| Richtiges
Verhalten beim Zusammentreffen mit einem freilaufenden
Hund
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Dieses Merkblatt beschreibt die
üblichen Falle, wenn sich im Wald oder im
Park "normale" Haushunde und "normale"
Menschen begegnen.
Da es hierbei um Lebewesen geht, kann es ein
hundertprozentig sicheres Rezept nicht geben.
Unvorhergesehene Verhaltensweisen sind nicht auszuschließen.
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In den meisten Stadtrandlagen/Stadtwäldern treffen
ganz verschiedene erholungssuchende Gruppen auf einander:
Jogger. Radfahrer. Reiter, Spaziergänger aller
Altersgruppen.Mit und ohne Hund. Manchmal auch Hunde
ohne ihren Besitzer.
Konflikte scheinen vorprogrammiert, sind aber mit viel
Toleranz auf allen Seiten und besserem Wissen über
Hunde meist leicht vermeidbar.
Das Verhalten des Hundebesitzers
Nähert sich ein Hund oder eine Person (Radfahrer,
Jogger. Spaziergänger usw.), den Hund nicht aufgeregt
mehrmals hintereinander rufen, sondern einmal deutlich
das Rufzeichen geben, sich abwenden und entfernen, wenn
möglich auch verstecken. Dadurch entziehen Sie
ihrem Hund jede Unterstützung in seinem Vorhaben,
welche er genau dann empfinden würde, wenn Sie
sich aufgeregt rufend gebärden und sich nähern.
Diese Verhaltensweise ist auch dann richtig, wenn Ihr
Hund überraschend für Sie auf die Person oder
den Hund losgeht. Das ist etwas schwieriger, weil damit
bei der anderen Person der Eindruck entsteht, Sie kümmerten
sich überhaupt nicht um ihr Tier. Aber es lohnt
sich, weil der Hund, sobald er nichts von Ihnen hört,
schon gebremst wird.
Diesen Ablauf müssen Sie täglich üben,
unter Umständen mit Unterstützung eines Erziehungskurses
(auch wenn Sie nur einen kleinen Hund halten!). Wenn
ihr Hund allerdings trotz all ihrer Bemühungen
andere immer wieder belästigt, müssen Sie
ihn leider an der Leine führen.
Was tun, wenn einem ein
freilaufender Hund ohne Besitzer entgegenkommt?
1. In
den meisten Fällen wird der Hund völlig desinteressiert
am Spaziergänger vorbeilaufen. Benehmen Sie sich
so, als ob der Hund nicht vorhanden wäre.
Bitte sprechen Sie in diesem Fall das Tier nicht an,
andernfalls dürfen Sie sich nicht wundem, wenn
der Hund sofort angelaufen kommt!
2. In
den wenigen Fällen, in denen der Hund aktiv auf
Sie zulauft:
gehen Sie normal weiter, bleiben Sie nicht stehen,
sprechen Sie das Tier kurz und ruhig an, aber berühren
Sie es nicht, fuchteln Sie nicht nervös herum,
versuchen Sie nicht, den Hund zu treten; er würde
letzteres als Aggression verstehen.
Sehen Sie den Hund nur kurz an, aber „starren"
Sie ihn nicht an. Anstarren gilt bei Hunden als Bedrohung.
Laufen Sie keinesfalls davon, denn das ist fast für
jeden Hund die Aufforderung zum Spiel oder zum Kampf.
In den meisten Fällen läuft der Hund dann
binnen kurzem weiter. Falls der Hund sich tatsachlich
anders verhält als hier beschrieben, zum Beispiel
Sic anspringt, verhalten Sie sich so, wie im nächsten
Abschnitt für das Zusammentreffen zwischen Joggern
und Hunden für diesen Fall beschrieben.
Jogger und Hund
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In
den meisten Fallen ist folgendes Verhalten anzuraten
Jogger sollten wie gewohnt weiterlaufen und so
tun, als ob der Hund nicht vorhanden wäre.
