| Rassengeschichte
Der Tibet-Terrier, in Tibet hieß er Tibet-Apso
oder auch Doki-Apso, ist ursprünglich ein Hütehund
und nicht, wie der Name es vermuten ließe, ein
Terrier. Er stammt ursprünglich aus Tibet, aus
Höhen von um die 4500 m. Die rauen Bedingungen
trugen zur Entwicklung dieses Hundes mit seinem üppigen,
doppelten Haarkleid bei. Die Ursprünge der Rasse
sind weitgehend unbekannt, die Darstellungen variieren
dabei von heiligen Tempelhunden in tibetischen Klöstern
bis zu gewöhnlichen Hofhunden, aber wahrscheinlich
waren es eher Klosterhunde und Hofhunde, da ihre kleineren,
sozusagen Halbgeschwister, die Lhasa-Apsos als Palasthunde
angesehen wurden.
1930 kam er erstmals nach England, wo er 1937 als Rasse
anerkannt wurde. Die ersten zwei Tibet-Apsos in Europa
galten als Dankbarkeitsgeschenk einer englischen Ärztin,
die in Tibet war. Von einem Tibeter bekam sie gleich
zwei Hunde geschenkt, da diese Arbeitshunde selten oder
nie verkauft sondern nur verschenkt wurden. Die Grundlage
für die Rassezüchtungen in Europa bildeten
wahrscheinlich genau diese beiden Hunde. Dort wurde
als Rassebezeichnung fälschlicherweise statt Tibet-Apso
Tibet-Terrier eingetragen, obwohl der Tibet-Terrier
nichts vom Charakter eines Terriers hat.

Beschreibung
Der Tibet-Terrier ist ein robuster mittelgroßer
Hund mit einer Schulterhöhe von maximal 41 Zentimetern
(gelegentlich auch etwas größer) und einem
Gewicht von bis zu elf Kilogramm bei den Hündinnen
und 15 Kilogramm bei den Rüden. Die Farbe der Tiere
ist sehr variabel, die Palette reicht von weiß
über gold, grau, creme, rauchfarben bis schwarz.
Auch schwarz-weiße und dreifarbige Tiere erfüllen
die Rassestandards, einzig schoko- und leberbraune Tiere
sind nicht akzeptiert. Die Tiere besitzen ein doppeltes
Haarkleid mit üppigem, dichtem Deckhaar, welches
lang, glatt oder gewellt ist. Die Unterwolle ist fein
und wollig. Das Fell wird sehr lang, sollte aber nicht
wie beim Lhasa-Apso oder Malteser bis zum Boden hängen.
Auch der Kopf ist von langem Haar bedeckt, welches auch
über die Augen fällt. Hier verhindern lange
Augenbrauen, dass die Augen bedeckt werden.
Ein wichtiges Kennzeichen sind eine schwarze, ledrige
Nase sowie schwarze Augenringe. Die seitlich dicht am
Schädel anliegenden Ohren sind hängend und
V-förmig. Sie sind in der Regel mit langen Haaren
bestückt. Die Rute wird eingerollt über dem
Rücken getragen. Als besondere Eigenschaft besitzen
die Tiere sehr breite und flache Füße, die
ihnen in ihrer Heimat eine optimale Fortbewegung im
Schnee ermöglichen. Diese Fußform ist bei
keiner anderen Hunderasse zu finden.

Wesen
Heute ist er ein angenehmer Familienhund, manchmal etwas
dickköpfig, lässt sich aber trotzdem gut erziehen
wobei es aber einiger Konsequenz bedarf. Wenn die Konsequenz
fehlt, schlägt schnell sein Hütehunderbe durch,
dann fühlt er sich als Chef seiner Familienherde
und benimmt sich auch so. Der Tibet-Terrier ist eine
gesunde, schier unverwüstliche Rasse mit einer
großen Gebrauchshundvergangenheit, die über
sehr viele Generationen in einer kargen Umwelt sorgfältig
gezüchtet worden ist. Er ist fröhlich, intelligent
und lernwillig, anhänglich und kinderlieb, zurückhaltend
gegenüber Fremden, aber niemals aggressiv oder
streitsüchtig. Zudem erweist er sich als aufmerksamer
und zuverlässiger Wachhund.

Haltung
Der anpassungsfähige und anhängliche Tibet-Terrier
fühlt sich überall wohl. Enger Familienkontakt
ist ihm wichtiger als die jeweiligen Wohnverhältnisse.
Diese Rasse ist auch für Anfänger geeignet,
wenn sie sich mit den Ursprüngen der Rasse beschäftigt
haben und wissen was diese für die Haltung bedeuten.
Im Zweifel sollten Anfänger eine Hundeschule besuchen,
denn Tibet-Terrier sind so intelligent, dass sie sich
dumm stellen können, wenn sie zu bestimmten Dingen
keine Lust haben. Auch hier gilt wieder: Konsequenz
heisst das Zauberwort! Bei harter oder gar gewalttätiger
Erziehung stellen diese Hunde jegliche Mitarbeit ein.
Tibet-Terrier lieben Bewegung zusammen mit den Haltern.
Sehr geeignet für die Befriedigung des Bewegungsdranges
sind neben dem üblichen Spaziergang verschiedene
Bewegungsübungen (Agility).
Das lange Fell sollte wenn möglich täglich
gebürstet und zumindest einmal wöchentlich
gekämmt werden. Bevor man es verfilzen lässt,
ist lieber ein Haarschnitt zu empfehlen. Dabei ist aber
zu beachten, dass das Haar nur sehr langsam nachwächst.
Ein Tibet-Terrier hat erst im Alter von drei bis vier
Jahren sein volles Haarkleid entwickelt.
Gesundheit
Der Tibet-Terrier erreicht im Normalfall ein Lebensalter
von 15 bis 17 Jahren und gehört zu den robusteren
Hunderassen. Vor allem durch die Züchtungen, die
einen optimalen Rassestandard gewährleisten sollen,
verlangen die meisten Zuchtvereine von ihren Mitgliedern,
dass diese an Kontrollmaßnahmen zu genetisch bedingten
Erkrankungen teilnehmen.
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