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Therapiehunde und Behindertenbegleithunde
   
Der Behindertenbegleithund

Der Behindertenbegleithund nimmt Menschen, die durch eine Behinderung in ihrem alltäglichen Leben eingeschränkt sind, Aufgaben ab.

Die Behinderten sind mit Hilfe des Hundes weniger auf die Mithilfe von Anderen angewiesen. Sie werden so ein Stück weit unabhängiger. Das alltägliche Leben besteht für behinderte Menschen aus vielen Einschränkungen und Barrieren. Behindertenbegleithunde werden speziel ausgebildet, ihren Menschen bei deren Überwindung zu helfen. Sie erfüllen ihre Aufgaben sicher und zuverlässig.

Behindertenbegleithunde sind in Deutschland noch recht unbekannt.
Die Ausbildung des Hundes wird konkret auf die Bedürfnisse des zukünftigen Besitzers abgestimmt. Nach bisher vorliegenden Studien kann so die menschliche Hilfe im Alltag um bis zu 70% reduziert werden.

Für wen sind Behindertenbegleithund geeignet
Behindertenbegleithunde werden hauptsächlich von Rollstuhlfahrern, auch im Elektro-Rollstuhl, oder von Menschen mit Gehbehinderungen genutzt. Bei Gesundheitsstörungen wie Schlaganfall, Multipler Sklerose, Spina bifida , zerebralen Lähmungen und Rückgratsverletzungen kann sich der Einsatz eines Behindertenbegleithundes als sinnvoll erweisen. Eine unumgängliche Voraussetzungen ist allerdings, dass man Hunde mag und sie respektiert. Nur so entsteht eine Verbindung zwischen Mensch und Hund, die eine für beide Seiten positive Zusammenarbeit ermöglicht. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Versorgung und Pflege des Hundes in jedem Fall gewährleistet sein muss. Ein Hund braucht regelmäßig Auslauf und genügend Zuwendung, er darf nicht ausschließlich als Hilfsmittel verstanden werden, sondern als Partner.
In jedem Fall muss der Halter fähig sein die Führungsrolle im Gespann zu übernehmen, da der Hund sich sonst nicht einordnen kann und den Menschen eher ignoriert als ihm zu helfen, denn ein Hund möchte immer seinem Rudelführer gefallen. Aus diesem Grund ist es zum Teil schwer für Kinder und Menschen mit geistiger Behinderung, einen Hund als Helfer zu bekommen, da bestimmte Kommandos eintrainiert und zum richtigen Zeitpunkt gegeben werden müssen; der Mensch muss ein gewisses Maß an Führungsstärke an den Tag legen, sonst verlernt der Hund seine Kommandos.

Welche Aufgaben erfüllt ein Behindertenbegleithund
Die Arbeit eines Behindertenbegleithundes lässt auf den ersten Blick vor allem die praktisch- technische Seite erkennen, sie hat aber zudem eine ganz wichtige subtile psychosoziale Stützfunktion. Es eröffnen sich vier Perspektiven:

