| Taube
Hunde sind keine Seltenheit, auch wenn
Sie bisher vielleicht noch nicht von ihnen gehört
haben: Es gibt z. Zt. 64 Hunderassen, bei denen die
angeborene Taubheit bekannt ist. Dazu gehören nicht
nur Dalmatiner und Australian Shepherd, sondern auch
Rassen wie Boxer, Dt. Schäferhund, Dogge, Dackel,
Jack Russel Terrier, Cocker Spaniel ... .
Für den Hund ist
die Taubheit kein "Beinbruch".
Hunde sind Rudeltiere, die sich untereinander helfen.
Taube Hunde lernen als Welpen das Sozialverhalten im
Rudel und können sich dann Problemlos mit den anderen
Hunden verständigen
Die meisten Welpen erlangen vorerst das Hörvermögen,
mit ca. 4 Wochen verkümmert dann jedoch eine Pigmentschicht
im Ohr, wodurch die Welpen taub werden. Dadurch kommt
es, dass die Hunde auch später noch die Mimik eines
hörenden Hundes haben, so zum Beispiel die Ohren
aufstellen, wenn man sie anspricht.
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Da Hunde keine gesellschaftlichen
oder ethischen Probleme haben wie wir Menschen,
kommt es auch nicht zu "Komplexen" bezüglich
der Behinderung.
Ihr Hund wird sich
ohne Probleme anpassen.
Ihr Hund ist nicht Krank. Ihr Hund hat nur ein
kleines Handicap!
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Alle Personen, die mit dem Hund umgehen, sollten auf
die speziellen Anforderungen aufmerksam gemacht werden,
müssen bereit sein, Handzeichen zu erlernen und
diese auch in immer gleicher Form anzuwenden.
Nach Möglichkeit sollten Sie über einen eingezäunten
Garten verfügen bzw. die Möglichkeit haben,
mit dem Hund ungestört spielen und üben zu
können.
Auch ein tauber Hund braucht lange Spaziergänge
ohne Leine (also fern von Strassen), um sein Bewegungsbedürfnis
zu stillen und mit anderen Hunden zu toben, sonst haben
Sie vermutlich bald einen völlig unausgelasteten
Hund, der keine Erfahrung im Umgang mit anderen Hunden
hat und deshalb evtl. einmal falsch reagiert oder zum
Problemhund wird.
Wenn Sie schon Hunde haben, müssen Sie ausreichend
Zeit für Ihren Hund einplanen, denn Sie müssen
ihn in der Anfangsphase gut auf sich prägen und
seine Erziehung in die Hand nehmen, es reicht nicht,
wenn der Hund "einfach mitläuft"! Bedenken
Sie auch, dass Sie nicht "Nein" sagen können,
wenn Ihr Hund etwas verbotenes tut.
Im Umgang mit anderen Menschen müssen Sie nachsichtig
sein, denn diese wissen nicht, dass Ihr Hund taub ist
und reagieren evtl. entrüstet, wenn Sie Ihren Hund
nicht "rufen".
Im Prinzip ist Ihr tauber Hund (wir gehen jetzt mal
davon aus, dass Sie einen Welpen übernommen haben)
ein Welpe wie jeder andere: er schläft, schläft
und schläft, und zwischendurch frisst und spielt
er.
Nutzen Sie dieses Spielen
vom ersten Tag an für die spätere Erziehung!

