Nordic
Walking mit dem Hund stellt sich nach einigen Trainingssequenzen
als effiziente, unterhaltsame und lehrreiche Freizeitbeschäftigung
heraus. Das erfreuliche daran ist, dass
der Mensch ca. 400 – 500 Kalorien mehr unsetzt
als beim Spazieren, und dass der Hund am Ende des Spazierganges
auch wirklich müde und zufrieden ist.
Einige Voraussetzungen
sollten jedoch erfüllt sein.
Normalerweise läuft ihr Hund an lockere Leine neben
ihnen.
Das würde jedoch den Einsatz der walking Stöcke
unmöglich machen. Er muß also lernen vor
ihnen zu laufen und auf die Stöcke zu achten. Die
verbale Kommunikation zwischen ihnen und ihrem Hund
sollte gut eingeübt sein so daß auch Hundebegegnungen
nicht zu einem Problem werden.
Die Stöcke
Als Faustformel empfehlen die meisten Verbände:
Körpergröße x 0,66 - 0,68. Finde Deine
richtige Stocklänge. Verlockend sind zwar die billigen
Angebote der Discounter, aber wenn Sie diese Sport ernsthaft
und gesundheitsbewusst ausführen wollen, sollten
Sie sich auf jeden Fall gute Stöcke kaufen.
Nordic Walking ist hervorragendes
Beschäftigungs- und Ausdauertraining für Ihren
Hund.
Selbst für Hunde mit Gelenkproblemen, denen der
Tierarzt Leinenzwang verordnet hat, ist es ein ideales
Bewegungs- und Muskelaufbautraining. Da der Hund während
des Trainings an der Leine geht, wird ein kontrollierter
Bewegungsablauf ermöglicht.
Nordic Walking ohne Hundeerfahrung
Sollte Ihnen einmal ein Hund beim Laufen begegnen hören
Sie für einen Augenblick mit dem Stockeinsatz auf.
Einige Hunde reagieren nervös auf das Klackern
der Stöcke.
Angeleinte Hunde sind eventuell aggressiver als frei
laufende. Lassen Sie einen Leinenabstand Platz, wenn
Sie vorbeilaufen.
Bleiben Sie bei einem absehbaren Kontakt mit frei laufenden
Hunden so ruhig wie möglich. Nur so können
Sie ein ängstliches Auftreten vermeiden. Hunde
riechen Ihre Angst.
Machen Sie sich möglichst schon von weitem bei
dem Hundehalter bemerkbar. Dann kann er die Situation
einschätzen und seinen Hund an die Leine nehmen.
Ein Hund, der ruhig auf Sie zuläuft, bedarf keiner
weiteren Aufmerksamkeit. Laufen Sie einfach ohne Stockeinsatz
weiter.
Reagieren Sie auf einen mitlaufenden Hund möglichst
nicht. Der Hund will spielen, und wenn Sie nicht mitspielen
und ohne zu zögern weiterlaufen, werden Sie schnell
langweilig für das Tier.
Vorsicht bei Hunderudeln. Hunde fühlen sich wie
Menschen in der Gruppe stärker und neigen im Rudel
eventuell ehr zur Aggressivität.
Schlagen oder treten Sie nicht nach mitlaufenden Hunden.
Sonst schlägt der Spieltrieb des Hundes schnell
in Aggressivität um.
Laufen Sie vor einem heranstürzendem Hund nicht
davon. Damit zeigen Sie Unterlegenheit und reizen seinen
Beutetrieb. Bleiben Sie stehen und warten ab.
Wird ein Hund aggressiv, laufen Sie nicht weiter. Bleiben
Sie ruhig stehen. Schlagen Sie den Hund nicht mit den
Stöcken, sprechen Sie beruhigend auf ihn ein.
Schauen Sie einem aggressiven Hund nicht in die Augen.
Er wertet dies als Dominanzgeste, es könnte ihn
zum Kampf herausfordern.
Wenden Sie einem Hund niemals den Rücken zu, wenn
er Sie umkreist. Stehen Sie ihm immer mit dem Gesicht
gegenüber.
Entwicklung
Die
Anfänge dieser Sportart liegen in den 30er Jahren,
denn schon damals wurde unter dem Namen Stockgang oder
Stocklauf diese Sportart von den meisten Langläufern
im Sommer und Herbst in ihr Training eingearbeitet,
um die Kondition zu verbessern und so schon im Winter
in höhere Trainingsintensitäten einzusteigen.
Diese Sportart wurde dann in den 1980er Jahren in den
USA unter dem Begriff Pole Walking, als äußerst
effektive Variante des klassischen Walking bekannt,
konnte sich aber nicht etablieren. Erst nach Anpassung
der Stöcke und Entwicklung des heute bekannten
Schlaufensystems wurde es im Frühjahr 1997 in Finnland
als Nordic Walking vorgestellt. Im Norden des Landes
wurden im selben Jahr auch die ersten Trainer ausgebildet,
darunter auch einige Deutsche.
Bewegungsablauf
Durch
die Stöcke wird auch der Oberkörper einschließlich
der Rückenmuskulatur trainiert. Der Ablauf wird
durch bewussten Umgang mit den Stöcken gesteuert.
Der rechte Stock hat immer dann Bodenberührung,
wenn die linke Ferse aufsetzt, der linke Stock, wenn
die rechte Ferse aufsetzt. Die Stöcke werden nah
am Körper geführt. Die Schultern sollen stets
locker und entspannt sein. Die Stöcke werden schräg
nach hinten eingesetzt; der Stockeinsatz sollte immer
unterhalb des Körperschwerpunktes, also in der
Schrittstellung auf der vertikalen Körperachse
erfolgen. Um eine hohe Trainingswirkung zu erzielen,
sollte Folgendes beachtet werden: Lange Schritte machen,
gut abrollen, die Arme weit schwingen, die Arme möglichst
gerade halten und mit den Armen nach hinten arbeiten
(d.h. man soll mit der Hand über die Hüfte
hinaus kommen). Lange Schritte erhöhen jedoch die
Gelenkbelastungen.
