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A Aalstrich Dunkle, streifenförmige Fellzeichnung, die vom Nacken bis zur Rutenspitze verläuft; zum Beispiel beim Mops.
  Aasfresen Nicht erwünschte Eigenschaft aus der Wildhundvergangenheit zum Ausgleich des Säure- und Basengleichgewichts. Niedrige Eiweißsubstanzen im Aas oder Mist schwächen die im Organismus durch einseitige Fütterung entstandenen Säuren ab. Aas (reifgewordenes Fleisch) ist im Gegensatz zu verdorbenem Fleisch ungefährlich.
  Abführmittel, natürliche Sind Euter, rohe Leber, Lunge, rohes Ei und Brühe von Pferdefleisch.
  Abzeichen Einzelne braune, graue, schwarze oder andersfarbige Flecken als Marken am Kopf und am Körper weißer oder andersfarbiger Hunde. Zum Beispiel beim Basset oder Sennenhund. Abzeichen können auch marmoriert, schattiert und getigert sein wie beim Münsterländer oder Pointer.
  Afterklaue Afterkralle, Afterzehe, auch Wolfskralle. Krallen ohne Bodenkontakt an den Hinterläufen, sie stammen aus der Wolfsvergangenheit. Kommen bei einigen großen Rassen wie Bernhardiner, Pyrenäen-Schäferhund oder Beauceron (französischer Hirtenhund) vor. Falls nicht im Standard vorgeschrieben, werden sie meist vom Züchter in den ersten Lebenswochen entfernt. An den Vorderläufen nennt man sie Daumen.
  Aggression  Fremdwort für Angriffslust und Kampftrieb. Nach Konrad Lorenz "ein Instinkt wie jeder andere und ebenso lebens- und arterhaltend". Bei bestimmten Rassen wie Jagdhund (auch Dackel) oder bei Schutzhunden als natürliche Schärfe erwünscht und durch Erziehung in die richtige Bahn zu lenken. Im negativen Sinne wird die Aggression so gesteigert, dass die Hunde zu einer Gefahr für die Umwelt werden. Zu nervlichem Fehlverhalten (Neurose) übersteigert ist die Aggression des Angstbeißers, der wirklich zuschnappt, besonders wenn er angebunden ist oder an der Leine gehalten wird.
  Ahnentafel Offizieller Abstammungsnachweis des Rassehundes auf einem vorgedruckten Formblatt, unterschrieben vom Zuchtbuchführer und dem Züchter . Mit genauer Beschreibung des Hundes und mindestens drei Generationen seiner Vorfahren. Fälschlich Stammbaum genannt.
  Alphatiere Begriff aus der Verhaltensforschung für die ranghöchsten Tiere (Rüde und Weibchen) in einem Rudel. Benannt nach dem ersten Buchstaben im griechischen Alphabet. Wird auch benutzt für sehr selbstbewusste Hunde.
  Analdrüsen Verschiedene Drüsen in der Umgebung des Afters, in denen Geruchsstoffe gebildet werden, die den Kot imprägnieren und das Interesse der Artgenossen an Kot und After erregen. Bei Verstopfung und Überfüllung der Drüsen "fährt der Hund Schlitten".
  Analgesicht Die Gegend unter dem Schwanz ist eine Art Personalausweis des Hundes, das wichtigste Riechfeld für das Beschnuppern bei der sozialen Begegnung, der Analkontrolle. Sie ist ein soziales Vorrecht, das ranghohen Rüden zusteht.
  Angstbeisser siehe Aggression
  Ankörung Sorgfältige Prüfung eines jungen Hundes auf Zuchttauglichkeit, besonders bei Gebrauchshunden. Sie entscheidet über die Zulassung der Zucht.
B Befiederung Oder Befederung, Besatz mit halblangen Haaren (Federn) an Läufen, Ohren oder Rute.
  Beissunfälle mit Kindern Das höchste Risiko tragen Schulkinder. Die Verletzungen sind selten schwerwiegend, die Täter Hunde der eigenen Familie oder der Nachbarn. Grund: zu wenig Kenntnis des arteigenen Verhaltens der Hunde.
  Blauschecke siehe Blue Merle
  Blendling Der zoologisch richtige Ausdruck für Bastard oder Mischling. Nachkomme verschiedener Rassen.
  Blue Merle Auch Blauschecke genannt, Tigerung bei Collies, Doggen und Dackel (Tigerteckel). Die Erbanlage Merlefaktor kann von Missbildungen wie Blindheit und Taubheit begleitet werden.
  Blutlinie Aus der Ahnentafel ersichtliche Ahnenreihe einer Rassefamilie. Die Bezeichnung beruht auf der falschen Annahme, dass das Blut der Träger der Erbanlagen ist.
  Brand Rot- bis rostbraune Abzeichen bei dunklen, meist schwarzen Hunden.
  BriefträgerJährlich werden 2.800 Briefträger gebissen; jeder 20. Postbote wird in einen Beißunfall verwickelt. Als besonders beißfreudig erweisen sich die kleinen Rassen wie Dackel, Pudel oder kleine Mischlinge. Warum weiß man zur Zeit nicht. Wird ein Briefträger vom gleichen Hund mehrfach belästigt, hat die Post das Recht, die Hauszustellung aufzugeben. Ursache für das Misstrauen der Hunde könnten die vielen Gerüche sein, die der Briefträger bei seiner Tour von Haus zu Haus annimmt. Eine andere Erklärung: Der Postbote kommt und geht, ohne dass jemand mit ihm redet. So ist er für den Hund ein Einbrecher.