Als Welpe ist der Hund am besten in der Lage, geprägt
zu werden und eine feste Bindung zu seinem "Rudel"
aufzunehmen. Unerwünschtes Verhalten sollten Sie
von Anfang an unterbinden, erwünschtes Loben und
Fördern. Die z. Zt. beliebte Praxis, unerwünschtes
Verhalten schlichtweg zu ignorieren, führt allein
nicht zum Erfolg, denn woher soll Ihr Hund wissen, was
er darf und was nicht, wenn es ihm nie gesagt wurde?
Aktives Ignorieren des Hundes (Sie entfernen sich z.
B. von ihm) im richtigen Moment führt zu beachtlichen
Erfolgen, ein einfaches Zuschauen (= passives Ignorieren)
bei seinen Schandtaten bestätigt ihn in seiner
Meinung, etwas richtiges zu tun.
Bei tauben Hunden sollten sie von Anfang an Wert darauf
legen, dass Ihr Hund nur dann bellt, wenn es einen Grund
gibt, zum Beispiel, wenn jemand an der Haustür
ist. Ein leichtes Umfassen
der Schnauze mit dem Zeichen für "Nein!"
und gleichzeitiges Aussprechen des Befehls
lassen den Hund schnell begreifen, was Sie wollen.
Sprechen Sie immer die
Befehle auch aus, der Hund achtet stark
auf Ihre Mimik! Er kann auch ganz leicht unterscheiden,
ob Sie es gerade ernst meinen oder nicht.
Die Erziehung des Welpen zum wohlerzogenen Hund funktioniert
im Prinzip genau wie bei hörenden Hunden, mit der
Ausnahme, dass Sie sich anstatt der Befehle Zeichen
überlegen müssen.
Überfordern Sie den jungen Hund nicht! "Komm",
"Sitz", "Bleib", "Nein"
, dann "Stop" und "Platz", reichen
fürs erste, danach stehen Ihnen alle Worte offen,
die unsere Sprache kennt... Sie können sich auch
ein Taschenbuch der Taubstummensprache anschaffen, da
bekommen Sie eine große Auswahl an Zeichen gegeben.
Sagen Sie Ihrem Hund, wenn er den Ball holen soll, Sie
Auto fahren, Sie weggehen, er etwas suchen soll usw.,
da sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt.
Sie können auch z. B. einen Hundeverein aufsuchen
und sich dort unterstützen lassen, es gibt sicherlich
einen Hundeplatz in Ihrer Nähe, wo hundegerechter
Unterricht angeboten und man auch einen tauben Hund
freundlich begrüßen wird.
Sie sollten unbedingt
bei jeder Gelegenheit den Hund unvermittelt anstupsen
und wecken, überall berühren und dabei viel
loben und anlächeln und mit ihm kuscheln, damit
er Berührungen und Aufwecken mit etwas positivem
verbindet und er nicht einmal unvermittelt falsch reagiert.

Lassen Sie den Kleinen schon als Welpen ganz viel kennen
lernen, vor allem Kinder (nur in Ihrem Beisein! - Kinder
reagieren nicht immer richtig und prägen den Hund
dann evtl. völlig falsch) und auch größere
Menschenmengen, kleinere Partys o. ä. eignen sich
hervorragend, es sind viele liebe Menschen da und den
(tauben!) Hund stört die Musik bestimmt nicht!
Sparen Sie nicht an Belohnungen,
vor allem, wenn der Hund zu Ihnen kommt. Machen Sie
sich attraktiv für den Hund! Wenn es sich nicht
"lohnt" zu Ihnen zu kommen, wird er vielleicht
einmal eine Hasenfährte oder einen anderen Hund
vorziehen, wenn Sie nach ihm winken...
Lassen Sie ihn unbedingt schon als Welpe (in geeignetem
Gelände) auch von der Leine, er muss lernen, sich
mit den Gefahren der Welt zurechtzufinden, mit anderen
Hunden zu spielen und Sozialverhalten zu erlernen.
Gut bewährt hat
sich eine auf acht Meter ausziehbare Leine,
als Welpe fühlt sich der Hund völlig unabhängig
und frei, und auch dem erwachsenen Hund bietet sie die
Möglichkeit, mit anderen Hunden zu spielen, während
der Besitzer jederzeit eingreifen kann. In der Nähe
von Straßen oder in Gebieten, wo Sie den Hund
anleinen müssen, hat er mit einer Ausziehleine
noch immer maximale Freiheiten und Sie können unabhängig
von seinen Schnüffeleien gleichmäßig
spazieren gehen, ohne ständig anhalten zu müssen.
Stürmt der kleine Steppke übermütig
voraus, zum Beispiel im Wald um eine Kurve, sollten
Sie die Gelegenheit nutzen und sich hinter einem Baum
o. ä. verstecken. Der Kleine wird ganz schnell
merken, dass er sich nach dem Hundeführer richten
muss, sonst steht er eines Tages alleine da. Sie fördern
so seine Sorgfalt, sich häufiger nach Ihnen umzuschauen
und sich nach Ihnen zu richten.
Achten Sie unbedingt darauf, dass jede Bezugsperson
die gleichen Zeichen anwendet (Spickzettel), damit der
Hund nicht verwirrt wird! Es gibt keine "speziellen"
Zeichen für taube Hunde, wenden Sie Ihren Erfindungsgeist
an oder richten Sie sich nach dem Hundesport, den Sie
betreiben, im Agility wird z. B. viel mit Handzeichen
gearbeitet.
Machen Sie sich von vornherein klar, was Sie von Ihrem
Hund erwarten! Reicht es Ihnen, wenn Ihr Hund die "Grundschule"
beherrscht, oder möchten Sie ihn sportlich führen
und Lorbeeren erringen?/Zitate
von Sabine Firnhaber.Mehr Infos unter http://www.tauberhund.de/

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