| Der
nachfolgende Text ist nicht REAL !
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Hundefreie Städte: 2010
Eine paradoxe Überschrift? Ja, denn es könnte
gut sein, dass das zutrifft; dann ist es nicht mehr
paradox, sondern wirklich.
Erst haben sie nach vielen weiteren nachvollziehbaren
Vorfällen gemerkt, dass die Aufführung einiger
Rassen nach dem hochgradig naiven und dilettantischen
Entwurf des zuständigen Ministeriums der Regierung
Nordrhein-Westfalens nicht einmal für Juristen
haltbar ist, denen es schliesslich nur um eine Verwaltungsdurchsetzung
ging. Dann haben sie gemerkt, dass das auch nicht half,
was sie hätten vorher von den wirklichen Fachverständigen
wahrnehmen können, aber sie waren unbelehrbar stur.
Nachdem sie die Gesetze anpassten, merkten sie, dass
es natürlich die wirklichen Täter nicht juckt,
(die vorher schon nicht kontrolliert wurden von denselben
Ordnungs-Nichthütern). Also dachten sie sich was
anderes aus, was ja im Düsseldorfer Ministerium
als Papier im Juli 2000 als Parole, als Ziel formuliert
wurde: Hundehaltung in den Ballungszentren rigoros zu
dezimieren.
Das haben heute wieder viele vergessen. Nun wundern
sie sich in der Mitte dieser Spanne der Hundeausgliederung,
dass weiter an dieser Reduzierungsschraube gedreht wird.
Ein paar Zusatzzwänge, jedes Jahr einen neuen,
so als Übergangslösung. Es wird mit Leinenzwang
erst in der City gestartet, dann im Stadtkerngebiet,
dann in den Stadtteilen usw.
Mehr und mehr werden zuvor als Alibi zugewiesene Freilaufflächen
für Hunde und ihre Halter eingeschränkt, gar
zurückgenommen. Da halten sich dann ja auch hundehassende
Jogger und Walker auf, die diese Reservate ignorieren.
Sie provozieren gern weiter. Dann passiert es ja immer
wieder, dass ein Hund zwickt oder zubeisst, was vor
Juni 2000 alle für so interessant hielten wie wenn
ein besoffener Autofahrer wieder mal ein Schulkind umnietet.
Die Parks für Hunde werden geschlossen. Früher
war der Kot das Argument, als ob es jährlich mehr
Hunde gäbe (gibt es nicht), heute ist es die erwünscht
vermutete Gefahr, dass was passieren könnte.
Und das trifft passend auch noch irgendwann wieder
zu. Dann klappt das mit den zusätzlichen Argumenten,
um die restlichen Hundehalter zu vergraulen.
Die Auflagen werden höher geschraubt, der Fachverstand
diametral runter. Da können sich die Hundeverständigen
einen ablabern. Sie wurden vorher nicht erhört,
jetzt schon gar nicht, weil damals schon nicht, und
künftig erst recht nicht. Da hat sich doch ein
bekannter Hundeschulinhaber noch im Sommer 2000 stark
gemacht, um seine Wesenstests mit einer flugs importierten
Prüfmethode aus dem Starkzwanglager in Serie und
gegen Entlohnung aus dem nun mehrfach zitierten Ministerium
durchzudrücken. Der Mann stand oft in diesem Hause,
bis er merkte, dass er diesen gigantischen Auftrag nicht
als Monopolstellung auskosten durfte (zur Ehrenrettung
dieser damaligen Ministeriumsführung), schon hatte
er sein Interesse verloren und wetterte öffentlich
gegen die Dame des hohen Hauses.
Wesenstests sind nun auch unwirksam, weil es immer
die fast Falschen trifft. Es gibt ja auch immer ein
erstes Mal, wenn ein Halter/eine Halterin mit ihrem
Hund auffällt.
Die Halter besorgen sich halt einen neuen, wenn es
den alten trifft.
Hätte man in den Verordnerämtern auch im
Juli 2000 wissen können, wenn man wollte. Oder
vorher. Früher scheint überhaupt nie etwas
gewesen zu sein. Kein Biss.
