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DER HUND - THE DOG - LE CHIEN

Auch ein schwieriger Hund wird zum angenehmen Begleiter,
der nicht ständig an der Leine-und Ihnen zieht.


 

Erkenntnisse über „Dominanz“
und „Rangordnung“
von Edith Kirchberger

"Dominanz" ist eines der am häufigsten missverstandenen und missbrauchten Wörter in Hundehalter- und Ausbilderkreisen.
Nicht selten wird sofort mit "Dominanzproblem" betitelt, wenn der Hund "ungehorsam" ist, was sich bei näherer Betrachtung allerdings immer als mangelnde Kommunikation, aus Unwissenheit im Umgang mit dem Hund oder als ungenügendes oder falsches Training herausstellt.
Sogar Hunde, die offensichtlich Angst vor bestimmten Personen haben und diese beispielsweise anbellen oder nach ihnen schnappen, wenn sie sich bedrängt fühlen, werden von manchen "Experten" als dominant bezeichnet. Das bellen und schnappen hat immer eine Ursache. Als Therapie wird den Rat suchenden Hundehaltern dann auch häufig ein "Unterordnungstraining" empfohlen, um dem angeblich aufmüpfigen Vierbeiner "zu zeigen, wer der Herr ist". In Wirklichkeit ist der Hund nur verzweifelt und versucht, sich die Furcht einflößenden Fremden vom Leib zu halten.
Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass sich solche Probleme durch soche "Therapien" meist deutlich verschlimmern...
Vielleicht wundern Sie sich: Während viele Hundebesitzer sowie „Hundeexperten“ von „Dominanzproblemen“ oder Rangordnungsproblemen bei Hunden reden, werden Sie diese Begriffe am Ende des Artikels anders sehen und verstehen was wirklich dahinter ist.
Was einen „dominanten“ Hund auszeichnet wird sehr unterschiedlich aufgefasst und verstanden.
Es sind Eigenschaften wie aggressiv, wild, ungestüm, unbeherrscht, ungehorsam, draufgängerisch, kräftig, etc...
In den allermeisten Fällen zeigen die derart bezeichneten Hunde jedoch ganz einfach gestresstes Verhalten verusacht durch den Menschen!
Leider wissen die überforderten Hundehalter damit nichts anzufangen und reihen den Hund in die Kategorie „dominant“ ganz einfach ein, weil sie dies irgendwo gehört haben und viele Menschen informieren sich auch nicht weiter darüber, was wirklich dahinter steckt.
Das hat in der Folge zweierlei Auswirkungen:
• Bei manchen Leuten herrscht die Meinung vor, „dass man da halt nichts machen kann, die Rasse ist eben so“. Möglicherweise spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass man sogar stolz ist, so einen „Rambo“ sein eigen zu nennen. In diesem Fall baut der Hund das vorhandene Verhaltensmuster auf und bewirkt, dass auch immer mehr andere Hunde, auf die er trifft, aggressive Verhaltensmuster entwickeln, auch ganz klar, denn Aggressivität erzeugt wieder Aggressivität bei manchen Hunde, denn manche lassen sich davon gott sei dank nicht beeindrucken.
• In anderen Kreisen ist es immer noch üblich – trotz inzwischen zahlreich vorhandener guter Literatur, die ausdrücklich vor solchen Maßnahmen warnt – „dominante“ Hunde zu „unterwerfen“, ihnen gewaltsam zu zeigen „wer der Boss ist“. Spiegelt sich doch nur in den Menschen der heutigen Zeit wieder, es geht immer nur wer ist der Boss, ist in der Politik wie in leider schon fast allen Firmen zu sehen.
Die Bezeichnung „dominant“ führt in der Regel vor allem zu einem:
Zu einer unendlichen Kette von Missverständnissen und gesteigerter Aggression, an deren Ende im schlimmsten Falle Beißunfälle oder das Töten des Hundes aus vorgeschobenen Gründen stehen, auch wieder wie bei den Menschen und heute schon bei Kindern.
Welcher Art die Probleme, die ein Hund verursacht, auch immer sein mögen, welche nur durch den Menschen hervorgerufen wurden - NIEMALS dürfen gewaltsame Maßnahmen und Schmerzzufügung als „Therapie“ eingesetzt werden!! Dadurch wird ein Teufelskreis an Aggression in Bewegung gebracht, aus dem Hund und Mensch nur schwer wieder herausfinden!
Tatsächlich gibt es in der modernen Ethologie ausreichend Hinweise, dass wir mit dem ganzen Dominanzkonzept bei Hunden einem großen Irrtum aufgesessen sind! Man lernt ja bekanntlich nie aus.