Den Hund nicht ansehen! Wenn er Sie anbellt, so
sprechen Sie mit ihm, werden Sie langsamer bis
zu normalen Gang. Setzt er die Verfolgung fort,
so rufen Sie ihm ein lautes, kurzes, scharfes
"Sitz!" oder "Platz!" entgegen,
dabei zeigen Sie mit der Hand nach unten und sehen
den Hund kurz an. Dann gehen Sie wie gewohnt weiter.
Schlenkern Sie nicht mit den Armen, sondern stecken
Sie, wenn möglich, die Hände in die
Taschen oder halten Sie sie auf dem Rücken.
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Nun zum extremen Fall: Der Hund springt Sie an und
zwickt Sie dabei unter Umstanden tatsachlich. Benehmen
Sie sich wie oben erwähnt ("Sitz!" oder
"Platz!"), bleiben Sie stehen und wenden Sie
sich ihm zu. Behalten Sie ihn im Auge, aber fixieren
Sic ihn nicht mit dem Blick. In der Regel wird der Hund
nicht von vorne angreifen, wenn Sie sich ruhig halten.
Meistens wird er das Interesse verlieren und sich entfernen.
Wenn nicht, müssen Sie auf den Besitzer warten.
Radfahrer und Hund
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Fahren Sie ruhig weiter, als ob
der Hund nicht da wäre, auch wenn er Sie
anbellt!
Sollte er versuchen, in Ihre Füße
zu schnappen oder Sic anzuspringen, bremsen Sie
zum Stand und schleudern ihm ein kurzes, scharfes,
lautes "Sitz!" oder "Platz!"
entgegen.
Sehen Sie den Hund dabei an. Warten Sie ein
paar Augenblicke und ignorieren Sie dann den Hund
wieder. In den meisten Fallen verliert er das
Interesse und dreht ab.
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Wenn Sie den Eindruck
haben, dass der Hund Sie weiterhin fixiert und nur auf
Ihre nächste Bewegung wartet, müssen Sie auf
den Besitzer warten. Lesen Sie bitte auch, was für
Jogger beschrieben ist.
Wenn sich zwei freilaufende
Hunde begegnen
Oberste Regel für alle Hunde über vier Kilogramm
Wenn Ihnen ein freilaufender Hund begegnet, leinen
Sie Ihren Hund ab, entfernen Sie sich und halten Sie
den Mund! In der Regel wird dann nichts passieren -
auch wenn Sie es nicht glauben. Vielleicht gibt es eine
folgenlose Rangelei.
Sobald sich aber ein Besitzer nähert, wird es
kritisch! Wenn ein Besitzer versucht, seinen Hund wegzuholen,
sollte der andere dies möglichst gleichzeitig ebenfalls
tun. Da das in der Regel nicht funktioniert, sollten
Sie es nur versuchen, wenn der andere Besitzer sich
offensichtlich unvermeidbar einmischt.
Sollte es zu einer Beißerei kommen, so tun Sie
ebenfalls nichts, wenn die Hunde gleich groß sind.
Beide Besitzer müssen sich entfernen und sollten
nicht herumbrüllen.
Ist ein Hund eindeutig unterlegen, muss der Besitzer
dieses Hundes seinen Hund möglichst schnell entfernen,
am besten, indem er ihn an den Hinterbeinen oder am
Schwanz packt und ihn wegzieht Dann muss aber auch der
Besitzer des unterlegenen Hundes zur Stelle sein und
diesen festhalten. Sonst bekommt der Schwächere
Oberwasser! Unterlassen Sie auch jetzt jedes Herumbrüllen.
Es nutzt nichts! Sie regen nur den anderen Besitzer
auf und locken Schaulustige an.
Der häufigste Fehler bei Beißereien ist
das ziellose Dazwischengreifen, meistens des Besitzers
des unterlegenen Hundes. Wenn Sie dies tun, werden Sie
mit ziemlicher Sicherheit gebissen und sind am Ende
wahrscheinlich der einzige Verletzte.
