| Wir
verbringen rund ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen.
Wir brauchen den Schlaf, um uns zu erholen
und zu regenerieren. Aber ca. ein Drittel aller erwachsenen
Deutschen leidet an Schlafstörungen - und das mit
schlimmen Folgen. Neben Erschöpfung, Reizbarkeit
und verminderter Leistung kann es auch zu Konzentrations-
und Aufmerksamkeitsmängeln kommen, die sich z.B.
im Straßenverkehr gefährlich auswirken. Hinzu
kommt die Gefahr, dass wir auf Dauer regelrecht ausbrennen,
denn ohne einen erholsamen Schlaf können wir die
körpereigenen Batterien nicht effektiv aufladen.
Von Frühaufstehern
und Nachteulen...
Die Sache mit den Nacht- und Morgenmenschen ist kein
Mythos, sondern hier unterscheiden wir uns tatsächlich.
Der eine steht problemlos morgens auf, fällt aber
am Abend früh ins Bett - genau dann, wenn andere
erst so richtig fit werden. Hier ist es empfehlenswert,
sich mit den eigenen Bedürfnissen vertraut zu machen
und sich möglichst einen Tagesablauf zu schaffen,
in dem die Arbeit und Anforderungen entsprechend der
Hoch- und Tiefphasen organisiert werden. Auch wenn das
nicht immer 100%ig möglich ist, so können
Sie hier auch schon mit kleineren Maßnahmen viel
für sich tun.
Störungen im gewohnten
Schlafrhythmus
Ob Sie nun früh oder spät ins Bett gehen möchten
- entscheidend ist, dass Sie Ihren gewohnten Schlafrhythmus
nicht ständig wechseln. Vor allem das Wochenende
ist eine Zeit, in der die meisten von uns abrupt länger
aufbleiben und ausschlafen. Damit bringen Sie Ihren
Schlafrhythmus durcheinander und riskieren, sich dadurch
viel weniger als sonst zu erholen. Dabei ist es weniger
problematisch, länger auszuschlafen als zu lange
aufzubleiben. Schlaf nachzuholen, ist für viele
sehr erholsam, allerdings sollten Sie auch das wiederum
nicht übertreiben.
Achten Sie einmal ganz bewusst
darauf, wie Sie auf eine Veränderung Ihrer Schlafgewohnheiten
z.B. am Wochenende reagieren und überlegen Sie
sich, ob es nicht vielleicht einfach erholsamer für
Sie ist, Ihre normalen Schlafgewohnheiten beizubehalten.
Grundsatz: Gut schlafen
ist wichtiger als lange schlafen
Grundsätzlich gilt, dass weniger die Länge
des Schlafes entscheidend ist, als vielmehr die Qualität.
Manch einer macht sich das Leben schwer, indem er das
Gefühl hat, unbedingt 7 Stunden schlafen zu müssen.
Aber er ist nach 5 Stunden hellwach. Sorgen Sie sich
nicht, wenn Sie wenig schlafen - so lange Sie sich dabei
gut erholen, ist alles in Ordnung.
Wie gut schlafen Sie?
Wie erholsam Ihr Schlaf ist, können Sie vor allem
daran erkennen, ob Sie sich am Morgen gut erholt und
fit für den Tag fühlen. Das muss nicht gleich
nach dem Aufstehen der Fall sein, denn die meisten von
uns brauchen ein bisschen Zeit, um morgens in Schwung
zu kommen. Aber grundsätzlich sollten Sie sich
nach einer Nacht gut ausgeruht und gestärkt für
das Tageswerk fühlen.
Wenn Sie schlecht einschlafen können, nachts häufig
wachliegen und morgens wie gerädert aufwachen und
das Gefühl haben, dass Sie sich im Grunde sofort
wieder ins Bett legen müssten, ist ihr Schlaf nicht
so erholsam, wie er es sein sollte.
Ernste Schlafstörungen
Ernsthafte Schlafstörungen liegen vor, wenn
Sie entweder weniger als 4 Stunden oder mehr als 14
Stunden am Tag schlafen,
Ihr Schlaf über mehr als 4 Wochen gestört
ist,
Sie länger als 30 Minuten brauchen, um einzuschlafen,
u.ä.