Erlernen der Technik
Nordic-Walking
mag für den Außenstehenden unkompliziert
und leicht ausführbar erscheinen. Es ist jedoch
durchaus ein komplexer Bewegungsablauf, der recht hohe
Anforderungen an die Koordination stellt. Schließlich
kommt dieser Sport aus dem Ski-Langlauf und ist entsprechend
mit den Techniken des Langlaufs verwandt! Das Erlernen
der richtigen Technik ist grundsätzliche Voraussetzung
für die positiven gesundheitlichen Effekte, die
dem Nordic-Walking zugeschrieben werden. Leider sieht
man bei den vielen "Autodidakten" in Sachen
Technik immer die gleichen Auswirkungen: Die Begeisterung
ist häufig ebenso groß wie die Ahnungslosigkeit.
Das Ergebnis dieses intuitiven Loslaufens ist überall
in Parks und im Wald zu sehen: Der "staksige"
und unharmonische Bewegungsablauf hat mit Nordic-Walking
nicht viel gemeinsam und ist eher eine Belastung für
die Gelenke. Wer diesen Sport richtig, d.h. effektiv
ausüben will, der sollte einen Kurs bei einem zertifizierten
Trainer buchen- aber bitte keinen der zahlreichen "Blitzkurse"
mit 2-3 Stunden Dauer. Etwas mehr Zeit muß man
da schon mitbringen! Und anschließend heißt
es dann: Üben, üben...
Schuhe
Biomechanische
Untersuchungen haben gezeigt, dass das Bein beim Nordic
Walking wesentlich steiler nach vorne ausgestellt wird
als beim Joggen, was zu hohen Impulskräften führt.
Eine andere Fersengestaltung von Walking-Schuhen im
Vergleich zum Joggingschuh kann diese höheren Kräfte
mindern: Die Ferse der Walking-Schuhe ist stärker
abgerundet als beim Jogging-Schuh, wodurch die Abroll-Bewegung
beim Aufsetzen des Fußes unterstützt werden
kann. Die gesamte Sohle des (Nordic-)Walking-Schuhes
sollte eine leichte Rundung aufweisen, da der Fuß
bis zum Ballen "abgerollt" wird. Das flüssige
Abrollen der Füße mit betontem Abdruck im
Ballen-Bereich (Großzehen-Grundgelenk)ist eine
der wichtigsten Bewegungsabläufe beim Nordic-Walking-
damit eben keine zu hohen Belastungen durch Impulskräfte
auftreten. Grundsatz sollte sein: Schuhkauf nur im Fachhandel
bei erfahrenen Verkäufern.
Stöcke

Nordic-Walking-Stöcke (Polen) werden zumeist aus
Carbon, Carbon-Glasfaser-Mischung oder aus Aluminium
gefertigt. Carbon gewährleistet eine bessere Dämpfung
als Aluminium und ist stabiler. Ein auswechselbarer
Gummischutz (Pad) absorbiert zusätzlich Schläge
und mindert Geräusche auf Asphalt.
Ein zu kurzer Stock ist bei der korrekten Bewegungsausführung
hinderlich. Die richtige Länge der Stöcke
wird (nach der gegenwärtig gültigen Formel)
wie folgt berechnet: Körpergröße (in
cm) x 0,66 = Stocklänge. Die Stöcke werden
von den Herstellern in Längen von 100 cm bis 130
cm angeboten. Für Anfänger empfiehlt es sich,
eine etwas kürzere Stocklänge als berechnet
auszuwählen. Das Handling der Stöcke wird
dann leichter.
Spezielle Handschlaufen gewährleisten einen optimale
Kraftübertrag von der Hand auf den Stock. Das ständige
Öffnen und Schließen der Hand und die damit
verbundene Greifbewegung wird als ein Element eines
Technikschemas angesehen. Das flüssige Öffnen
und Schließen der Hand erfordert allerdings eine
gute Koordination, so dass Einsteiger häufig damit
überfordert sind. Gerade deshalb ist eine Schlaufe,
mit der der Stock ohne Zugreifen dicht an der Hand bleibt,
besonders wichtig. Worauf beim Kauf unbedingt geachtet
werden sollte.
Untersuchungen haben
ergeben, dass keine Entlastung der Gelenke vom Körpergewicht
durch die Stöcke erfolgt, was bisher angenommen
wurde. Die Untersuchungen wurden von
dem Sportwissenschaftler Thomas Jöllenbeck an der
Orthopädischen Rehaklinik Bad Sassendorf durchgeführt.
Selbiges wurde von der TU-München (Prof. Dr. Schwirtz,
Eberhard Schlömmer: Lehrstuhl für Biomechnik),
welche im Rahmen eines Forschungsaufftrages dazu Kraftsensoren
in den Stöcken und Schuhen der Testläufer
unterbrachte, bestätigt. Die Entlastung der Gelenke
wird (gerade auch von den Medien) als positives Argument
für das Nordic-Walking angeführt. Damit wird
aber wohl eher eine bestimmte Marketing-Strategie verfolgt
als ein tatsächlicher Nutzen erzielt.Die Gelenkbelastung
ist vorhanden, ist aber geringer als beispielsweise
beim Jogging.Umso wichtiger ist ein harmonischer, technisch
korrekter Bewegungsablauf, der die Belastung gleichmäßiger
auf den Körper verteilt.
/Rk
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