C CAC Certificat d Apitude au Championat, Anwartschaft auf das nationale Schönheitschampionat bei Ausstellungen.
  CACIB Certificat d Apitude au Championat International de Beauté. Anwartschaft auf das Internationale Schönheitschampionat. Der wichtigste Siegertitel bei internationalen Ausstellungen.
  CACIT Certificat d Apitude au Championat International de Travail. Seltene Anwartschaft auf das Internationale Arbeitschampionat für Gebrauchshunde.
  Championat Siegertitel für Hunde, die dem Zuchtziel, dem Standard der Rasse, am nächsten kommen.
  Charakter Summe der Eigenschaften und Eigentümlichkeiten, die die Individuen einer Rasse besitzen oder die bei ihnen gehäuft vorkommen: Temperament, Lernfreudigkeit, Ausdauer, Kampftrieb oder besondere Anhänglichkeit. Der Charakter bestimmt, ob eine Rasse zu einem Menschen passt.
  Cruft's Dog Show 1886Benannt nach Charles Cruft 1886. Mit etwa 10.000 Hunden die größte Ausstellung der Welt. Alljährlich im Februar in London.
D Daumen Die Afterklauen an den Innenflächen der Vorderläufe einige Zentimeter über dem Boden. Da sie sich nicht abnützen, müssen sie regelmäßig geschnitten werden. Wachsen sie sich zu Haken aus, können sie sich im Halsband verhängen und abreißen. Manche Züchter lassen sie früh entfernen. Viele plädieren für die Erhaltung der Daumen. Sie sind ein natürliches Werkzeug des Hundes und werden beim Kauknochenkauen oder beim Spielen mit einem Ast benutzt.
  Deckakt Die Paarung von Hündin und Rüde, dauert zwischen 10 und 45 Minuten. Der Schwellkörper des Penis wird durch die Vaginalmuskulatur festgehalten. Die Zeit, in der Hund und Hündin unlösbar miteinander verbunden sind, etwa 15 Minuten, bezeichnet man als das Hängen. Dabei schauen Hündin und Rüde nach Lösen der Umklammerung in entgegengesetzte Richtung. Kaltwassergüsse und andere Trennungsversuche sind Tierquälerei, das Hängen ist ganz natürlich.
  Defektzucht Bezeichnung für Rassen, denen zwecks "Schönheitsideal" oder "originellem Aussehen" körperliche Schäden angezüchtet werden. Beispiele: Französische Bulldoggen; wegen großem Kopf und schmalem Becken müssen sie mit Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. Boston Terrier, ebenfalls Geburtsschwierigkeiten, zudem Hornhautentzündungen wegen der vorquellenden Augen. Gescheckte Doggen, Dackel und Collies, die häufig taubblind (Blue Merle) sind. Lidverengungen bei Chow Chow und Sharpei; klaffende Lidspalten bei Basset und Bernhardiner; Hüftgelenksdysplasie beim Deutschen Schäferhund. Durch vernünftige Züchter lassen sich die Defekte vermeiden, ohne das Erscheinungsbild der jeweiligen Rasse wesentlich zu verändern.
  Dicker Hund Übergewicht kann man nur langsam abbauen. Füttert man 60% des Normalbedarfs, werden wöchentlich 2% des Körpergewichts abgebaut. Ein bewährtes Rezept: Anstelle eines Hungertages einmal in der Woche eine Stoffwechselanregung: saure Milch mit halber, altbackener Semmel.
  Domestikation Vom lateinischen domesticus = häuslich, die Zähmung von Wildtieren zu Haustieren. Vor 15.000 bis 10.000 Jahren wurde gegen Ende der Steinzeit aus dem Wolf der Hund. Und so kann es gewesen sein:

* Nach Konrad Lorenz: Zusammenarbeit von Wölfen und Männern bei der Jagd zu    gegenseitigem Nutzen.
* Nach Wolf Herre: Junge Wölfe wurden als Nahrungsreserve gehalten, zeigten sich    anstellig als Bewacher des Lagers und wurden nicht mehr als Beutetiere verzehrt.
* Nach Erik Zimen: Die Frauen haben die Domestikation eingeleitet und junge Wölfe als    Wärmekissen, in der Kinderpflege (Kotfressen und Sauberlecken) und als Bewacher    benutzt. (Nach Beobachtungen bei Turkana-Nomaden in der Steppe Nordkenias.)

  Dominanz st eine Erbanlage, die sich sichtbar vererbt und dabei andere Erbanlagen unterdrückt. Bei Schnauzern zum Beispiel ist das Gen für Schwarz gegenüber Pfeffersalz dominant.
  Drahthaar  Kurzes, hartes Stockhaar wie beim Foxterrier oder Deutsch-Drahthaar.
  Duftmarke Kurzer Urinstrahl, mit dem der Rüde sein Revier "markiert". Er versucht, die Duftmarken anderer Rüden zu überdecken. Deshalb muss er so oft sein Bein heben.
 

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