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einer noch die Hundeerziehungswelt
Wir haben den Originaltext
ungekürzt übernommen

Seit meine Schwägerin
auf den Hund gekommen ist,
zweifle ich zunehmend an ihrem Denkvermögen:
Die ganze Umgebung bekommt einen Anpfiff nach dem anderen,
z.B. weil man den Hund hat zuerst zur Haustür herausgehen
lassen oder weil man etwas heftiger mit ihm gespielt
hat.
Wer so aufgewachsen ist wie ich – mit viel Kontakt
zu halbwilden norditalienischen Promenadenmischungen
– kann darüber bestenfalls lachen, vor allem,
wenn diese Tragödien deutscher Hundeerziehung nicht
im eigenen Haus stattfinden.
Ich bin immer noch der Meinung, daß ein Hund
ein Hund ist. Sprich, ein Raubtier, das spezielle Bedürfnisse
hat und diese auch ausleben muß, wenn es gesund
bleiben soll.
Dazu gehört auch
das freie Laufen.
Klar kann man keinen Hund von der Leine lassen, wenn
der sich dann für 3 Stunden in den Wald verabschiedet.
Wenn das Tier aber schon von sich aus dermaßen
anhänglich ist, daß es Frauchen nicht von
der Seite weicht, dann kapiere ich nicht, warum es nicht
mal ohne Leine rennen darf.
Die logische Konsequenz:
Hund ist
nicht ausgelastet und daher im Haus unerträglich
aufgedreht.
Aber man darf natürlich auch nicht richtig mit
ihm spielen, das bringt ihn nur zum Toben und das ist
gänzlich unerwünscht. Lob gibt’s nur
für’s brave Körbchenhocken.
Der arme Kerl.
Kein halbes Jahr alt und muß sich schon benehmen
wie ein Hunderentner.
Darf keine Stufen hoch- oder runterlaufen (4 Stufen
in den Garten!!) denn in seinem Alter ist das bei einem
Golden Retriever extrem ungesund..
In Norditalien würden sie sich über sowas
kaputtlachen.
Seltsamerweise büxt da auch nie ein Hund weit aus.
Die Tiere dort sind derartig auf ihre Herren/Höfe
geprägt, daß denen so etwas nie einfallen
würde. Und das, obwohl sie nicht immer gut behandelt
werden.
Und kann mir mal einer erklären, warum ein Hund
nicht beim Essen in der Küche unter dem Tisch liegen
darf, selbst wenn er mucksmäuschenstill ist und
nicht bettelt?
Und warum immer diese Hinsitzerei sein muß? Sitz
hier, Platz da, man kommt sich vor wie beim Bund….
Und diese ganze Ernährungsgeschichte: Von wegen
Futter aus der Dose oder Trockenfutter! Das verträgt
Spätzchen doch nicht, der braucht Spezialfutter
für große Hundewelpen. Gruselig.
Also, wenn ich mal einen Hund haben werde – und
das werde ich – dann hole ich mir einen in Norditalien
und der darf dann bei mir seine wahre Natur ausleben.
Wild spielen, leinenlos rennen und toben, mit anderen
Hunden kämpfen, im Dreck wühlen, Mäuse
ausgraben.
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