Erscheinungsbilder
von Verhaltensstörungen/psychischen Störungen(Human)
Angststörungen · Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
(ADS) und Hyperaktivität · Psychose/Depression
· Schizophrenie · Tourette-Syndrom ·
Zwangsstörungen · Essstörungen ·
Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Verhaltensstörungen
beim Hund
Dauerndes Scharren und Kratzen an ungeeigneten Gegenständen
und Einrichtungen, Schreckhaftigkeit, extremes Bellen,
abnorme Aggressionsbereitschaft, Angstbeissen,Probleme
mit fremden Menschen und Hunden, extreme Ängstlichkeit
und vieles mehr. Gründe können schlechte Bedingungen
in der Jugendentwicklung, falsche Behandlung, erbliche
Vorbelastungen, häufig aber eine nicht hundegerechte
Haltung sein.
Beim
Großteil der betroffenen Hunde handelt es sich
hierbei um arttypische, lediglich in unerwünschte
Richtungen entwickelte Verhaltensweisen, welche während
dieser Entwicklung großteils noch vom Halter unbewusst
gefördert wurden.
Welche Verhaltensprobleme oder welches unerwünschte
Verhalten zeigen Hunde und wann sprechen wir von echten
Verhaltensstörungen?
» Hunde im vormenschlichen Stadium ?
Die Probleme,die bei unseren Hunden auftreten, sind
in erster Linie Aggressionsprobleme gegenüber anderen
Hunden und Menschen sowie Angstprobleme, gefolgt von
Unsauberkeit, destruktivem Verhalten und übermässigem
Bellen, dem Fordern von Aufmerksamkeit oder Futter in
der Nacht, Hyperaktivität und Erregbarkeit, Feinschmeckergewohnerheiten
und schwer kontrollierbarem Jagdtrieb.
Unerwünschtes Verhalten
ist ein für die Tierart oder das
einzelne Individuum artgerechtes und normales Verhalten,
das den Hundehalter stört.Kein Hund zeigt jemals
ein Verhalten um gezielt und bewusst seinen Partner
Mensch zu ärgern.Vieles gehört aus Sicht des
Hundes zum ganz normalen Verhaltensrepertoire.
Echte Verhaltensstörung
wird eine Verhaltensanomalie bezeichnet, jedes von der
Norm abweichende Verhalten. Die Begriffe "Norm"
und "normal" sind ungenau und relativ dehnbar
und es ist schwer festzustellen, welches Verhaltensmerkmal
noch innerhalb des Verhaltensrepertoires eines Hundes
liegt.
Störungen im Ernährungsverhalten
:
Kotfressen, Fressen unverdaulicher Gegenstände
wie Steine,
Appetitlosigkeit, Abneigung gegenüber bestimmter
Futtermitteln…
Trennungsangst :
Eine besondere Form der Angst. Das Tier verursacht ernsthafte
Probleme, sobald man es alleine zu Hause zurück
lässt. Kläffen, winseln, heulen, Beschädigen
der Einrichtungsgegenstände, Urinieren, Kot absetzen…
Mangelnde Stubenreinheit :
Eine Verunreinigung des eigenen Reviers mit Ausscheidungen
kann sowohl krankheitsbedingt als auch ein eigenständiges
Verhaltensproblem sein
Destruktives Verhalten/Zerstörungswut
:
Zerkauen von Gegenständen bei Welpen, Zerbeissen
von Gegenständen, Möbeln, …
Stereotypien:
Pfotennagen, Kratzen an Körperteilen, Leckgranulome,
Schnappen nach
nichtexistierenden Fliegen, Schwanzjagen, Kreislaufen,
Anbellen von Futter, Benagen von Steinen, Stoffsaugen,…
Aggressivität:
gegenüber Fremden, gegenüber Kindern, Artgenossen,
Familienmitglieder, Territoriale Aggression (z.B. Briefträger),
Angst- oder schmerzbedingte Aggression, Konkurrenzaggression
zwischen Hunden im selben Haushalt, spielerische Aggression…
Verhaltensstörungen
entstehen
vor allem, wenn sich Hunde nicht mehr an veränderte
extreme Umweltbedingungen anpassen können. Auch
Stereotypien - ständige, gleichförmige Wiederholungen
von Verhaltensweisen oder Lautäußerungen
ohne offensichtliche Funktion - sind zu den Verhaltensstörungen
zu zählen.Ebenso können traumatische Erlebnisse
Verhaltensstörungen verursachen, denn auch unsere
Tiere bilden Assoziationen der Furcht im Zusammenhang
mit Objekten oder Ereignissen, welche ihnen in der Vergangenheit
Angst bereitet haben.
Erreicht die Motivation des Hundes über längere
Zeit nie das erwünschte Ziel und wird auch keine
Ersatzstrategie gefunden, können daraus Verhaltensstörungen
entstehen, die als missglückte Anpassungsversuche
einzuordnen sind. Besonders wichtig ist es, die individuellen
Persönlichkeitsmerkmale des Hundes immer genügend
zu beachten.
