 |
Zum
Hunde- und Katzenglück gehört auch das
Spielen.
Das Angebot von Tierspielzeug im Fachhandel ist
immens, dient aber beileibe nicht immer der Gesundheit
der Vierbeiner.
Spielzeug für Hunde
Richtig spielen mit dem Hund
Hundespiele sind von grosser Bedeutung
|
"Tierspielzeug ist ein starker Umsatzbringer",
sagt Jörg Türk, stellvertretender Geschäftsführer
des ZZF, und er verhehlt auch nicht die Schattenseiten
des Gewerbes: "Es ist ein Problem, dass vieles
auf den Markt kommt, das mit dem Tierschutz nicht ganz
vereinbar ist." Dem versucht der ZZF zusammen mit
dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH), mit einer
"Checkliste über tierschutzwidriges Zubehör"
(im Internet unter www.zzf.de -> Tier-/Naturschutz)
entgegenzusteuern. Ein verdienstvolles Unterfangen,
das aber dem Problem nicht ganz gerecht wird, da manche
Produkte ein mehrfaches Risiko bergen.
Gefahr für Kleinkinder
Zum einen ist die Machart oftmals so beschaffen, dass
Organisationen wie die Tierärztliche Vereinigung
für Tierschutz sowie das Deutsche Tierhilfswerk
vor Spielzeug warnen, das Tieren schaden oder sogar
ihr Leben bedrohen kann. Hier nur einige Beispiele,
von denen abgeraten wird: Kunststoffknotenseile für
Hunde und Katzen: Herausgerissene Fasern werden verschluckt
und können zu einer gefährlichen Blockade
des Darms führen. Gitterbälle für Katzen:
Sie halten den spitzen Katzenzähnen nicht lange
stand. Entweder verhaken sich die Zähne im engmaschigen
Gitter oder der Ball wird zernagt und die harten Plastikteile
können in den Magen gelangen. Tennisbälle
oder Spielsachen mit einer Hülle aus dem gleichen
rauhen Faserfilz schädigen den Zahnschmelz der
Tiere. Kleine Bälle können gefährlich
sein, weil sie leicht verschluckt werden. Sind sie aus
Vinyl, besteht die Gefahr der Vergiftung und Verletzung
beim Zerbeißen und Verschlucken. Als Nagespaß
gedachte Knochen können Zähne, Luftröhre
und Darm verletzen.
Eine weitere Gefahr geht
von den Inhaltsstoffen vieler Spielsachen aus,
wie das Dänische Amt für Umweltschutz bei
einer Untersuchung von 50 Hunde- und Katzenprodukten
aus PVC, Gummi und Textil festgestellt hat. Dabei dehnten
die Umweltschützer das Risiko auch auf Kinder aus,
zumal bei unseren skandinavischen Nachbarn 58 Prozent
der Familien mit Kindern auch Tiere haben, was hier
zu Lande so ähnlich sein dürfte. Begründung
für diesen Ansatz: "Kleine Kinder stecken
die Tierspielsachen oft in den Mund, beißen hinein
und kauen darauf herum. Dies auch deshalb, weil die
Sachen oft bunt sind und aussehen wie normales Spielzeug."
Was das Ergebnis der Studie betrifft: Viele Produkte,
die übrigens meist aus China stammten, sind gespickt
mit Schadstoffen. Allen voran Phthalat-Weichmacher wie
DEHP und DINP, deren Gehalt sich, je nach Spielzeug,
zwischen elf und 54 Prozent bewegt. Beide Stoffe hat
das EU-Parlament zusammen mit vier weiteren Phthalaten
dauerhaft in Spielzeug für Kinder unter drei Jahren
verboten, das dazu bestimmt ist, in den Mund genommen
zu werden. DEHP verbannt die Richtlinie sogar aus sämtlichem
Spielzeug und Babyartikeln.

Die meisten Tierspielsachen
gehören nicht in die Pfoten, geschweige denn zwischen
die Zähne von Tieren: Mehr als
die Hälfte der Produkte ist so stark mit Schadstoffen
belastet, dass sie mit "ungenügend" oder
"mangelhaft" abschneidet. Bei lediglich drei
Spielsachen können wir im Hinblick auf die Inhaltsstoffe
ein "sehr gut" oder "gut" attestieren.
Die Mehrheit der Produkte enthält zumindest Spuren
polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK).
In zwei Spielsachen stecken problematische Konzentrationen
des zu dieser Stoffgruppe gehörenden Benzo(a)pyren,
das sich im Tierversuch erwiesenermaßen als krebserzeugend,
erbgutverändernd und fruchtschädigend herausgestellt
hat. Daneben fanden sich weitere PAK, die die US-Umweltbehörde
EPA in eine 16 Verbindungen umfassende Liste aufgenommen
hat.
In fünf Produkten fand das Testlabor große
Mengen bedenklicher Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate.
Während die meisten Verbindungen in Kinderspielzeug
verboten sind, fehlen für Tierspielsachen entsprechende
Regelungen. Problematisch ist dies auch vor dem Hintergrund,
dass zwischen Mensch und Hunden sowie Katzen nach Auskunft
der Tierärztlichen Hochschule Hannover kein nennenswerter
Unterschied in Sachen Schadstoffverträglichkeit
besteht.
Bedenkliche Schwermetalle stecken, zumindest in Spuren,
in fast allen Produkten. Das Vinyl-Dummi, lila-bunt
sowie der Winston HollyLine Ball am Seil enthalten problematische
Mengen Chrom respektive Cadmium.
In drei Produkten fand das Testlabor hohe Mengen Bisphenol
A oder Nonylphenol. Bisphenol A wirkt im Tierversuch
hormonell. In sehr geringer Konzentration hat sich die
Substanz zudem in einer Einzelstudie auch als erbgutschädigend
erwiesen. Nonylphenol greift die Haut an, wirkt im Körper
als Hormon und wird für Missbildungen und Fruchtbarkeitsstörungen
verantwortlich gemacht.
|