werden. Ihre Knochen, Muskeln und Sehnen ähneln passiven Federn, die einem beträchtlichen Gewicht standhalten können. Dank dieser Arbeitsteilung sind die Vierbeiner nicht gezwungen, vor Kurven einen Gang runter zu schalten.

Forschung: James R. Usherwood, Structure and Motion Laboratory, Royal Veterinary College, Hertfordshire, und Alan M. Wilson, Centre for Human Performance, University College London

Übrigens - auch wir Menschen sind Langstreckler, regelmäßige Bewegung bekommt uns gut. Der tägliche Anreiz zu längerern Spaziergängen macht den Hund damit zu einem wichtigen Gesundheitsfaktor für uns Menschen.

/rk

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