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Zeitweise machten die Spaziergänge echt keinen Spass mehr
Am Anfang eines Spaziergangs ist es Hunden wichtig, alles abzuchecken und das Revier zu markieren.Auf dem Rückweg ziehen sie nicht mehr so stark. Ihre Arbeit ist getan, jetzt können sie dem Menschen gegenüber tolerant sein.

In der Regel handelt es sich um eine Lernerfahrung des Hundes.
Manche Hunde halten die Leine auf Spannung, sobald sie am Halsband angelegt wird.Er weiß, dass er Tempo und Richtung des Spaziergangs bestimmen kann. Wenn für ihn eine Stelle interessant riecht und er stehen bleibt, halten auch Frauchen oder Herrchen an - bis er weiterläuft. Oft laufen wir Menschen brav hinterher.

Der Hund lernt, dass er an der Leine das Sagen hat. Er kann entscheiden, wann er wohin geht und wie lange er an einer Stelle verharrt.Das kann sehr anstrengend sein. Der Hund legt sich mit seiner ganzen Kraft in das Halsband, stemmt die Pfoten in den Boden und zieht, was das Zeug hält.

Natürlich kann das Ziehen an der Leine auch noch viele weitere Gründe haben. Auf ihre Umwelt sehr schlecht geprägte Hunde ziehen so extrem, weil sie schnell wieder in das sichere Zuhause möchten oder Schutz an einer Mauer oder ähnlichen Begrenzungen suchen.

Haben Sie einen Welpen, bestehen alle Möglichkeiten, ihm von Anfang an beizubringen, dass eine Leine nicht zum Daran-Ziehen vorhanden ist.
Auch einem Hund aus zweiter Hand können sie gut direkt beim Aufbau dieser neuen Beziehung vermitteln, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist.Zieht der eigene Hund schon seit Jahren an der Leine, kann das Training schwieriger werden. » Ältere Hunde können umlernen

Vor allem bei Welpen - aber auch bei jedem anderen Hund - kann man darauf achten, dass an der Leine etwas Tolles und Spannendes mit dem Menschen passiert.

Hunde lernen so, dass das Anlegen von Halsband und Leine nicht bedeutet, dass sie draußen machen können, was sie wollen, sondern dass sie etwas mit ihrem Menschen erleben. Tun Sie etwas, das Ihrem Hund Spaß macht und seiner Veranlagung entspricht. Dann merkt er, dass seine Menschen spannende und interessante Dinge mit ihm tun.
Ihr Hund wird an der Leine aufmerksamer werden und mehr mit seinem Menschen als mit externen Sachen beschäftigt sein.
Überraschen Sie ihn auf dem Spaziergang mit unvorhergesehenen Richtungswechseln, noch bevor er die Leine auf Spannung bringen kann.
Bei manchen Hunden hilft es, immer stehen zu bleiben, wenn der Hund zu weit nach vorne gelaufen ist. Und zwar so lange, bis er wieder neben seinem Menschen steht.
Orientiert sich der Hund an Ihnen, loben Sie ihn.

Erfahrungsbericht von Patrizia,einer Husky-Mix Besitzerin
(Einen Husky zu erziehen ist sehr schwierig) » Siberian Husky
Auch ich habe mich zwei Jahre lang mit einem ziehenden Husky-Mix abgemüht. Es war nicht allein die mangelnde Konsequenz, die am Misslingen all meiner Versuche schuld war! Ich habe grundlegende Dinge falsch gemacht, aber das musste ich erstmal kapieren.
Vielleicht kann Dir mein Erfahrungsbericht weiterhelfen:

Ich bin immer Stehengeblieben, wenn er zog und habe gewartet, bis er an meine Seite zurückkehrt war. Nachdem er sich sein Lob abgeholt hatte, ist er aber einfach gleich wieder in die Leine gerannt.
Erkenntnis 1: ich hatte eine falsche Verknüpfung hergestellt. Mein Hund hatte gelernt: ziehen - zurückkommen = Frauchen freut sich. Ich hätte ihn erst loben dürfen, wenn wir gemeinsam wieder losgelaufen sind. Also das Problem: Lob in der absolut exakt richtigen Millisekunde aussprechen.