Die Tipps, die Sie im Folgenden finden, sollen Ihnen
dabei helfen, besser ein- und durchzuschlafen. Sollten
Sie dennoch weiterhin an Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten
leiden, empfehlen wir Ihnen, einen guten Arzt oder Heilpraktiker
aufzusuchen und gemeinsam mit ihm dem Problem ganzheitlich
auf den Grund zu gehen. Ursachen für Schlafstörungen
können z.B. körperlicher oder seelischer Natur
sein, die dann mit fachkundlicher Hilfe angegangen werden
sollten.
Tipp 1: Sorgen Sie für
die richtige Schlafumgebung
Sorgen Sie für eine möglichst ideale Schlafumgebung:
Das Schlafzimmer sollte abgedunkelt sein. Vor dem Schlafengehen
ist es wohltuend, noch einmal kurz zu lüften, damit
genug Sauerstoff im Raum ist. Die Zimmertemperatur liegt
optimalerweise bei etwa 18° Celsius. Die Matratze
sollte auf Ihre persönlichen Bedürfnisse angepasst
sein - manch einer braucht eine härtere Unterlage,
für einen anderen muss sie weicher sein. Empfehlenswert
ist ein hochwertiger, verstellbarer Lattenrost.
Tipp 2: Eliminieren Sie
Störfaktoren
Überdenken Sie einmal ganz genau, welche möglichen
Störfaktoren Ihren Schlaf beeinträchtigen
könnten. Denken Sie z.B. dabei an:
Geräusche,
Gerüche,
Licht,
Störungen durch den Partner,
u.ä.
Versuchen Sie dann systematisch
alle Störfaktoren zu beseitigen.
Wenn Sie z.B. immer wieder durch die Bewegungen Ihres
Partners geweckt werden, ist es sinnvoll, über
ein größeres Bett oder getrennte Matratzen
nachzudenken. Auch eine gemeinsame Bettdecke kann durch
die "Kämpfe" darum, den Schlaf empfindlich
stören.
Ein weiterer Tipp gegen Störungen ist das Verwenden
von Ohrenstöpseln. Auch wenn es scheinbar gar nicht
so laut bei Ihnen ist, kann es dennoch sein, dass Sie
ohne es bewusst zu merken, durch Straßenlärm
oder andere Geräusche geweckt werden. Viele Menschen
haben einen leichten Schlaf und werden z.B. durch die
Toilettenspülung in der Wohnung drüber oder
durch die Katze, die nachts im Katzenklo scharrt, aufgeweckt.
Dem können Sie mit Ohrenstöpseln vorbeugen.
Suchen Sie sich ein Fabrikat, das Ihnen angenehm ist,
aber geben Sie sich auch ein bisschen Gewöhnungszeit.
Zunächst ist das Gefühl für viele Menschen
unangenehm, aber wenn Sie sich erst einmal daran gewöhnt
haben, können die Ohrstöpsel regelrecht wie
ein "Schlafanker" wirken: Wenn Sie immer die
Ohrstöpsel beim Einschlafen verwenden, "weiß"
Ihr Körper irgendwann, dass Sie schlafen wollen,
wenn Sie die Ohrstöpsel benutzen.
Tipp 3: Keine großen
Mahlzeiten vor dem Schlafengehen
Sportliche Anstrengungen zu später
Stunde können das Einschlafen auch erschweren.
Achten Sie darauf, dass Sie Ihre sportlichen Aktivitäten
nicht gerade kurz vor das Schlafengehen legen.
Schwere Mahlzeiten und üppiges Essen beeinträchtigen
den Schlaf oft sehr stark. Es fällt und dann schwerer,
einzuschlafen, wir träumen oft schlecht und schlafen
auch insgesamt nicht sehr gut. Essen Sie also einige
Stunden vor dem Schlafengehen nur noch leichte Kost.
Koffeinhaltige Getränke sind aufgrund der aufputschenden
Wirkung natürlich zu später Stunde auch nicht
empfehlenswert Reduzieren Sie auch Ihren Alkoholkonsum
vor dem Schlafengehen. Alkohol erleichtert zwar das
Einschlafen, stört aber das Durchschlafen und die
Schlafqualität.
