Herkunft
und Geschichtliches
Diese Rasse stammt von der Insel Neufundland und entstand
aus einheimischen Hunden und dem grossen schwarzen Bärenhund,
den nach dem Jahre 1100 die Wikinger dort eingeführt
hatten. Nach dem Eintreffen europäischer Fischerleute
wirkten verschiedene Rassen an der Gestaltung und der
Auffrischung der Rassen mit, aber die wichtigsten Eigenschaften
blieben bestehen. 1886 wurde in England der Neufundländer-Klub
gegründet, einer der ältesten englischen Hundevereine.
1883 kamen die ersten Neufundländer nach Deutschland.
Beschreibung
Imposanter, ca 71 cm großer und 68 kg schwerer
Hund mit wasserundurchlässiges Stockhaar. Die Ohren
sind klein, dreieckig mit abgerundeter Spitze, gut hinten
und seitlich am Oberkopf angesetzt. Das Deckhaar ist
mäßig lang und gerade, nicht gelockt. Eine
leichte Wellenbewegung ist erlaubt. Die Unterwolle ist
weich und dicht.
Die herkömmliche Farbe des Neufundländers
ist schwarz, andere Farben:
weiß-schwarz : Diese Varietät ist für
die Rasse auch von historischer Bedeutung. Aus dieser
Färbung wurde vor einigen Jahrzehnten (aber nur
in den Ländern Deutschland, der Schweiz und Österreich!)
eine besondere Rasse ausgekoppelt: Der Landseer. In
angelsächsischen Ländern bezeichnet "Landseer"
(nach wie vor) einen weiß-schwarzen Neufundländer
die Farbe braun geht von schokoladenfarben bis zu bronzefarben.
Dieser Farbschlag gilt z.B. in Kanada als Fehlfarbe.
Grau : Eine Farbvariation, die in Deutschland für
die Zucht deselektiert wird, in den Vereinigten Staaten
jedoch als äußerst beliebt gilt.
Schwarze und braune Neufundländer können weißen
Abzeichen an Brust, Pfoten und Rutenspitze aufweisen.
Sowohl der braune Farbschlag als auch die Scheckung,
die zum weiß-schwarzen Neufundländer füht,
vererben sich nach den Mendelschen Gesetzten rezessiv
gegenüber der rein schwarzen Färbung. Dies
führt zwangsläufig auch zu braun-weißen
Tieren. Diese sind jedoch nicht erwünscht und werden
in der Rassezucht durch entsprechende Partnerwahl vermieden.
Verwendung
Dieser große kräftige Hund eignet sich als
Begleithund und Familienhund. Früher war er ein
Fischerhund, der z.b. dabei half Netze an Land zu ziehen.
Dadurch eignet er sich auch hervorragend für die
Zug- und Wasserarbeit. Durch seinen natürlichen
Rettungstrieb und seine Liebe zum Wasser, kann er bei
richtiger Erziehung und Ausbildung, für die professionelle
Wasserrettung eingesetzt werden. Dies geschieht vor
allem in Italien und in Frankreich.
Wesen
Der Neufundländer ist freundlich, ruhig und ausgeglichen.
Seine ganze Liebe gilt seinem Herrn und dessen Familie.
Ihnen dient er mit großer Anhänglichkeit
und Treue und erweist sich besonders als treuer Beschützer
kleiner Kinder. Intelligenz und Wachsamkeit verschaffen
ihm in seiner Umgebung Respekt.
Anderen Hunden gegenüber ist er friedfertig, jedoch
wehrhaft, wenn er angegriffen wird. Der Neufundländer
gilt deshalb zu Recht als "Aristokrat unter den
Hunden". Es ist selten, dass ein Hund dieser Rasse
mit schlechten Anlagen geboren wird. In den meisten
Fällen liegt es an falscher Erziehung und Haltung,
die zu Wesensbeanstandungen führen. Nervöse,
reizbare oder jähzornige Menschen sind für
diese Hunde ungeeignete Partner. Wo echte Liebe zum
Tier und Verständnis für die damit verbundenen
Anforderungen vorhanden sind, sind auch die Voraussetzungen
gegeben, dass Herr (bzw. Familie) und Hund miteinander
glücklich werden.
Der Neufundländer ist kein Raufer oder Beißer,
kein Angreifer. Doch bei Gefahr, die er schnell und
gut erkennt, ist er zum Schutz der Seinen bereit. Er
wird sich stets bemühen, seine Zuneigung auf alle
Familienmitglieder gerecht zu verteilen, doch zu Kindern
entwickelt er ein besonderes Verhältnis.
Die Erziehung des Neufundländers ist dank seiner
Intelligenz und schnellen Auffassungsgabe relativ leicht.
Für diesen bärenstarken, imposanten Hund versteht
es sich von selbst, daß ihm ein Mindestmaß
an Erziehung beigebracht werden muß.
Haltung
Der Neufundländer braucht Platz. Freilaufend auf
"seinem" Grundstück oder im Haus, falls
er einmal allein bleiben muß, fühlt er sich
wohler als im Zwinger. Dies schließt deshalb auch
eine Haltung in einer engen Etagenwohnung aus. Er braucht
Bewegung, frische Luft, Wind, Regen und Sonne, von ihr
allerdings nicht zu viel. Für ein schattiges Plätzchen
im Sommer sollte Sorge getragen werden. Der dauernde
Kontakt, das "Dabeisein", wenn auch nur mit
den Augen, ist für den Hund das Wichtigste. Die
größte Freude kann man ihm jedoch machen,
wenn man ihm auf einem langen Spaziergang die Gelegenheit
zum Schwimmen und Tauchen gibt.
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