Wenn der Besitzer des überlegenen Hundes nicht
zur Stelle ist und Sie den Mut haben, Ihrem Hund auch
unter Risiko zu helfen, bleiben Hinterbeine und Schwanz
des überlegenen Hundes immer noch die beste Eingriffsstelle
und nicht etwa Ihr eigener Hund: In dessen Nähe
ist nämlich mit Sicherheit die Schnauze des Überlegenen!
Verhalten Sie sich so, als ob Sie der Besitzer des überlegenen
Hundes waren (siehe oben). Wie der fremde Hund darauf
reagiert, ist allerdings nicht vorhersehbar. Sie sollten
diesen Weg deshalb nur im äußersten Notfall
wählen.
Für Hunde bis vier
Kilogramm
Lassen Sie Ihren Hund nur dann von der Leine, wenn
Sie den anderen Hund kennen oder wenn auch dieser ein
Leichtgewicht ist (in diesem Fall siehe oben). Ansonsten
nehmen Sie Ihren Hund auf den Arm - aber rechtzeitig
und nicht erst vor der Nase des anderen Hundes! Zerren
Sie Ihren Hund nicht an der Leine herum und schon gar
nicht an ihr hoch.
Wenn Sie Ihren Hund nicht ableinen können, weil
Sie zum Beispiel an einer belebten Straße unterwegs
sind, so nehmen Sie ihn kurz an die Leine und gehen
zügig aneinander vorbei (ohne großes Geschrei).
Erkennen Sie, daß beide Hunde offensichtlich friedlich
gestimmt sind, können Sie die Hunde sich gegenseitig
beschnuppern lassen.
Den gegenüber Menschen zum Angriff entschlossenen
Hund, wie er in den Medien oft dargestellt wird, gibt
es nur extrem selten. In solch einem Fall sind Ihre
Chancen zugegebenermaßen gering. Er ist vergleichbar
damit, das Ihnen beim Spaziergang jemand plötzlich
mit vorgehaltenere Pistole in den Weg tritt. In beiden
Fallen gibt es dann nur drei minimale Chancen: 1) Es
kommt noch rechtzeitig Hilfe, 2) Sie können fliehen
und 3) Es gelingt Ihnen ein Ablenkungsmanöver.
Als Ablenkungsmanöver könnten Sie versuchen,
irgendeinen Gegenstand aus dem Handgelenk wegzuwerfen.
Nicht mit weit ausholender Gebärde! Zum Glück
ist diese Situation unwahrscheinlicher als ein Sechser
im Lotto.
Kinder und Hunde
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Kinder
wollen sehr häufig von sich aus mit dem Hund
Kontakt aufnehmen.
Die weitaus meisten
Hunde beißen nicht.
Wenn Sie als Begleiter/Begleiterin eines Kindes
selbst in Eile sind oder aus einem anderen Grund
nicht wollen, dass das Kind sich mit dem Hund
befasst, so machen Sie es sich bitte nicht so
einfach nur zu behaupten: „Der beißt".
Damit vermitteln Sie dem Kind ein falsches Bild
von Hunden und von Tieren im allgemeinen. |
Wenn Ihr Kind Angst vor Hunden hat und schreiend davonlauft,
nehmen Sie es zu sich und beruhigen Sie es. Schimpfen
Sie weder mit dem Kind, noch mit dem Hund noch mit dessen
Besitzer.
Wenn
Ihr Kind sich für Hunde interessiert, sollten Sie
es dazu erziehen, nicht jeden Hund sofort zu streicheln,
sondern entweder stehen zubleiben oder normal weiterzugehen,
wenn ihm ein Hund begegnet. Fragen Sie den Besitzer
des Hundes, bevor Sie Ihrem Kind das Streicheln erlauben.
Wenn Ihr Kind normal weitergeht oder auch stehen bleibt
und dem Hund nicht forsch "auf den Pelz rückt",
ist es äußerst unwahrscheinlich, dass der
Hund von sich aus Ihrem Kind gefährlich wird.
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