Keine Anzeigen, die Presse hat das nicht interessiert,
weil es keine Erregungszustände hervorrief. Höchstens
Gähnen. Aber nun, Mitte 2005, da kommen sie wieder,
diese Vorfälle. Was wirklich dran war, interessiert
nach einem Tag schon niemand mehr. Nichts ist so uninteressant
wie der Biss von gestern. Aber es lässt sich damit
die Hunde-Ablehnung untermauern. Die Wirkung gegen Hundehaltung
in der Stadt ab 10 000 Einwohner darf nicht nachlassen,
dafür sorgen kranke oder idiotische Hundehalter
wie die Hundehasser.
Beides sind, davon bin ich überzeugt, in der Minderheit.
Aber beide sorgen für Wirbel.
Nun zählt eine "Zeit"-Redakteurin Hamburg
schon zu den hundefeindlichen Städten, Berlin war
es schon länger. Hundefeindlichkeit ist das einzige,
was in diesen und andere Städten wächst.
Lange vorbei sind die Zeiten, in denen das schiere
Aufkommen an Hunden als hundefreundliches Indiz galt.
Es wird weiter gegen die Hunde gearbeitet. In der Verdrängung,
in der Kontrolle, in der Ausbildung. Was haben eigentlich
die ganzen Hundeschulen an dieser Ursache bewirkt, besonders
auch der Hundeführerschein? Der Hundeführerschein
ist eine Gelddruckmaschine für einen nichtstaatlichen
Verband. Es trifft da aber die halbwegs vernünftigen
Hundehalter, die sich ja vorbildlich benehmen.
Die anderen wird auch das nicht interessieren. Hundehaltungsverbot
für die Täter, so kontrolliert wie ein Asylantrag,
das wäre nur eine unter mehreren wirksamen Kontrollen.
Ein straffes Gesetz für Hundezucht, was die Verantwortung
für die Züchter (und andere Vermittler) einschliesst,
wäre eine Vorsorge, aber kein Riegel.
Züchten und Hunde verkaufen und Hunde ausbilden
darf jeder, ungeschoren.
Selbst wenn dies eine Regierung gesetzlich reglementieren
würde, woran ich nicht glaube, weil ein Verbot
viel schlichter ist, es würde sich nicht ändern.
Weil sich an der Ursache nichts ändert. So lange
jeder **** einen Hund ergattern darf. So sehe ich die
Überschrift kommen.
Hunde raus aus den Städten. Erst die Grosstädte,
dann die mittleren, dann die kleinen... die Dörfer
wehren sich gegen die Invasion mit Vans und Wohnmobilen,
die sich wie Wagenhochburgen um die alten Bauern mit
ihren Hühnern legen. Ein paar schlaue Bauern verkaufen
den letzten Acker zu bodenabhebenden Preisen, damit
dort mit Stacheldraht die Hunde samt Halter Freilauf
haben. Später werden durch deutsche Bastler dieser
Insassen massivere Baustahlzäune errichtet.
Nach dem Dorf steht ein Schild: "Vorsicht! Sie
betreten eine Hundezone auf eigene Gefahr! Ihre Hausratsversicherung
tritt nicht für Schäden ein. Ferngläser
werden gegen Gebühr gerne ausgeliehen."
Die verbleibenden Hundehalter, falls sie nicht in Moldavien
eine vorläufig letzte Bleibe gefunden haben, werden
mit GPS über Satellit überwacht, damit sie
brav ihre Hundesteuer in Höhe eines halben Arbeitslosengehalts
zahlen. Ghettos mit Hunden bilden sich, in der Hoffnung
der Machthaber, die Halter und Hunde würden sich
selbst eliminieren.
2010 ist es soweit. Oder ein paar Jährchen später,
weil mal wieder ein bisschen wichtigerer Menschenkrieg
(statt Outsourcing, höchstens ein Kollateralschaden
gegen Hunde über 20 cm und 5 kg) dazwischen kommt,
der lediglich unterbricht, was 2000 anfing.
Nur Satiriker dachten damals schon weiter. Aber es
hörte ja niemand auf sie.
Sie sind mit ihren Hunden längst ausser Landes
und schreiben sich mit Bleistift handverfasste Briefe,
die sie mit Brieftauben zustellen lassen.
Sehe ich schwarz?
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