Herkunft
und Geschichtliches
Schon im Jahr 1591 wurden die Hunde in einem Kapitel
über Værøy von Erik Hansen Schønnebøl
erwähnt. Der Italiener Francesco Negri berichtet
1666 von ähnlichen Hunden in der Finnmark.
Alle heute lebenden Vogelhundehunde haben ihre Ahnen
in Mostad, doch fast wären sie völlig ausgerottet
worden. Die Bewohner von Røst, die ebenfalls
über Jahrhunderte mit dem Hund auf Vogeljagd gegangen
waren, gingen zu einer anderen Fangtechnik über.
Sie fingen die Vögel mit einem Netz. Diese effektivere
Methode wurde gebietsweise auch auf Værøy
übernommen. Das machte die Hunde überflüssig.
Sie begannen herumzustreunen, zu wildern und entwickelten
sich zu einer echten Plage. Daher beschlossen die Gemeindeverwaltungen
auf Røst und Værøy eine Hundesteuer
einzuführen, was zur Folge hatte, dass es in kurzer
Zeit kaum noch einen Hund auf den Inseln gab.
Auf Mostad brauchte man weiterhin den Vogelhund und
erreichte nach einigen Protesten eine Steuerermäßigung.
Es kam soweit, dass Mostad der einzige Ort wurde, wo
noch diese Rasse existierte und wegen der Abgeschiedenheit
sich auch nicht mit anderen Hunden vermischte. Von dieser
Situation hörte im Jahre 1938 eine Frau namens
Eleonora Christi. Sie erkannte, dass diese Rasse kurz
vor dem Aussterben stand und beschaffte sich vier Hunde,
drei Weibchen und einen Rüden, um den Bestand zu
retten. Drei Jahre später musste auf ihre Zucht
zurückgegriffen werden, denn auf Mostad starben
innerhalb kurzer Zeit alle Hunde an einer Seuche. Nun
übergab Frau Christi den Bewohnern vier Hunde zurück,
mit denen eine neue Zucht aufgebaut wurde.
Heute existiert zwar nur ein kleiner aber gesicherter
Bestand. In ganz Norwegen leben heutzutage ca. 600 Hunde,
die meisten aber auf dem Festland als Haus- und Schoßhunde.

Besonderheit
Lundehunde wurden zur Jagd auf norwegische Papageitaucher,
die Lunde, eingesetzt. Sie haben einige erstaunliche
Fähigkeiten entwickelt. Die Lundehunde haben als
einzige Hunderasse sechs Zehen an jedem Lauf, wovon
die sechste höher angeordnet ist und dem Hund einen
guten Halt beim Klettern gibt. Ein besonderer Schultergürtel
macht es dem Tier möglich, die beiden Vorderläufe
im 90°-Winkel seitlich wegzustrecken. Der Kopf lässt
sich bis an die Wirbelsäule nach hinten biegen,
wodurch sich der Hund "kürzer" machen
kann. Weiterhin ist ein Lundehund durch eine Querfalte
im Ohrenknorpel in der Lage, die normalerweise spitz
nach oben stehenden Ohren zuzuklappen, um seine Gehörgänge
vor Schmutz und Tropfwasser zu schützen.
Beschreibung
Bis 38 cm großer und 7 kg leichter spezieller
Jagdhund, meist hellbraun mit weiß, stellenweise
schwarze Haarspitzen. Das Fell ist kräftig, enganliegend
und relativ kurz mit weicher Unterwolle. Dreieckige
Ohren von mittlerer Größe, breit an der Basis,
aufrecht getragen und eine halblange, dicht behaarte
Rute, Ringelförmig oder leicht gerollt über
dem Rücken oder auch hängend getragen vervollkommenen
das Hundebild.
Wesen
Der Norwegische Vogelhund ist sehr wachsam, energisch
und lebhaft. Weiterhin ist er kinderlieb und sehr freundlich.
Mit anderen Hunden kommt er normalerweise gut zurecht.
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