Hat ein Tierarzt organische Erkrankungen für das
Vorliegen einer Verhaltensänderung ausgeschlossen,
dann wird der Verhaltensexperte die Ursachen für
das Verhaltensproblem in der Umwelt des Hundes suchen.
Unzureichende Fürsorge- und Haltungsbedingungen,
Langeweile und Stress, falsch aufgebaute Beziehungen
zwischen Mensch und Hund, falsche Anforderungen des
Menschen dem Hund gegenüber sowie mangelhafte Kenntnisse
über das natürliche Verhalten der Hunde und
über artgerechte Tierhaltung kommen als Auslöser
für Verhaltensprobleme in Betracht.
Verhaltensproblemen vorbeugen
?
Entscheidend für einen Behandlungserfolg ist immer
eine gründliche durchgeführte Anamnese. Nur
mit einer genauen Diagnose lassen sich die richtigen
Behandlungsmethoden erfolgsversprechend einsetzen. In
den meisten Fällen liegt die Ursache für Verhaltensauffälligkeiten
in Kommunikationsproblemen und in den Haltungsbedingungen.
Daher ist die aktive Bereitschaft der Besitzer den täglichen
Umgang mit ihrem Tier zu ändern, die wichtigste
Vorraussetzung für eine positive Verhaltensänderung.
Erziehung und Training des Hundes tragen zu einer Verminderung
im Auftreten von Verhaltensproblemen bei.
Regelmäßige Tierarztbesuche spielen eine
Rolle bei der Aufklärung von Besitzern bezüglich
dem Verhalten und der Entstehung von Verhaltensproblemen
beim Hund.
Hunde, die zur Erfüllung eines Hobbys oder wegen
einer bestimmten Aufgabe ausgesucht werden, zeigen im
Durchschnitt weniger Verhaltensprobleme als Hunde, die
wegen Aussehen, Rasse und Pflegeleichtigkeit oder als
Familienhunde oder Begleittiere und Kameraden ausgesucht
werden.
Der häufigste tägliche Aufenthaltsort des
Hundes, sowie die tägliche Gesellschaft des Hundes
haben einen signifikanten Einfluß auf Entstehung
und Verhinderung von Verhaltensproblemen. Hunde, die
die meiste Zeit alleine oder im Haus verbringen, zeigen
mehr Verhaltensprobleme als Hunde, die die meiste Zeit
draußen oder mit Menschen oder Artgenossen verbringen.
Ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Hunde,
die ein Verhaltensproblem zeigen, werden von ihren Besitzern
als Freunde oder Familienmitglieder betrachtet,werden
von ihnen beschenkt und dürfen auf dem Bett des
Besitzers schlafen oder auf ihren Möbeln sitzen.
Ein dagegen geringer Anteil der Hunde, die als Arbeitstiere
betrachtet werden, zeigt ein
Verhaltensproblem.
Hunde und Katzen besitzen angeborene Verhaltensweisen
und ihr Verhalten ist nicht nach menschlichen Werten
zu beurteilen. Ein artgerechte Haltung bedeutet, dass
dem Tier die Möglichkeit gegeben wird, bestimmte
angeborene Verhaltensweisen ausleben zu können.
Empfehlungen:
- Regelmäßiger Umgang mit dem Hund und
die richtige Sozialisierung des Hundes sowohl mit
Menschen als auch Artgenossen verhindert aggressives
Verhalten des Hundes.
- Besitzer sollten solche Verhaltensweisen vermeiden,
die den Hund in seiner Rolle als
“Rudelführer” bestätigen, um
das Auftreten von Dominanzaggression zu vermeiden.
- Auch vermindert die Kastration von Hunden beiden
Geschlechts aggressives Verhalten.
- Hunde sollten weder die meiste Zeit alleine noch
die meiste Zeit im Haus verbringen.
Weiterhin sollten Besitzer, die in einer Wohnung wohnen,
sicherstellen, daß ihr Hund eine tiergerechte
Haltung erfährt und genügend Beschäftigung
und Bewegung erhält.
Somit können Stubenunreinheit, stereotypische
Verhaltensweisen und übermäßiges Bellen
oder Vokalisieren vermieden werden.
- Vor Erwerb eines Hundes sollten Besitzer prüfen,
ob dieser mit ihrem Lebensstil vereinbar
ist. Auch ist die Information des Besitzers über
Rasseeigenschaften, ursprüngliche Zuchtverwendung
und weitere Aspekte der Hundehaltung ein wichtiger
Faktor in der Vermeidung von Verhaltensproblemen.
- Hunde sollten im Leben des Besitzers eine Rolle
oder Aufgabe bekommen oder gemäß ihrer
Rasseeigenschaften beschäftigt oder trainiert
werden.
- Durch regelmäßige Tierarztbesuche können
Besitzer Beratung auch in Verhaltensfragen
erhalten und so kann frühzeitig das Entstehen
eines Verhaltensproblemes verhindert werden. /Heinrich-Heine-Universität
- Fach Biologie
/rk |