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Redensarten - Redewendungen,Phrase, Floskel,Sprichwort
Vieles kommt einem spanisch vor.
Bei manchen versteht man nur Bahnhof und trotzdem gibt jeder seinen Senf dazu.Treten Sie ab und zu ins Fettnäpfchen und werden dafür ordentlich zur Minna gemacht? Hat man Ihnen gar das Wasser abgegraben oder einen Wink mit dem Zaunpfahl gegeben?

Redensarten und ihre ursprüngliche Bedeutung.

 

Die Katze im Sack kaufen
Wenn man etwas, ohne es zu prüfen, kauft und dabei hereingelegt wird. Auf den Märkten früher passierte es manchmal, dass die Marketender einem unaufmerksamen Käufer eine Katze unterjubelten anstelle des tatsächlich erstandenen Karnickels oder Ferkels.
Eulen nach Athen tragen
Jemand tut etwas Überfüssiges. Eulen gab es häufig im alten Griechenland und vor allem in Athen. Sie galten als Inbegriff von Weisheit. Die Göttin Athena - die Schutzgöttin der griechischen Hauptstadt - wird häufig mit einer Eule auf der Schulter dargestellt.

Butter bei die Fische
Aufforderung, etwas richtig und mit allem, was dazugehört, zu machen. Wer isst schon gern Margarine zu Fisch oder Fleisch? Diese Redewendung macht deutlich, dass zu einem lecker zubereiteten Fisch ausschließlich eine Sauce auf Butterbasis gehört.
Ein Gedächtnis wie ein Elefant haben
Da hat jemand ein äußerst gutes Gedächtnis. Die Redewendung basiert auf der Beobachtung, dass Elefanten oft noch nach Jahren wissen, wer ihnen etwas Böses zugefügt hat.
Jemandem einen Floh ins Ohr setzen
Eine Idee, die von einer Person geäußert wird, hält eine andere Person völlig gefangen. Die Redewendung entwirft das Bild eines Flohs, der im Ohr herumhüpft. Und mit einem Floh im Ohr kann man keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Eier legende Wollmilchsau
Bezeichnung für jemanden oder etwas, der oder das alle Ansprüche erfüllt. Da es sich bei der Wollmilchsau keineswegs um ein Tier handelt, sie aber tierische Eigenschaften von Huhn, Schaf, Kuh und Schwein vereinigt soll dieses vielseitige Fantasie-Tier auch hier genannt werden.
Jemandem einen Bärendienst erweisen
Manchmal hilft die beste Absicht nicht und fügt demjenigen, dem sie ursprünglich dienen sollte, sogar noch Schaden zu. Bei Jean de La Fontaine und seiner Fabel „Der Bär und der Gartenliebhaber“ (17. Jahrhundert) verfolgte der Bär in guter Absicht eine Fliege. Nun saß sie auf der Nase seines Herrn... Der Bär schlug sie tot mithilfe eines Steins, der seinen Herrn gleich mit ins Jenseits beförderte.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul
Bekommt jemand ein Geschenk, sollte er nicht daran herummeckern. Zum Pferdekauf gehört in jedem Fall die Prüfung des Gebisses. Alter und Wert eines Pferdes lassen sich hier feststellen. Wer dagegen ein Pferd geschenkt bekommt, kann sich diesen Teil des Handels sparen.
Katzenwäsche machen
Gemeint ist mit dieser Wendung eine eher flüchtige Form des Waschens. Zu Unrecht bezieht sie sich auf Katzen. Denn sie verbringen mehr als drei Stunden täglich mit ihrer Körperpflege. Sie gelten als sehr saubere Tiere, die sich hingebungsvoll der eigenen Hygiene widmen.
Mein Name ist Hase
Jemand ist völlig ahnungslos. Der Jurastudent Victor von Hase wurde 1843 beschuldigt, einem Kommilitonen zur Flucht verholfen zu haben, der im Duell einen anderen Studenten erschossen hatte. Von Hase soll zu Verhandlungsbeginn gesagt haben: „Mein Name ist Hase, ich verneine die Gegenfragen, ich weiß von nichts.“
Nachtigall ick hör dir trapsen
Jemand ahnt, wohin eine Sache führt. Es wird vermutet, dass diese Redensart auf das Lied „Frau Nachtigall“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ zurückgeht. Und zwar parodiert sie im Berliner Volksmund die Anfangszeilen der ersten und zweiten Strophe: „Nachtigall, ich hör dich singen“ und „Nachtigall, ich seh dich laufen“.
Wie von der Tarantel gestochen
Jemand zeigt eine überraschende und äußerst heftige Reaktion. Wenn die Tarantel sticht, dann bricht ihr Opfer in einen übertrieben wilden und unkoordinierten Tanz aus – so sagt es jedenfalls der Volksglaube. Und darauf geht diese Redewendung zurück.
Ein Wolf im Schafspelz
Auf den ersten Blick ein friedlicher Mensch, doch in Wahrheit jemand mit bösen Hintergedanken. Eine Wendung aus dem Neuen Testament: Matthäus (7, 15) warnte vor falschen Propheten, „die in Schafskleidung zu euch kommen, inwändig aber sind sie reißende Wölfe“.
Mich laust der Affe
Ein Ausdruck der Verblüffung. Umherziehende Schausteller hatten früher einen Affen dabei, der während der Vorstellung im Publikum umher sprang und die Leute zum lachen brachte, indem er vorgab, sie nach Läusen abzusuchen.
Jemandem ein Kuckucksei ins Nest legen
Wenn eine Person etwas macht, das sich später als Nachteil für eine andere Person erweist. Der Kuckuck sucht sich zum Ausbrüten seines Geleges ein fremdes Nest. Der Wirtsvogel brütet das Kuckucksjunge aus und ernährt es. Dabei kann es vorkommen, dass der heranwachsende Kuckuck die Jungen des Wirtsvogels aus dem Nest schubst.
Einen Frosch im Hals haben
Eine belegte Stimme oder auch eine momentane Heiserkeit. Diese Wendung geht auf einen medizinischen Befund zurück: Eine Zyste unter der Zunge, die eine deutliche Aussprache unmöglich macht – auch „Froschgeschwulst“ genannt.
Da zeigt sich der Pferdefuß
Erst später wird der Nachteil an einer Sache deutlich sichtbar. Der Volksglaube sieht den Teufel mit einem Pferdefuß. Wann immer sich der Pferdefuß zeigt, ist der Teufel am Werk.
Da ist der Bär los
Da kann man etwas erleben. Denn es war Stimmung, wenn früher Jahrmarkt oder Zirkus in der Stadt ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Ein Tanzbär oder ein Bär, der Kunststücke konnte, gehörte immer zum Programm.
Den Bock zum Gärtner machen
Wenn eine Person jemandem eine Aufgabe überträgt, für die er nicht die notwendigen Voraussetzungen mitbringt. Der Ziegenbock ist für das Gärtnern naturgemäß völlig ungeeignet. Die Wendung spielt mit der Tatsache, dass der Bock die Gemüsebeete und die Zierpflanzen kahl frisst und zertrampelt.
Backfisch
Bezeichnung für weibliche Teenager. Mit jungen Mädchen hat diese Wendung ursprünglich rein gar nichts zu tun. Wenn ein kleiner Fisch an der Angel zappelte, warf man ihn zurück – englisch „back“ – ins Meer: zu klein für den Kochtopf.
Das hat mir ein Vögelchen gesungen
Wenn man eine vertrauliche Mitteilung erhalten hat. Wer eine vertrauliche Information erhält, gibt seinen Informanten ungern preis. Diese Wendung bezieht sich auf die Botenrolle, die der Vogel in manchen Märchen und Volksliedern übernimmt.
Mit jemandem Pferde stehlen können
Bezeichnung für eine Person, auf die man sich zu 100 Prozent verlassen kann. Ein Pferdedieb muss mutig und für seine Mitstreiter vor allem zuverlässig sein. Denn Pferdediebstahl wurde im Mittelalter hoch bestraft, mitunter sogar mit dem Tod.
Den letzten beißen die Hunde
Als letzter muss man die Konsequenzen für alle anderen mittragen. Das Bild dieser Redensart kommt aus der Jagd: Das schwächste Tier wird von der Hundemeute von seinem Rudel getrennt und gestellt.
Man hat schon Pferde kotzen sehen
Ausdruck für etwas, das ganz und gar unmöglich ist. Die Anatomie-Gelehrten sind sich einig, dass der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre das Erbrechen verhindert. In der Tat haben Pferde einen äußerst empfindlichen Verdauungstrakt, der Ursache vieler gesundheitlicher Probleme ist.
Das war für die Katz
Ohne jeglichen Nutzen! Wenn etwas vom Essen übrig blieb, bekam es die Katze zum Fressen. Das war vor allem dann der Fall, wenn es sich nicht einmal mehr lohnte die Reste für eine spätere Mahlzeit aufzubewahren.
Wo haben wir denn zusammen Schweine gehütet
Hinweis auf eine unangemessene Vertraulichkeit. Friedrich Nietzsche verwendete den Bibelspruch „den Reinen ist alles rein“ (Titus 1, 15) für sein Werk Zarathustra in abgewandelter Form: „Dem Reinen ist alles rein – so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird alles Schwein!“
Jemandem einen Bären aufbinden
Wenn eine Person einer anderen eine Unwahrheit so glaubhaft erzählt, dass sie darauf hereinfällt. Es ist unmöglich, jemandem unbemerkt einen leibhaftigen Bären auf dem Rücken festzumachen. Von diesem Umstand geht diese Wendung jedenfalls aus.
Mit den Hühnern aufstehen und schlafen gehen
Wenn jemand grundsätzlich sehr früh den Tag beginnt und sehr früh zu Bett geht. Hühner ziehen sich schon vor Einbruch der Dämmerung in den Stall zurück und sind dem entsprechend bei Sonnenaufgang ausgeschlafen und putzmunter. Diese Wendung beruht also auf einer Beobachtung in der Natur.