Tipp 4: Das Grübeln
in den Griff bekommen
Viele Menschen liegen abends im Bett wach, weil sie
über alles Mögliche nachdenken müssen.
Finden Sie hier ein Ritual, mit dem Sie diese Gedanken
sanft stoppen können. Es kann z.B. hilfreich sein,
vor dem Schlafengehen 10 Minuten lang einfach alles
aufzuschreiben, was einem durch den Kopf geht - quasi
als Psychohygiene, mit dem man sich von seinen Gedanken
freiwäscht, wie man auch sein Gesicht wäscht.
Oder Sie stellen Sie vor Ihrem inneren Auge ein Schwarzes
Loch im All vor, das all Ihre Gedanken und Sorgen anzieht
und verschluckt. Sie können sich auch eine Badewanne
voll Ihrer Gedanken vorstellen, aus der Sie den Stöpsel
ziehen und zuschauen, wie all die Sorgen durch den Abfluss
fließen.

Tipp 5:Schlafen Sie mit
guten Gedanken ein
Sie können sich vor dem Einschlafen auch noch einmal
vor Augen führen, was alles Schönes an dem
Tag vorgefallen ist, worüber Sie sich gefreut und
was Sie erreicht haben. Schlafen Sie dann mit diesen
Bildern ein.
Beschäftigen Sie sich vor dem Schlafengehen mit
etwas Positivem oder Inspirierendem. Ein Krimi oder
Thriller kann innerlich sehr aufwühlen und auch
die Tagesnachrichten sind nicht die beste Bettlektüre.
Legen Sie sich stattdessen zum Beispiel ein Buch mit
inspirierenden Texten auf den Nachtisch oder hören
Sie in aller Ruhe eine Entspannungs-CD. So gleiten Sie
müheloser in den Schlaf und nehmen keine schlimmen
Bilder mit.
Tipp 6: Nutzen Sie Einschlafhilfen
Grundsätzlich sollten Sie erst dann zu Bett gehen,
wenn Sie auch wirklich müde sind. Sollten Sie dann
trotzdem hin und wieder Einschlafschwierigkeiten haben,
haben wir hier noch einige Einschlafhilfen für
Sie:
Gähnen Sie! Wer gähnt, kann in der Regel
auch gut einschlafen. Um das Gähnen bewusst auszulösen,
können Sie mit Ihrer Zungenspitze über Ihren
Gaumen fahren - erst vorn und dann auch weiter hinten.
Das löst schnell einen Gähnimpuls aus.
Sorgen Sie für warme Füße. Kalte Füße
sind ein Einschlafkiller - kuschelige Socken helfen
hier schnell weiter.
Probieren Sie Hausmittel aus. Die gute alte warme Milch
mit Honig kann z.B. ein schönes Einschlafritual
werden oder auch ein wohltuendes warmes Fußbad.
Extra-Tipp: Sehr hilfreich sind besondere Einschlafrituale,
die Sie immer auf dieselbe Art durchführen. Das
hilft bei Kindern und auch bei Erwachsenen. Finden Sie
hier einmal heraus, was Ihnen gut tut.
Tipp 7: Nichts erzwingen
Falls Sie gar nicht einschlafen können, wälzen
Sie sich nicht stundenlang im Bett herum. Stehen Sie
nach 20 Minuten vergeblichen Einschlafens auf und tun
Sie etwas - vielleicht malen Sie ein bisschen oder meditieren.
Und abschließend
noch ein Wort zu Schlafmitteln
An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich
vor medikamentösen Schlafmitteln warnen. Manch
einer greift z.B. nach sogenannten Naturpräparaten,
die frei erhältlich sind und auch beim Arzt sind
Schlafmittel zum Teil zu leicht zu bekommen. Wenn Sie
Ihre Schlafstörungen mit Medikamenten behandeln,
besteht immer die Gefahr, dass Sie ohne Medikamente
gar nicht mehr schlafen können. Schlafmittel führen
sehr häufig bei längerem Gebrauch zu einer
Abhängigkeit, die eine immer stärkere Dosis
nötig macht, um überhaupt noch schlafen können.
Entscheidend ist aber immer, die Ursache für Ihre
Schlafstörungen zu finden und anzugehen und nicht
allein das Symptom künstlich zu unterdrücken.
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