Meine zweite Erkenntnis war: Stehenbleiben ist nicht gleich Stehenbleiben. Ich war schon so genervt vom Gezerre, dass ich beim Stehenbleiben innerlich geflucht und gewettert habe. Auch wenn ich meinen Hund nicht angeschrien hab, er hat trotzdem mitbekommen, dass mit Frauchen irgendwas nicht in Ordnung ist. Diese miese Stimmung hat ihn dann nur noch weiter von mir weggetrieben, also gleich wieder in die Leine rennen. Unter Stress kann kein Hund lernen. Deswegen musste ich erst mal lernen, beim Stehenbleiben friedlich zu bleiben. Das war extrem wichtig bei mir: beim Stehenbleiben absolut entspannt und locker zu bleiben. Dann musst du warten, was der Hund macht. Und zwar lange warten, bis zu einer Minute. Wenn er überhaupt nicht reagiert, dann kannst Du ihn nach einer Minute mal ansprechen und an Deine Seite locken. Wenn er zu Dir kommt, noch nicht loben (Gefahr der oben genannten Fehlverknüpfung), sondern erst wenn ihr Euch gemeinsam wieder auf den Weg macht. Dann aber loben, was das Zeug hält!

Jeden wünschenswerten Ansatz (und dauert er auch nur eine halbe Sekunde lang) loben, und zwar im richtigen Augenblick.

Meine dritte Erkenntnis war, dass Leinelaufen nur funktioniert, wenn mein Hund mit der Aufmerksamkeit bei mir ist. (sorry, klingt für viele Profihundehalter simpel, aber wenn man auf dem Schlauch steht, dann begreift man gerade solche Details nicht und daran scheitert es dann). Also habe ich alles versucht, seinen Geist zu mir zu locken. Bei mir hat sich einfaches Reden bewährt. Anfangs habe ich ihn in Grund und Boden geplaudert: hat geholfen! Das gab mir die Möglichkeit seine Blicke zu belohnen und damit war ich wieder einen großen Schritt weiter.

Noch ein Detail: Damit das Stehenbleiben kein Jojospiel wird, musst Du mit dem Weiterlaufen warten, bis Dich Dein Hund anschaut, dann kannst Du davon ausgehen, dass er mit den Gedanken bei Dir ist. Und sicherheitshalber dort auch noch ein oder zwei Sekunden Pause dazwischenschieben, damit das Tempo rausgeht. Irgendwie muss man dem Hund ja auch klar machen, dass man es selber nicht ganz so eilig hat wie er. Also Ruhe Ruhe Ruhe. Je schneller der Hund wird, umso langsamer wirst Du. Aber das braucht viel Feingefühl, schließlich hat der Hund ein höheres Tempo als wir. Das ist und bleibt ein Konflikt zwischen Mensch und Hund. Natürlich ist es hilfreich, wenn Du ein hohes Grundtempo einlegst, damit kommst Du dem Hund entgegen.

Nachdem ich begriffen hatte, was ich falsch mache, hat es keine drei Wochen gedauert, bis mein Wuffi locker und zufrieden mit mir an der Leine lief. Was für ein Sieg! Und das definitiv für beide Seiten.

Ich war sehr erstaunt, wie einfach sich das Problem lösen lies. Und ich ärgerte mich über mich selber, dass ich es nicht schon viel früher in Angriff genommen hatte. Voraussetzung war jedoch eine gnadenlose Selbstanalyse. Mir hat es auch geholfen, andere Hundebesitzer beim Leinelaufen zu beobachten. Auch da kann man sich hin und wieder selbst erkennen.

 

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