  • Der Hund als Freund Hat ein Hund seinen Menschen als Leittier akzeptiert, ist er ihm der treueste Gefährte, sucht dessen Gemeinschaft und erwartet ihn stets freudig. Und das wichtigste in unserem Zusammenhang: dem Hund ist völlig egal, ob ein Mensch behindert ist oder nicht, ob er gut aussieht oder nicht, ob er laufen kann oder nicht. Er geht auf den Menschen zu und vermittelt positive Gefühle des Angenommenseins.
  • Der Hund als Helfer Konkrete Hilfestellungen, die der Hund leisten kann, sind folgende: Aufheben und Bringen von Gegenständen aller Art, auch kleinste Dinge wie Münzen oder Büroklammern, Öffnen und Schließen von Türen und Schubladen, Schalter (Licht/Aufzug) drücken, Rucksäcke und Körbe tragen, beim An- und Ausziehen helfen, auf Kommando bellen und den Rollstuhl ziehen. Je nach Erfordernis lernt der Hund weitere Aufgaben, die auf das Profil seines zukünftigen Halters zugeschnitten sind, denn dies ist, anders als bei blinden Menschen, bei körperlich beeinträchtigten Menschen immer unterschiedlich. Was den Hund – im Gegensatz zu Menschen – auszeichnet, ist, dass er nie ungeduldig wird und stattdessen gutmütig seine Aufgabe als willkommenes Spiel begreift; zur Bestätigung seiner Arbeit erhält er dann auch regelmäßige Belohnungen (Leckerli) und viel Lob.
  • Der Hund als Partner Wenn Hund und Mensch gut zusammen harmonieren, wird aus ihnen ein unzertrennliches Team, oft auf Lebenszeit und rund um die Uhr. Hunde sind die einzigen Begleiter, die uns Tag und Nacht zur Verfügung stehen und in sich absolute Freundschaft und die Eigenschaften eines Arbeitspartners vereinen können. Anders als menschliche Begleiter, die Auszeiten brauchen, ist es für einen Hund die Erfüllung, in der Nähe seines Herrchens zu sein. Partnerschaft bedeutet aber, dass keine Seite auf Kosten der anderen lebt, sondern in einem stimmigen, für beide Seiten befriedigenden Miteinander. Ein Hund darf nicht überfordert werden, auch er hat ein Recht auf Ruhepausen.
  • Der Hund als Mittler Geht man mit einem Hund spazieren, schließt man schneller Kontakte, kommt ins Gespräch. Dies ist in vielen Studien nachgewiesen worden. Diese Tatsache trifft im Besonderen auch auf behinderte Menschen zu. Für Nicht-Behinderte ist es im Umgang mit behinderten Menschen oft schwer, sich richtig zu verhalten. Sie sind unsicher. Ein Hund kann ein guter Mittler sein, der ein neutrales Gesprächsthema bietet und von der Behinderung ablenkt. Im Park ist ein behinderter Mensch dann ein Hundebesitzer unter Hundebesitzern, der Verantwortung für seinen Hund trägt.
Welche Hunde sind geeignet als Behindertenbegleithund
Neben einer tadellosen Gesundheit muss ein Hund bestimmte Charaktereigenschaften aufweisen, um sich für eine Ausbildung zum Behindertenbegleithund zu qualifizieren. Er muss menschenfreundlich sein, nicht ängstlich oder aggressiv, muss spielfreudig sein und gelehrig. Sein Schutztrieb sollte möglichst schwach ausgeprägt sein. Wegen ihrer körperlichen Statur und ihrer Wesensmerkmale sind Golden und Labrador Retriever die beliebtesten Hunderassen in der Begleithundausbildung. Sie können bei richtiger Haltung und Pflege bis zu 12 Jahre als Begleithund arbeiten.

Weitere Informationen und Erfahrungsberichte :
www.behindertenbegleithunde.de
www.deltasociety.org (englisch)
www.hunde-fuer-handicaps.de

Der Therapiehunde
Der Therapieeinsatz mit dem Hund ist als Beitrag zu verstehen, der das geistige und körperliche Wohlbefinden der Menschen in betreuten Einrichtungen oder auch in häuslicher Umgebung verbessern und stärken soll.

Hunde wirken sich u. a. positiv auf die Gesundheit des Menschen aus, da sie uns zum Lachen und Spielen motivieren.

Der Mensch erfährt durch den Hund eine emotionale Unterstützung und Wertschätzung. Ein Hund hat keine Angst, die Beziehung durch überzogene Forderungen oder Offenbarung von Schwäche und Emotionen zu gefährden. Ihm ist gleichgültig, was der Mensch über sich selber denkt oder was andere von ihm denken.

Ein Therapiehund ist ein Haushund, der gezielt in einer tiergestützten medizinischen Behandlung (beispielsweise im Rahmen einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie oder Heilpädagogik) eingesetzt wird.

  • Hunde wirken Blutdruck senkend und Stress abbauend, eine Wirkungsweise, die von den Psychologen Katcher und Beck evaluiert wurde. Die Probanden sollten Texte vorlesen. Sie durften nicht mit dem Hund interagieren. Die Vergleichsgruppe mit Hund hatte eine niedrigere Pulsfrequenz und einen niedrigeren Blutdruck, als die Gruppe, die ohne Hund vorlas. Ebenso verbesserten sich die Vorleseleistungen durch die pure Anwesenheit des Hundes.
  • Je schlechter die Befindlichkeit des Patienten vor der Begegnung mit dem Hund, umso stärker bessert sich seine Befindlichkeit. In einer Studie mit 218 Patienten, die von Prothmann und Ettrich an der Universität zu Leipzig angefertigt wurde, füllten die Patienten vor und nach der Therapiestunde einen Basler-Befindlichkeitsbogen aus. Damit konnte dieser Effekt nachgewiesen werden. Als Therapiehunde nahmen vier Magyar Vizsla, ein Deutsch-Kurzhaar und drei Mischlingshunde teil. Unterschiede in der Wirkung der einzelnen Hundeindividuen konnten nicht festgestellt werden.

Die Therapiehundeausbildung erfolgt in weiten Teilen über das Tradieren, was besagt, dass der zukünftige Therapiehund gemeinsam mit ausgebildeten Therapiehunden lebt und von diesen lernt. Grundlage der Therapiehundeausbildung sollte immer ein Grundgehorsam sowie eine rassetypische Anlagenprüfung sein. Im weiteren Ausbildungsverlauf wird dem Therapiehund ein intelligenter Ungehorsam anerzogen. Die Bindung zum Therapiehundeführer sollte sich in einem gesunden Rahmen bewegen.

/ Dorothea von Nordheim/rk

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