| Erstsemester-Lektion
der Volks- oder Betriebswirtschaft
"Wenn die Bürger erst
die Mehrwertsteuererhöhung im Portmonee spüren,
dann wird darüber geredet werden, was für
ein Irrsinn es ist, das beginnende Wirtschaftswachstum
in diesem Jahr gleich zur Jahreswende durch die größte
Steuererhöhung in der Geschichte der Republik zu
zertreten. "Der Staat hat genug Geld, er verplempert
es nur in Bereichen,
in denen er nichts zu suchen hat."
Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer
auf 19 Prozent kostet einen Prozentpunkt Wachstum und
tausende Arbeitsplätze.
(DIN 5477 empfiehlt, die Bezeichnung Prozentpunkt zu
vermeiden.
Ein Prozentpunkt ist der absolute Unterschied zwischen
zwei relativen Angaben. )
Die überwiegende Mehrheit unserer Politiker
fügt ihrem Amtseid den Nachsatz "... so wahr
mir Gott helfe" an.
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Ein Schwur ist ein -
auch gemeinschaftlicher - Eid, den man sich selbst
oder anderen, auch z. B. "vor Gott"
ablegt.
Es geht dabei um künftiges
Handeln, etwa eine Aufgabe zu lösen, eine
Tat zu vollbringen (Racheschwur), oder etwas nicht
zu ändern (Treueschwur).
Die Ernsthaftigkeit eines
Schwurs hängt von der Vergeltung ab, die
- in unterschiedlichen Gesellschaften unterschiedlich
- droht, wenn er gebrochen wird. Auch wenn der
Bruch keine Zeugen hätte, kann die Angst
vor einer Rache der Gottheit (vgl. Nemesis), des
Schicksals (vgl. Unheil) oder den Strafen des
eigenen Gewissens einen solchen Bruch verhindern
oder ahnden.
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Laffer untersuchte den
Zusammenhang zwischen volkswirtschaftlicher Steuerquote
und Staatseinnahmen.
Die sog. Steuerquote (oder "Staatsquote")
ist dabei die gesamtwirtschaftliche Nettoübertragung
an den Staat, also der Anteil des Bruttosozialproduktes,
der im Wege von Steuern und Abgaben dem Staat zufließt.
Obwohl dieser Wert bezogen auf eine einzelne Person
leicht 75% erreichen kann, wenn diese Person abhängig
beschäftigt ist, geht es in diesem Zusammenhang
doch nur um die gesamtwirtschaftliche Steuerquote.
Laffer, ein Gründungsmitglied des Economic Policy Advisory Board, argumentiert
nun, daß der Staat überhaupt keine Steuern
einnehmen wird, wenn er keine Steuern erhebt (linkes
Ende der Kurve), aber auch keine Einnahmen haben wird,
wenn die Steuerquote 100% beträgt, also jeder sein
gesamtes Einkommen sofort an den Fiskus überweisen
muß - weil dann nämlich niemand mehr arbeiten
würde. Zwischen diesen beiden (theoretischen) Endpunkten
erhebt sich eine gewölbte Kurve der Staatseinnahmen
in Abhängigkeit von der Steuerquote.

Diese Erkenntnis scheint
simpel zu sein, ist aber immerhin einen Nobelpreis für
Wirtschaftswissenschaften wert gewesen.
Die Laffer-Kurve ist nichtlinear, d.h., sie hat ein
Maximum, das aus Sicht des Staates natürlich ein
Optimum, nämlich ein Einnahmeoptimum ist. Die Steuerpolitik
müßte zum Stopfen der Löcher in öffentlichen
Haushalten eigentlich bestrebt sein, dieses Maximum
auch anzupeilen, also die reale Nettoübertragung
an den Staat so einzurichten, daß der Staat die
höchsten Einnahmen erzielt.

Anscheinend ist man zu
dieser offenbar einfachen Erkenntnis aber nicht in der
Lage
Argumentiert man nämlich, daß in Deutschland
die Steuern schon jetzt relativ hoch sind, so kann man
auch der Ansicht sein, daß wir uns bereits in
der rechten Hälfte der Kurve befinden. In
diesem Fall hat eine Steuererhöhung aber fatale
Auswirkungen: Sie führt nämlich zu einem Rückgang
der Staatseinnahmen.
Dies ist möglicherweise in zahlreichen Ländern
so, was bedeutet, daß nicht etwa Steuererhöhungen,
sondern Steuersenkungen ein wirksames Rezept zur Gesundung
der Staatshaushalte wären. In der Tat hat Laffer
das auch vielfach gefordert, was ihm auch den Beinamen
"Vater der angebotsorientierten Ökonomie"
eingetragen hat.
Immerhin hat man offenbar eingesehen, daß der
hier geschilderte Zusammenhang bei indirekten Steuern
weniger scharf ausgeprägt oder durch eine Zeitverzögerung
"abgemildert" wird - wegen der niedrigeren
Elastizität der Nachfrage nach mit indirekten Steuern
belasteten Gütern. Das ist der Grund, weshalb direkte
Steuern wie die Einkommensteuer zwar eher sinken ,
die indirekten Steuern aber eher steigen,
insbesondere die Mineralölsteuer oder die indirekte
Besteuerung elektrischer Energie durch planwirtschaftliche
Zwangsmaßnahmen und indirekte Subventionen.
Ganz offensichtlich hat
man es also doch nicht begriffen und versucht weiter,
durch höhere Steuern noch tiefer in des Bürgers
Taschen zu fassen.
Setzt man die Staatsquote mit der volkswirtschaftlichen
Beschäftigung in Beziehung, so kommt man zu einer
interessanten Fortsetzung der Laffer-Kurve nach P.M.
Gutman. Welche Einflüsse haben Steuersätze
auf den Arbeitsmarkt? Würden keine Steuern erhoben,
so nähme der Staat zwar kein Geld ein, aber es
herrschte eine viel höhere Beschäftigung -
jedoch nur im Rahmen der Privatwirtschaft. Ohne Einkünfte
könnte der Staat nämlich keine Bediensteten
bezahlen. Je höher nun die Staatsquote steigt,
desto größer wird der Anteil der vom Staat
getragenen (und finanzierbaren) Bediensteten - aber
nur bis zu dem Punkt da die Staatseinnahmen infolge
von Steuererhöhungen wieder zurückgehen und
der Staat seine Personaldecke wieder reduzieren muß.
Gleichzeitig sinkt aber der Anteil der legal Beschäftigten,
denn legale Beschäftigung lohnt sich bei wachsendem
Steuersatz immer weniger.
P.M. Gutmann zeigt überzeugend, daß die
Menschen nicht aufhören zu arbeiten, weil die Steuern
zu hoch sind - sie hören nur auf, legal zu arbeiten,
d.h., was bei wachsender Steuerlast immer zunimmt, schon
vom Anfang des Diagrammes an, daß sind Schwarzarbeit
und Schattenwirtschaft.
So sind die derzeit wieder
überall diskutierten Steuer- und Abgabenverschärfungen
sowie Sozialkürzungen und Rationierungen ein Programm
zur Einführung der Anarchie als offizieller Staatsform.
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