Was war zuerst da - Ei oder Huhn?
Natürlich war zuerst das Ei da!

ZITAT:"Aber auch die weichen Eier, aus denen der Laich der Fische und Amphibien besteht, waren nicht der Anfang aller Dinge, sondern nur ein Zwischenglied. Sie sind eine Weiterentwicklung der ersten Eier überhaupt. Die ersten Eier haben vermutlich frühe Mehrzeller abgegeben, um sich fortzupflanzen. Die Geschichte dieser Mehrzeller lässt sich zurückverfolgen bis in die Zeit vor etwa 580-600 Millionen Jahren. Aus dieser Zeit stammen fossile Abdrücke von Tieren, die wahrscheinlich auf einer ähnlichen Entwicklungsstufe standen wie die heutigen Schwämme. Deshalb vermuten Wissenschaftler, dass sie sich auf die gleiche Art fortpflanzten wie die Schwämme noch heute: durch Abgeben von Ei- und Spermienzellen. Theoretisch könnte diese Fortpflanzungsart rund eine Milliarde Jahre alt sein.

Aus evolutionstheoretischer Sicht ist die Frage also eindeutig beantwortet: Das Ei war früher da als das Huhn - auch wenn es kein Hühnerei war!"

Lexikon/Wörterbuch/Galileo/RK

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