Wie es dazu kommen konnte und warum wir heute wieder mehr darüber wissen, (gescheiter sein sollten!), lesen Sie bitte bei Mech (1999), Coppinger (2003) und Eaton (2003).
Kurz zusammengefasst, für ein problemloses Zusammenleben mit Hunden, sind ganz andere Kenntnisse von großer Wichtigkeit:
• Wie sozialisiere ich einen Welpen positiv und richtig?
• Wie kommunizieren Hunde und wie und wodurch lernen sie?
• Wie arbeite ich beim Training richtig mit positiver Verstärkung?
• Wie bauen wir gegenseitig ein Vertrauensverhältnis auf?
Was ist nun Dominanz und Rangordnung?
Zieht Ihr Hund an der Leine und rennt vor Ihnen durch die Tür? Liegt er am liebsten mit Ihnen auf dem Sofa und macht sich in Ihrem Bett breit? Haben Sie einen Hund der keine Artgenossen mag? Oder haben Sie einen Hund der sein Futter mit Knurren verteidigt?
Trifft einiges davon zu, dann haben Sie bestimmt auch schon die Aussage zu hören bekommen:
"Sie haben ein Dominanzproblem! Ihr Hund muss untergeordnet werden damit das Zusammenleben funktioniert. Ihr Hund zeigt nur dann keine Probleme im Umgang mit Ihnen und seinen Artgenossen, wenn Sie ihm gezeigt haben wo er im Rudel steht."
Die Klärung der Rangordnung gilt als Universallösung bei Hundeproblemen.
Der Hund verteidigt sein Futter oder seinen Knochen. Dies wird von vielen Leuten als ein Rangordnungsproblem angesehen. Das ist nicht der Fall! Wie würden Sie reagieren wenn man ihnen das Essen und Süßigkeiten wegnimmt und dann noch dazu wenn sie Hunger haben.
Aus Sicht des Hundes ist es ganz normal dies zu tun. Aus Sicht des Menschen ist es unerwünscht. Isoliert man den Hund für dieses unerwünschte Verhalten, versteht er die Strafe nicht und lernt kein Ersatzverhalten. Isolation bedeutet schlichtweg Misshandlung und führt nie zum gewünschten Erfolg sondern geradeaus zum Gegenteil.
Die Ergebnisse neuerer Forschung von L. David Mech zeigen, dass diese Sicht der Dinge jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.
Was ist aber nun unsere Rolle als Mensch gegenüber dem Hund?
Für ein problemloses Zusammenleben ist es wichtig, dass Hunde einige Regeln akzeptieren. Unsere Rolle entspricht dabei derer von fürsorglichen Eltern, wir nehmen somit auch dem Hund den Stress von vornherein ab.
Eltern haben Rechte, aber auch Pflichten und sind fair.
Um zu erreichen, dass der Hund unseren Anweisungen folgt sind folgende Punkte wichtig:
► Der Hund hat eine gute Beziehung zu uns und vertraut uns.
► Wir sind ruhig und gelassen, wir überblicken die Situation und bringen den Hund nicht in Situationen, die er nicht bewältigen kann.
► Wir verstehen den Hund durch seine Signale und durch seine Körpersprache, gehen auf ihn ein und ermöglichen ihm, wo es geht auch Hund zu sein, die Gegend zu erkunden, mit Artgenossen Kontakt zu haben, zu tun was er möchte, ohne ihn dauernd anzusprechen oder im Mittelpunkt zu stehen. Der Hund wird dafür umso aufmerksamer sein, wenn wir etwas von ihm möchten.
► Bei uns zu sein gibt Sicherheit, der Hund fühlt sich geborgen und verstanden. Zu uns zu kommen und mit uns zu arbeiten, zu trainieren und zu kooperieren ist positiv!
Wie auch wir vom Hund respektiert werden möchten, so sollten auch wir den Hund respektieren!
Auf diese Art können Hunde viel schneller und nachhaltiger lernen, was er tun soll , als durch jegliche Form von "Unterordnungsübungen" oder fragwürdigen Unterwerfungsritualen wie etwa den so genannten "Alpha-Wurf", der noch immer von einigen Ausbildern propagiert wird.

Wenn der "unterlegene" Hund vor/unter einem "überlegenen" Hund liegt, ist das ein hundliches Verhalten, wobei er keinesfalls gezwungen wurde sich auf den Rücken zu legen, wenn Sie dies beobachten, er macht es von ganz alleine zur Beschwichtigung, damit der andere, in diesem Fall der obere Hund weiß, ich bin ganz friedlich, ich tu dir nichts, ich will nicht mit dir streiten.
http://www.hunde-kirchberger.at

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